«The Masked Singer» Kakerlake
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

In Österreich wird die Produktion der international erfolgreichen Gesangsshow „The Masked Singer“ unterbrochen. Ereilt dieses Szenario bald auch deutsche Live-Shows?

Grund für die Unterbrechung ist das sich rasch verbreitende Coronavirus. Der TV-Sender „Puls 4“, der „The Masked Singer“ in Österreich ausstrahlt, teilte mit: „Wir können aktuell keine sichere Produktion gewährleisten. Denn die Sicherheit unserer MitarbeiterInnen, aller Protagonisten und Beteiligten hat oberste Priorität.“

Wann die Sendung wieder aufgenommen wird, soll in den kommenden Tagen entschieden werden. Die erste Liveshow am vergangenen Samstag fand bereits ohne Publikum statt.

Wie die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ berichtet, hat sich beim übertragenden TV-Sender „Puls 4“ eine Person mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert. Die Person sei allerdings seit über einer Woche nicht im Haus tätig gewesen, so der Sender. Man habe „alle möglichen Infektionswege nachvollzogen und alle MitarbeiterInnen mit direktem Kontakt befinden sich bereits im Homeoffice“.

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Zwangsläufig stellt sich nun die Frage, wie der deutsche „Masked Singer“-Ableger mit der Coronavirus-Krise umgeht. Interessant: Die österreichische „Masked Singer“-Version wird im selben Studio in Köln aufgezeichnet wie die deutsche Version, allerdings an unterschiedlichen Tagen. Inwiefern der bei „Puls 4“ betroffene Mitarbeiter an der „Masked Singer“-Produktion beteiligt war, ist nicht bekannt.

Bei der deutschen „The Masked Singer“-Produktion wurden erste Maßnahmen nach der ersten Live-Show ergriffen, sodass die zweite Folge ohne Zuschauer stattfand. Die Pause von „The Masked Singer Austria“ hat jedoch noch keine Auswirkungen auf die ProSieben-Show, wie ein Sendersprecher gegenüber „DWDL.de“ mitteilte.

Dennoch ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich eine direkt an der Produktion beteiligte Person mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert. Womöglich gibt es sogar schon erste, unerkannte Coronavirus-Fälle.

Daher liegt die grundsätzliche Frage auf der Hand: Sollten Live-Shows überhaupt noch übertragen werden? In Deutschland gilt diese Frage nicht nur für „The Masked Singer“, auch „Let’s Dance“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ sind aktuelle Beispiele.

In Zeiten, in denen die Bundesregierung mahnt, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, sind solche Shows eigentlich nur schwer vermittelbar. Der empfohlene Mindestabstand von anderthalb Metern zu anderen Personen wurde bei der jüngsten „Masked Singer“-Show vom Rateteam nicht eingehalten, bei „Let’s Dance“, wo stets Tanzpaare auftreten, ist dies gar nicht möglich.

Auf der anderen Seite sorgen diese TV-Formate in der aktuellen Situation für Ablenkung. „Wir brauchen ein bisschen Zerstreuung, oder?“, stellte Moderator Matthias Opdenhövel in der Masked-Singer-Show am vorigen Dienstag fest. Jedoch: Die Frage, ob diese Zerstreuung in der aktuellen Lage überhaupt zu verantworten ist, bleibt.