Foto: Claudius Pflug/ProSieben/dpa

Wie zu seinen besten Zeiten moderierte Thomas Gottschalk am Dienstagabend eine Abendsendung im TV – allerdings auf ProSieben. Doch Thommys Glück bei „Wer stiehlt mir die Show?“ währte nur einen Abend – da konnten auch Tipps von Kollege Günther Jauch nicht helfen.

Gottschalk verlor die Moderation an Schauspieler Elyas M’Barek, der sich im Finale der Quiz-Show gegen den 70-Jährigen durchsetzte und damit in der kommenden Woche durch die Sendung führen wird. Die Rückkehr der TV-Legende als Showmaster im deutschen Fernsehen hat also nur einen Abend angedauert – vorerst. Dabei hatte Gottschalk zuvor noch gewitzelt: „Ich richte mich jetzt einfach ein.“

 

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In „Wer stiehlt mir die Show?“ wollen vier Kandidaten – darunter drei Prominente – gewinnen und somit nächster Showmaster des Formats werden. Gottschalk hatte die Sendung dem ursprünglichen Gastgeber, Joko Winterscheidt, in der Vorwoche abgeknöpft.

Winterscheidt schied dieses Mal schon vor dem Finale aus. Er gab sich unsicher, ob er auch in der kommenden Woche versuchen werde, die Show zurückzuerobern: „Vielleicht sehen wir uns nächste Woche, vielleicht sehen wir uns auch im nächsten Jahr, wenn es weitergeht, oder im Herbst.“ Auch Moderatorin Palina Rojinski, deren Wohnung vor kurzem niederbrannte, strich vorzeitig die Segel.

>> In „Wer stiehlt mir die Show?“ setzt Joko Winterscheidt seinen Job aufs Spiel <<

Gottschalk hatte zu Beginn der Sendung in bester „Wetten, dass..?“-Manier das Publikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegrüßt. Mangels eigener Erfahrung als Quizmaster holte er sich per Telefon Tipps von Moderator Günther Jauch ein. „Erste Regel, speziell beim Quiz: Quatsch die Leute nicht zu“, gab der „Wer wird Millionär“-„Chef“ Gottschalk mit auf den Weg.

 

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Am Ende entschied im Finale zwischen Showmaster und Schauspieler die Antwort auf die Frage, wo der Fluss Nil mündet. M’Barek gab mit dem Mittelmeer die richtige Antwort. Der Schauspieler lag während der ganzen Sendung vorne und beantwortete viele Fragen richtig. So zählte er etwa die Vokale im Wort „Mietschuldenfreiheitsbescheinigung“ (13) richtig und wusste, wie oft Hollywood-Legende Elizabeth Taylor verheiratet war (8).

„Wer stiehlt mir die Show?“: Thomas Gottschalk verschafft ProSieben Quotensprung

Gottschalk hatte die Sendung leicht angepasst. Im Vorspann wurden Fotos des Gesichts des Showmasters kurzerhand auf Winterscheidts Körper gesetzt. Auch bei der Musikauswahl schlug Gottschalk eine andere Richtung ein: Zum Einlaufen gab es „Jump“ der Rockband Van Halen. Auch „Smoke on the Water“ von Deep Purple wurde von der Showband immer wieder angestimmt.

Er ließ auch eine Bar einrichten. Zur großen Freude der anderen Teilnehmer – und offenbar auch der Zuschauer, die bei Twitter kein Halten mehr kannten:

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Selbst die ältere Generation fand Gefallen an der Show – wegen Thomas Gottschalk:

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Gottschalk mixte „seinen“ Kandidaten den Cocktail Appletini – und nutze immer wieder Gelegenheiten zu einer seiner vielen Sticheleien in Richtung Winterscheidt: „Lasst uns doch für einen kurzen Moment Freunde sein – selbst wir.“ „Du Depp!“, entfuhr es ihm, als Winterscheidt Ringo Starr und nicht Paul McCartney in einem Spiel als den Bassisten der Beatles identifizierte.

Als weitere kleine Bösartigkeit ließ er Winterscheidt in einem Spiel nur Antworten geben, die ihm sein Kollege Klaas Heufer-Umlauf über einen Knopf im Ohr einflüsterte. Der beantwortete allerdings mehrere Fragen richtig, auch wenn ihm das Themengebiet des Spiels, Sport, eigentlich nicht liegen sollte.

Vor dem Start der Sendung gab es auf der Audio-App Clubhouse ein Vorglühen. Gottschalk unterhielt sich im Talk „irgendwas mit fernsehen ‚pre show‘ zu wsmds“ unter anderem mit Winterscheidt – zeitweise hörten fast 5000 Leute zu.

Dabei erzählte Gottschalk auch, wie er zu Clubhouse kam. Der Blogger und Kolumnist Sascha Lobo habe ihn über die App informiert, da gebe es etwas, das sei wie Radio. Jetzt sei es so, sagte Gottschalk: Wenn er sich in einen Gesprächsraum begebe, dauere es nicht lange, bis er auf dem Podium sitze. Die Fernsehlegende witzelte, man wisse ja, wie ungern er öffentlich rede.

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All das bescherte „Wer stiehlt mir die Show?“ einen großen Quotensprung. Waren es unter Winterscheidts Moderation noch zwischen 1,62 Millionen und 1,87 Millionen Zuschauer gewesen, verfolgten die Sendung unter Gottschalks Leitung insgesamt 2,52 Millionen Zuschauer (8,4 Prozent). Auch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen gab es laut Branchendienst „dwdl.de“ einen Sprung auf nun 19,6 Prozent. Der Bestwert hatte vorher bei gut 14 Prozent gelegen.

Quelle: dpa