Tatort
Foto: Petro Domenigg/ARD Degeto/dpa

Amme klingt nach Fürsorge. Sie ist eine Frau, die ein Kind stillt und es behütet. Die Amme in der gleichnamigen Wiener „Tatort“-Folge ist dagegen ein Monster – und ein Mann.

Zwei Morde und zwei vermisste Kinder halten Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Majorin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) in Atem. So sehr, dass Fellner wegen der Anspannung und Erschöpfung kein Auge mehr zutut. Sie ist übel gelaunt. „Es kann niemand was dafür, wenn Du nicht schlafen kannst“, wird sie von Kollege Eisner angeraunzt. Doch sein anfänglich harter Ton wird immer weicher. Am Ende weint Eisner an einem Krankenhausbett.

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Der „Tatort“ aus Wien („Die Amme“, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste) ist diesmal sehr düster. Und die Frage nach dem Täter erübrigt sich für das Publikum. Bald ist klar, dass der zwielichtige und doppelgesichtige Janko (Max Mayer) zwei Gelegenheitsprostituierte erstochen und ihre kleinen Söhne entführt hat. In Frauenkleidern mordet er, in Frauenkleidern versucht der drogensüchtige Psychopath eine Art Mutter für die ans Bett geketteten Kinder zu sein. Die etwa zehnjährigen Jungen erleben einen Alptraum. Ihr Leben scheint in Gefahr. Zumindest gehen Eisner und Fellner davon aus, dass ihre Ermittlungen ein Rennen gegen die Zeit sind.

Den Trailer gibt es hier:

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„Tatort“ aus Wien: Christina Scherrer als neue Assistentin Meret Schande

Unterstützung bekommen die beiden diesmal von einer neuen Assistentin. Meret Schande (Christina Scherrer) ersetzt Manfred Schimpf alias Thomas Stipsits. Die Yoga-begeisterte Schauspielerin gibt eine beflissene Kollegin, die auch mit rüder Kritik zurechtkommt. Die etwas schräge, humorige Art von Stipsits sieht ihre Rolle nicht vor.

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Für Krassnitzer ist die Folge bereits der 50. Einsatz als Moritz Eisner. So lange hat sich noch kein Wiener Ermittler gehalten. „Was begonnen hat mit Sturm und Drang sowie einer gewissen Ruppigkeit hat sich zu einer Gesetztheit mit einer etwas ruhigeren und klareren Art entwickelt“, sagt der Schauspieler im ARD-Interview. Zu den kleinen Herausforderungen dieser Produktion zählten die auf dem Dach des Bundeskriminalamts gedrehten Szenen mit seinem Chef Ernst Rauter (Hubert Kramar). Weil Rauchen im Gebäude verboten sei, müsse man dorthin ausweichen. „Was er da in der Hand hält, ist eine Kräuter-Zigarette, die uns immer fürchterlich nervt, weil sie stinkt wie Sau“, so Krassnitzer.

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Die Angst um die Jungen dürfte auch dank der Musik von Markus Kienzl viele fesseln. Sorgfältig wurde darauf geachtet, dass die als Gefängnis dienenden Wohnungen maximale Freudlosigkeit ausstrahlen. Eisner und Fellner kommen dem Täter zwar immer näher, aber einen wirklichen Durchbruch bringen selbst wichtige Hinweise eines überlebenden Opfers nicht. Da muss schließlich die zufällige Beobachtung einer Zeugin helfen. Es kommt zum blutigen Showdown.

Quelle: dpa