Melody Bar feiert Jubiläum: Besitzerin spricht über 30 Jahre Nachtleben im schmalsten Haus Düsseldorfs

Nie war der Begriff "Kleinod" so gut aufgehoben, wie in der Melody Bar im schmalsten Haus von Düsseldorf. Ein Interview mit Chefin Ivonne Franken.
Melody Bar Düsseldorf
Die gute Seele der Melody Bar in Düsseldorf: Ivonne Franken. Foto: Melody Bar
Melody Bar Düsseldorf
Die gute Seele der Melody Bar in Düsseldorf: Ivonne Franken. Foto: Melody Bar

Melodie im Blut: Melody Bar-Betreiberin Ivonne Franken kennt die Altstadt in Düsseldorf seit über 20 Jahren, hat viele Menschen kommen und gehen sehen. Jetzt macht sie sich zusammen mit ihrem Team bereit für ein weiteres Jubiläum: 30 Jahre Melody Bar stehen auf dem Programm.

>> Im schmalsten Haus von Düsseldorf zuhause: Das ist die Melody Bar! <<

Hinweis: Die Jubiläumsparty in der Melody Bar startet am Sonntag, dem 19. März 2023. Los geht’s bereits ab 18 Uhr – inklusive der Band „Heavy Gummi“. Bilder der Veranstaltung werden kommende Woche auf unserer Seite veröffentlicht – schaut gerne wieder vorbei!

Vor der großen Jubiläumssause sprach Tonight News mit Barbetreiberin Ivonne Franken.

Tonight News: Für die Melody Bar sind es 30 Jahre, für dich 20: Wie fühlt es sich an, so lange mit einem so einzigarten Ort verbandelt zu sein?

Ivonne Franken: Ich habe schon früh erkannt, dass die Bar und ich zusammen gehören. Im Oktober 2002 habe ich angefangen, neben meinem Kommunikations- und Marketing-Studium, in der Melody zu jobben. Ich habe dort viel gelernt und erlebt. Ich würde sagen, es hat mich auch geprägt.

Kannst du die Melody in einigen kurzen Sätzen einem absoluten Bar-Neuling schmackhaft machen?

Das Schöne an der Melody Bar auf der Kurze Straße ist, dass sie sich mitten im Trubel der Altstadt befindet – aber wenn man einmal reingefunden hat, bemerkt man diesen nicht. Wir bieten qualitativ hochwertige Drinks, in einer angenehmen Atmosphäre – und sicher auch einen Ort, an dem man die Zeit schnell vergessen kann. Hier kommen immer wieder unterschiedliche Menschen zusammen, die auf kleinem Raum gemeinsam eine gute Zeit haben.

Wo wir gerade dabei sind: Woher kommt eigentlich der Name der Bar?

Der Name steht seit 30 Jahren: Meine Vorgänger, das Ehepaar Heidi und Erich Wellhöfer, sind sehr musikaffin. Hier schallen seit jeher verschiedene Genres von Jazz bis Rock aus den Boxen – gerne auch außerhalb des Mainstreams. Die musikalische Begleitung richtet sich dabei stets nach der Stimmung der Gäste und der Bar.

Als musikalischer Mensch: Worauf darf ich mich an einem typischen Freitag- oder Samstagabend in der Melody Bar einstellen?

Bevor wir die Bar öffnen, wissen wir noch nicht, was uns erwartet. Deswegen gibt es auch keinen „typischen Abend in der Melody Bar“. Auch ich versuche mich musikalisch nach der Stimmung der Gäste zu richten. Ich möchte mich da nicht wirklich festlegen. Es kann durchaus vorkommen, dass man manchmal auch meine persönliche Stimmung aus der gewählten Musik heraushört.

Generell kann gerne etwas Ruhiges in Richtung Bar-Sounds, Soul, Jazz, aber auch Funk oder Rock laufen. Hin und wieder haben wir auch elektronische Klänge im Programm, die dann zum Mitwippen und Tanzen motivieren. Vor Feiertagen zum Beispiel veranstalten wir regelmäßig Partys mit DJs – das gibt einen angenehmen Kontrast zum gewohnten Alltag an und hinter der Theke.

Bei einer Breite von 2,90 Meter: Was für besondere Vorteile und Nachteile hat das „schmalste“ Haus Düsseldorfs? Ich kann mir vorstellen, dass das Saubermachen zum Beispiel nicht ganz so schweißtreibend ausfällt wie an anderen Standorten.

Trotz des schmalen Hauses: beim Saubermachen sollte man beweglich sein.  Es ist alles recht eng, mit vielen Ecken und Kanten. Neben der Bar im Erdgeschoss befinden sich auf der ersten Etage noch die Toiletten. Es gibt genug zu tun.

Generell gilt: der Platz, der zur Verfügung steht, muss genutzt werden. Hier muss immer alles an seinem Ort stehen, die Arbeit hinter der Bar muss Hand in Hand gehen. Man darf keine Berührungsängste haben. Das gilt aber auch für die Gäste. Durch die geringe Größe der Location und den schlauchartigen Raum ist in der Melody Bar stets ein gewissen Miteinander gefragt – sich aus dem Weg gehen, ist hier schlicht unmöglich.

20 Jahre sind nicht nur eine stolze Zeit, sondern machen sich irgendwann doch auch sicher bei einem selbst bemerkbar. Schlauchen diese langen Nächte am Wochenende nicht irgendwann ? Oder bist du da mittlerweile reingewachsen?

Ich bin selbst über die Zahl „20“ erstaunt. Das ging dann doch alles schneller als gedacht. Bei mir persönlich ist während all der Jahre auch außerhalb der Melody Bar einiges passiert. Ich hab zu Ende studiert. Ich bin durch verschiedene Jobs gejagt, bin unterschiedlichen Projekten nachgegangen – die Melody Bar war aber stets mein Begleiter.

Besonders die Jahre, in denen ich selbst vier Nächte hinter der Theke stand, waren anstrengend. In dieser Zeit lebte ich mehr nachts als am Tag. Bis zum Mittag schlafen war normal, dafür bin ich auch erst morgens ins Bett. Dabei verzichtet man auf einiges, viele Einladungen zu Hochzeiten oder Geburtstagen musste ich bereits absagen. Wir arbeiten, wenn andere frei haben.

Zum Jubiläum am Sonntag kommt die Band, welche bereits zum Start der Bar 1993 dabei gewesen ist: Heavy Gummi. Worauf darf sich das Publikum freuen? Kennst du die Jungs persönlich oder ist das mehr eine Verbeugung vor den ursprünglichen Besitzern?

Ich wusste bereits vorher, das Heavy Gummi auch zur Eröffnung der Melody Bar 1993 gespielt haben. Die Band liefert eine Form von… lass es mich „Global Pop“ nennen. Musik, die das Publikum auf jeden Fall schnell mitreißt. Eines Nachts kam mir dann die Idee, die Jungs für das 30-jährige Jubiläum anzusprechen: Eines der Bandmitglieder war an diesem Abend vor Ort und ich erzählte ihm davon.

Die gute Nachricht war natürlich, dass die Band nach all der Zeit überhaupt noch aktiv war. Er fand die Idee super – und als das Datum immer näher rückte, nahm ich Kontakt auf. Aus den Jungs von einst sind mittlerweile stattliche Herren geworden, alle waren angetan und freuen sich jetzt, genauso wie wir, auf einen ganz besonderen Auftritt und ein einzigartiges Erlebnis.

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Noch eine Frage zum Schluss: Kannst du dir heute vorstellen auch dein 40-jähriges Jubiläum in der dann 50-jährigen Bar zu feiern?

Ui, noch mal 20 Jahre. Das ist eine Menge! Aber wenn alles gut läuft, warum eigentlich nicht.