Explosion in Ratingen: Mutmaßlicher Feuerteufel (57) bald vor Düsseldorfer Landgericht

Ein 57-jähriger Ratinger muss sich im November wegen neunfachen versuchten Mordes vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten.
Explosion in Ratingen
Polizeibeamte mit Gasmasken und Feuerwehrleute stehen vor einem Hochhaus. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Polizeibeamte mit Gasmasken und Feuerwehrleute stehen vor einem Hochhaus. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Prozess um die Explosion in einem Ratinger Hochhaus soll am 24. November beginnen. Das Düsseldorfer Landgericht habe die Anklage wegen neunfachen versuchten Mordes zur Verhandlung zugelassen, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Der WDR hatte zuvor berichtet. Es seien bis zum 11. Januar neun Verhandlungstage geplant.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen einen 57-jährigen Bewohner des Hauses. Er soll Polizisten und Feuerwehrleute mit mehreren Litern Benzin überschüttet und mit dem Wurf eines brennenden Textils angezündet haben.

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Zwei Polizisten sowie sieben Feuerwehrleute und Rettungsdienst-Mitarbeiter waren von einem Feuerball getroffen worden und hatten zum Teil schwerste Verbrennungen erlitten. Die Polizei hatte nach der Explosion am 11. Mai insgesamt 35 Verletzte gezählt. Das Motiv des Verdächtigen, der zu den Vorwürfen bislang geschwiegen hat, lässt die Anklage offen.

Der Mann habe eine Nähe zu Verschwörungstheorien, hatten die Ermittler berichtet. In der Wohnung, in der er sich mit der Leiche seiner Mutter verbarrikadiert hatte, hatte er zudem Vorräte über das übliche Maß hinaus gehortet.

Die Polizei war wegen eines überquellenden Briefkastens und Verwesungsgeruchs zu seiner Wohnung gerufen worden. Der Einsatzgrund lautete „hilflose Person“.

dpa