Späte „Tatort“-Sommerpause: Was danach noch bis Weihnachten kommt

Ein dritter Münster-Fall, ein neuer Tukur und der 90. Film mit Batic und Leitmayr: Die Zeit nach der "Tatort"-Sommerpause hat einiges zu bieten. Ein Ausblick.
Was nach der "Tatort"-Sommerpause kommt
Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) statten der Familie Kostenza einen Besuch ab – eine Szene der "Tatort"-Folge "Spur des Blutes" (AT). Foto: Martin Valentin Menke/WDR/Bavaria Fiction GmbH/dpa
Was nach der "Tatort"-Sommerpause kommt
Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) statten der Familie Kostenza einen Besuch ab – eine Szene der "Tatort"-Folge "Spur des Blutes" (AT). Foto: Martin Valentin Menke/WDR/Bavaria Fiction GmbH/dpa

So spät wie dieses Jahr ging die „Tatort“-Sommerpause schon lange nicht mehr los. Diesmal kommt der letzte neue „Tatort“ vor der Pause – der Mainzer Krimi „In seinen Augen“ mit Heike Makatsch – erst am 26. Juni, also diesen Sonntag. Im vorigen Jahr war schon am 6. Juni Schluss mit neuen Krimis vor der Sommerpause, davor das Jahr am 8. Juni, vor drei Jahren am 16. Juni.

Die ARD betont, auch der Magdeburger „Polizeiruf 110: Black Box“ am 3. Juli sei eine Erstausstrahlung. Die Sonntagskrimi-Sommerpause beginne also erst am 10. Juli. Die Zeit ohne neue Krimis dauert dann etwa acht Wochen – bis Ende August. 2021 waren es zwölf Wochen, 2020 sogar 13 Wochen. Das bedeutet aber nicht, dass es 2022 mehr „Tatorte“ gibt als in anderen Jahren. Die kürzere Sommerpause ist eher der Fußball-WM geschuldet, die (im heißen Katar) erst im November und Dezember stattfindet und dann das TV-Programm dominieren wird.

Ein Überblick, welche „Tatorte“ bis Weihnachten im Ersten kommen:

Münster: 20 Jahre ist das mit Abstand populärste Team Thiel und Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) inzwischen im Dienst. Laut WDR gibt es im Jubiläumsjahr nach den zwei Fällen im Januar und März noch einen dritten Münster-„Tatort“. Im Fall „Recht, wem Recht gebührt“ gerät Prof. Boerne in einen Loyalitätskonflikt: Sein Jugendfreund Friedhelm Fabian wird plötzlich entführt, Boerne mag dessen Frau (Proschat Madani) gern. „Soll er Thiel informieren und vielleicht damit das Leben von Fabian erst recht in Gefahr bringen, oder hilft er Veronika, die Entführung zu vertuschen und möglichst bald das Lösegeld zu übergeben?“

Köln: Im Oktober sind Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär) schon 25 Jahre dabei. Das rheinische WDR-Team ist nach Fällen im Februar und März ebenfalls noch in einem dritten Film zu sehen. Im Krimi „Spur des Blutes“ wirken in Gastrollen Robert Stadlober und Josef Hader mit. Es geht um den Mord an einer Drogenabhängigen, die sich auch prostituierte. Warum ist die Kollegin und Kriminaltechnikerin Natalie Förster (Tinka Fürst) plötzlich so fahrig und scheint absichtlich Ermittlungsergebnisse zu verschleppen?

Neuer Tukur-Fall

Wiesbaden: Ulrich Tukur hat voraussichtlich im September seinen elften „Tatort“-Einsatz seit 2010. Der Film trägt laut HR den Titel „Das Gesetz des Karma“ (vorher war auch mal von „Murot und das Kind“ die Rede). Während Felix Murot (Tukur) in einem Hotel mit K.-o.-Tropfen ausgeschaltet ist, gibt es im selben Haus einen Mord sowie eine Frau, die glaubt, Murot sei ihr „Erzeuger“.

Stuttgart: In ihrem zweiten Fall nach dem Neujahrskrimi sind Lannert und Bootz einem Unfallflüchtigen auf der Spur, der einen angefahrenen Radfahrer rücksichtslos zum Sterben im Straßengraben liegen gelassen hat. Titel: „Der Mörder in mir“.

Schwarzwald: Der SWR-Krimi mit Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner kommt 2022 noch ein zweites Mal. Im Krimi „Die Blicke der anderen“ verschwinden ein Vater und sein fünfjähriger Sohn aus einer Neubausiedlung. Was weiß die Frau und Mutter?

Ein Wiedersehen und eine Entführung

Ludwigshafen: Ulrike Folkerts ist 2022 schon 33 Jahre beim „Tatort“. Ihre Lena Odenthal hat es im Fall „Das Verhör“ mit einem mutmaßlichen Frauenhasser zu tun.

Frankfurt am Main: Im zweiten Krimi 2022 gibt es ein Wiedersehen mit dem früheren Leipzig-„Tatort“-Star Martin Wuttke (Ex-Mann von Schauspielerin Margarita Broich alias Anna Janneke). Er mimt in der Episode „Leben, Tod, Ekstase“ (vorheriger Arbeitstitel „Erkenne dich selbst“) einen umstrittenen Psychoanalytiker. In einer seiner sogenannten Psycholyse-Sitzungen mit Drogen gab es sieben Tote.

Dresden: Im zweiten sächsischen „Tatort“ des Jahres wird eine Klatschreporterin entführt und später auch Kommissariatsleiter Schnabel (Martin Brambach). Arbeitstitel: „Katz und Maus“.

Ein Jubiläum und Satanskult

Berlin: Nach dem letzten (tödlichen) „Tatort“ mit Meret Beckers Figur Nina Rubin folgt dieses Jahr noch eine Solo-Ermittlung von Robert Karow (Mark Waschke). Der erste Fall mit dem neuen Duo Waschke und Corinna Harfouch soll dann 2023 ausgestrahlt werden.

Göttingen: Nachdem sich an Weihnachten 2021 ein Solo-Krimi mit Maria Furtwängler und Udo Lindenberg als Gast ins Programm schlich, kommt nun – zum 20. Jubiläum von Furtwänglers Ermittlerin Charlotte Lindholm – wieder ein Duo-Film mit Anaïs Schmitz an der Seite (Florence Kasumba). Im Krimi „Die Rache an der Welt“ geht es um die Vergewaltigung und Ermordung einer Studentin. Steckt der von der Presse „der Wikinger“ genannte Serientriebtäter dahinter?

Wien: Im zweiten Austro-„Tatort“ 2022, „Das Tor zur Hölle“, geht es um den Tod eines Priesters, der ein Satans-Amulett bei sich trug.

Krimidinner in München

Zürich: Der zweite Schweizer „Tatort“ kommt voraussichtlich im September und heißt „Risiken mit Nebenwirkungen“. Er handelt vom Tod einer Anwältin, die eine aufstrebende Pharmafirma beriet.

München: Der 90. Fall von Batic und Leitmayr (Ivo Batic und Udo Wachtveitl) heißt „Mord unter Misteln“ und wird ein Weihnachtskrimi. Es gibt ein Krimidinner bei Kollege Kalli: „Ein Opfer, sechs Gäste und jeder oder jede könnte den Mord begangen haben.“

Diese „Tatort“-Teams kommen erst 2023 wieder: Das Bremer Team (Radio Bremen), Borowski aus Kiel (NDR), Falke und Grosz (NDR) sowie die Teams aus Saarbrücken (SR) und Franken (BR) haben ihre Fälle für dieses Jahr schon hinter sich. Auch Dortmund (WDR) ist mit dem ersten Fall nach dem Ausscheiden der Schauspielerin Anna Schudt alias Martina Bönisch erst wieder im kommenden Jahr zu sehen.

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dpa