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Foto: picture alliance / dpa

Für viele Menschen ist er fester Bestandteil des Wochenendes: der „Tatort“ zum Ausklang am Sonntagabend. Doch wann zeigt „Das Erste“ eigentlich welchen „Tatort“? Und wann und wo laufen Wiederholungen? Wir geben Euch einen Überblick!

Immer wieder sonntags kommt ein neuer „Tatort“ im TV. Millionen Fans freuen sich auf den Krimi zur Prime Time und schalten um 20.15 Uhr ein, wenn die TV-Kommissare auf Verbrecherjagd gehen. Doch nicht nur am Sonntag ist im deutschen TV „Tatort“-Zeit. Nahezu täglich laufen auf den Dritten Programmen Wiederholungen. Da blickt doch keiner durch? Eben! Deshalb schaffen wir für Euch Klarheit im „Tatort“-TV-Dschungel.

Wir zeigen Euch hier, wann Ihr in den kommenden Wochen im TV einen „Tatort“ sehen könnt. Wir haben die Sendungen dabei in zwei Kategorien eingeteilt: die „Tatort“-Premieren am Sonntag im Ersten und die Wiederholungen.

Die „Tatort“-Premieren am Sonntag

  • Sonntag, 1. November:

„Der Welten Lohn“ (Stuttgart), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Richy Müller und Felix Klare geraten in den Kampf zwischen einem Konzernchef und dessen Ex-Mitarbeiter, der als Bauernopfer der Firma jahrelang in den USA wegen Korruption im Gefängnis saß.

Wiederholungen um 21.40 Uhr und 2.15 Uhr auf ONE und am 3. November um 0.55 Uhr in der ARD

  • Sonntag, 8. November:

„Limbus“ (Münster), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Nach einem Abendessen mit seinen engsten Kollegen erleidet Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) auf seinem Weg in den Urlaub einen katastrophalen Autounfall. Hauptkommissar Frank Thiel wittert einen Mordversuch.

Wiederholungen um 21.45 Uhr und 0.55 Uhr auf ONE und am 10. November um 0.40 Uhr in der ARD

>> „Tatort“ in Münster: Letzte Folge mit Nadeshda Krusenstern kommt am 8. November <<

  • Sonntag, 15. November:

„Parasomnia“ (Dresden), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Eine 16-jährige Mordzeugin hat seit dem Unfalltod ihrer Mutter Parasomnie, eine Schlafstörung mit Schlafwandeln. Das neue traumatische Ereignis verstärkt diese Nachtangst. Sie kann sich nicht an den Mord erinnern.

Wiederholungen um 21.45 Uhr und 1.35 Uhr auf ONE und am 17. November um 1.10 Uhr in der ARD

  • Sonntag, 22. November:

„Die Ferien des Monsieur Murot“ (Wiesbaden), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Nach neun anstrengenden Fällen hat sich Inspektor Felix Murot (Ulrich Tukur) seinen Sommerurlaub im Taunus redlich verdient. Doch von Erholung ist keine Spur: Erst begegnet er seinem Doppelgänger und nach einer gemeinsam durchzechten Nacht wird dieser – in seinen Klamotten – ermordet. Murot fängt an, „undercover“ zu ermitteln.

Wiederholungen um 21.45 Uhr und 2.40 Uhr auf ONE und am 24. November um 1.10 Uhr in der ARD

  • Sonntag, 29. November:

„Tatort – In der Familie“ (Jubiläums-Doppelfolge, Teil 1), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Luca Modica (Beniamino Brogi) führt mit seiner Ehefrau Juliane (Antje Traue) eine kleine Pizzeria in Dortmund. Das Restaurant läuft nicht gut, aber regelmäßig kommen Lieferungen, die vor Ort umgeladen werden: Kokain, im Auftrag der ’Ndrangheta. Ihre 17-jährige Tochter Sofia (Emma Preisendanz) weiß nicht, woher das Geld stammt, von dem die Familie lebt.

Mit einer Lieferung taucht plötzlich Pippo Mauro (Emiliano de Martino) auf. Weil er in München einen Mord begangen hat, soll Luca ihm im Auftrag der ‚Ndrangheta Unterschlupf bieten. Pippo bringt Luca auf neue Geschäftsideen und dieser wittert das große Geld. Gleichzeitig drängt Juliane Luca, endlich aus den illegalen Geschäften auszusteigen – und macht gemeinsame Sache mit den Dortmunder [Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon)] und Münchener Ermittler*innen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl)]. Da ahnt noch niemand, welche Folgen dieser Fall für sie haben wird.

Wiederholungen um 21.45 Uhr und 2.25 Uhr auf ONE und am 1. Dezember um 0.40 Uhr in der ARD

  • Sonntag, 6. Dezember 2020:

„Tatort – In der Familie“ (Jubiläums-Doppelfolge, Teil 2), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Sofia Modica ist mit ihrem Vater Luca und Pippo in München untergetaucht. Der italienische Unternehmer Domenico Palladio (Paolo Sassanelli), ein hochrangiges Mitglied der ‚Ndrangheta, missbraucht Luca und Pippo dafür, Drogengeld weißzuwaschen. Die beiden tun es, denn sie sind abhängig von Palladio, der sie nach Kalabrien bringen soll.

Es dauert jedochnicht lang, bis Pippo und Luca einen Fehler machen, durch den die Hauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr wieder auf ihre Spur kommen. Auch Peter Faber hat noch eine Rechnung zu begleichen. Irgendwann kann Sofia den Weunsch, Kontakt zu ihrer Mutter aufzunehmen, nicht mehr unterdrücken, und wird zur Gefahr für Palladio. Ein Wettlauf um ihr Leben beginnt.

Wiederholungen um 21.45 Uhr und 3.35 Uhr auf ONE und am 1. Dezember um 0.40 Uhr in der ARD

>> Tatort-Kommissare: Die aktuellen Ermittlerteams der Krimi-Reihe der ARD <<

Die „Tatort“-Wiederholungen

  • Donnerstag, 29. Oktober:

„Amour fou“ (Berlin), 20.15 Uhr (WDR)

  • Freitag, 30. Oktober:

„Borowski und das Haus der Geister“ (Wien), 22.15 Uhr (ARD)

„Borowski und das Haus der Geister“ (Wien), 23.55 Uhr (ONE)

  • Sonntag, 1. November:

„Der Welten Lohn“ (Stuttgart), 21.40 Uhr (ONE)

 

>> Stuttgart ist sein Revier, der Motorsport seine Leidenschaft – das ist Tatort-Kommissar Richy Müller <<

 

  • Montag, 2. November:

„Der Welten Lohn“ (Stuttgart), 2.15 Uhr (ONE)

„Kalte Wut“ (Bremen), 21.45 Uhr (WDR)

„Der Mann aus Zimmer 22“ (Essen), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 3. November:

„Der Welten Lohn“ (Stuttgart), 0.55 Uhr (ARD)

„Sag nichts“ (Münster), 22.15 Uhr (WDR)

„Kalte Wut“ (Bremen), 22.30 Uhr (HR)

„Das Haus im Wald“ (Duisburg), 23.40 (WDR)

  • Mittwoch, 4. November:

„Die Pfalz von oben“ (Ludwigshafen), 22.00 Uhr (SWR)

„Tod aus der Vergangenheit“ (Dresden), 22.10 Uhr (MDR)

„Die Geschichte des Häckslers – Ein Tatort und seine Folgen“ (Ludwigshafen), 23.30 Uhr (SWR)

  • Donnerstag, 5. November:

„Gott ist auch nur ein Mensch“ (Münster), 20.15 Uhr (WDR)

  • Freitag, 6. November:

„Tödliche Souvenirs“ (Wien), 22.15 Uhr (ARD)

  • Samstag, 7. November:

„Ruhe sanft“ (Münster), 20.15 Uhr (NDR)

  • Sonntag, 8. November:

„Limbus“ (Münster), 21.45 Uhr (ONE)

 

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  • Montag, 9. November:

„Limbus“ (Münster), 0.55 Uhr (ONE)

„Er wird töten“ (Bremen), 21.45 Uhr (HR)

„Tod eines Einbrechers“ (Baden-Baden), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 10. November:

„Limbus“ (Münster), 0.40 Uhr (ARD)

„Bildersturm“ (Köln), 22.15 Uhr (WDR)

„Er wird töten“ (Bremen), 22.30 Uhr (HR)

„Schwarzes Wochenende“ (Duisburg), 23.40 Uhr (WDR)

  • Mittwoch, 11. November:

„Bienzle und die blinde Wut“ (Stuttgart), 22.00 Uhr (SWR)

  • Donnerstag, 12. November:

„Scheinwelten“ (Köln), 20.15 Uhr (WDR)

  • Freitag, 13. November:

„Drei Affen“ (Köln), 22.15 Uhr (ARD)

  • Samstag, 14. November:

„Verrat“ (Köln), 20.15 Uhr (WDR)

  • Sonntag, 15. November:

„Verrat“ (Köln), 0.55 Uhr (WDR)

„Parasomnia“ (Dresden), 21.45 Uhr (ONE)

 

>> 50 Fakten über den „Tatort“, die Ihr noch nicht kanntet <<

 

  • Montag, 16. November:

„Parasomnia“ (Dresden), 1.35 Uhr (ONE)

„Adams Alptraum“ (Saarbrücken), 21.45 Uhr (HR)

„rot..rot..rot“ (Stuttgart), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 17. November:

„Parasomnia“ (Dresden), 1.10 Uhr (ARD)

„Mörderspiele“ (Münster), 22.15 Uhr (WDR)

„Adams Alptraum“ (Saarbrücken), 22.30 Uhr (HR)

„Rechnung mit einer Unbekannten“ (Essen), 23.45 Uhr (WDR)

  • Mittwoch, 18. November:

„Die Fette Hoppe“ (Weimar), 22.10 Uhr (MDR)

  • Freitag, 20. November:

„Tod im All“ (Ludwigshafen), 22.15 Uhr (ARD)

  • Sonntag, 22. November:

„Die Ferien des Monsieur Murot“ (Wiesbaden), 21.45 Uhr (ONE)

 

>> Kriminalbeamter verrät, was er am „Tatort“ unrealistisch findet <<

 

  • Montag, 23. November:

„Die Ferien des Monsieur Murot“ (Wiesbaden), 2.40 Uhr (ONE)

„Wo ist Max Gravert?“ (Frankfurt), 21.45 Uhr (HR)

„Kuscheltiere“ (Duisburg), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 24. November:

„Die Ferien des Monsieur Murot“ (Wiesbaden), 1.10 Uhr (ARD)

„Streng geheimer Auftrag“ (Köln), 22.15 Uhr (WDR)

„Lass den Mond am Himmel stehn“ (München), 22.15 Uhr (3sat)

„Wo ist Max Gravert?“ (Frankfurt), 22.30 Uhr (HR)

„Die schwarzen Bilder“ (Düsseldorf), 23.45 Uhr (WDR)

  • Mittwoch, 25. November

„Auf einen Schlag“ (Dresden), 22.10 Uhr (MDR)

  • Freitag, 27. November:

„Einmal täglich“ (München), 22.15 Uhr (ARD)

  • Samstag, 28. November:

„Zwei Flugkarten nach Rio“ (Frankfurt), 21.40 Uhr (HR)

„Monster“ (Dortmund), 21.45 Uhr (WDR)

„Acht, neun – aus“ (Frankfurt), 23.10 Uhr (HR)

  • Sonntag, 29. November:

„Oskar“ (Frankfurt), 0.40 Uhr (HR)

„Weil sie böse sind“ (Frankfurt), 2.10 Uhr (HR)

„Monster“ (Dortmund), 2.15 Uhr (WDR)

„Tatort – In der Familie (Teil 1)“ (Dortmund/München), 21.45 Uhr (ONE)

 

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  • Montag, 30. November:

„Tatort – In der Familie (Teil 1)“ (Dortmund/München), 2.25 Uhr (ONE)

„Der Hammer“ (Münster), 20.15 Uhr (MDR)

„Scheinwelten“ (Köln), 21.45 Uhr (HR)

„Der Schläfer“ (Hamburg), 22.15 Uhr (RBB)

 

>> Meret Becker über „Tatort“-Ausstieg: „Eigentlich dusselig“ <<

 

  • Dienstag, 1. Dezember:

„Tatort – In der Familie (Teil 1)“ (Dortmund/München), 0.40 Uhr (ARD)

„Die Wahrheit“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Eine Leiche zu viel“ (Münster), 22.15 Uhr (WDR)

„Scheinwelten“ (Köln), 22.30 Uhr (HR)

„Schussfahrt“ (Essen), 23.40 Uhr (WDR)

  • Mittwoch, 2. Dezember:

„Tödlicher Galopp“ (Leipzig), 22.10 Uhr (MDR)

  • Samstag, 5. Dezember:

„Duisburg-Ruhrort“ (Duisburg), 21.40 Uhr (WDR)

  • Sonntag, 6. Dezember:

„Duisburg-Ruhrort“ (Duisburg), 2.20 Uhr (WDR)

„Tatort – In der Familie (Teil 2)“ (Dortmund/München), 21.45 Uhr (ONE)

  • Montag, 7. Dezember:

„Tatort – In der Familie (Teil 2)“ (Dortmund/München), 3.35 Uhr (ONE)

  • Dienstag, 8. Dezember:

„Tatort – In der Familie (Teil 2)“ (Dortmund/München), 0.40 Uhr (ARD)

„Restrisiko“ (Köln), 22.15 Uhr (WDR)

„Klingeling“ (München), 22.30 Uhr (HR)

„Tod eines Auktionators“ (Düsseldorf), 23.45 Uhr (WDR)

  • Mittwoch, 9. Dezember:

„Blutgeld“ (Stuttgart), 22.00 Uhr (SWR)

„Der scheidende Schupo“ (Weimar), 22.10 Uhr (MDR)

  • Donnerstag, 10. Dezember:

„Blutgeld“, 2.35 Uhr (SWR)

  • Freitag, 11. Dezember:

„Das Monster von Kassel“ (Frankfurt), 22.15 Uhr (ARD)

 

Der „Tatort“ wird 50 Jahre alt

Fünf Kanzler, zehn Bundespräsidenten, Mauerfall, Flüchtlingskrise, Corona – der „Tatort“ hat schon viel erlebt. Die beliebteste Fernsehreihe im deutschsprachigen Raum wird Ende November 50 Jahre alt. Meistens schalten um die neun Millionen Menschen die Krimis im Ersten ein – je nach Team und Sonntag. Mit ihrer föderalen Struktur und gelegentlichen Trägheit sind die TV-Filme ein Abbild Deutschlands – Seelenspiegel und Seismograph der Gesellschaft.

Schon in der Entwicklungsphase des ARD-Formats legte der 2018 gestorbene Erfinder Gunther Witte vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) die Kriterien fest, die alle „Tatorte“ bis heute prägen sollten: „Das Erste ist einfach: Regionalität. Das Zweite ist, dass der Kommissar die Hauptrolle spielt. Und das Dritte, dass der ‚Tatort‘ die Geschichte der Bundesrepublik spiegeln muss.“

Liane Jessen, viele Jahre Fernsehspiel-Chefin beim Hessischen Rundfunk (HR), gab mal eine Art „Tatort“-Rezept von Witte kund: Keine Kunstkino-Storys, keine komplizierten Vorschauen und Rückblenden, in den ersten Minuten ein Toter oder eine Tote und dann die Ermittlung: Wer war es – und warum? Gerade beim HR hat man dieses Rezept aber gerne variiert, je nach Blickwinkel versüßt oder versalzen: Man denke an die experimentellen Filme mit Ulrich Tukur seit 2010.

>> 50 Jahre „Tatort“ – Kommissare aus Dortmund und München ermitteln gemeinsam <<

Der Aspekt deutsche Geschichte spielte schon in der ersten Folge vom 29. November 1970 eine Rolle: In „Taxi nach Leipzig“ ermittelte der Hamburger Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter) an der Transitautobahn durch die DDR. In der Zwischenzeit ist praktisch jedes Thema aufgegriffen worden, das in der BRD gesellschaftlich relevant war: Rassismus, Gewalt gegen Obdachlose, Drogen, Bestechung, Sextourismus, Terrorismus, Homophobie im Fußball.

Immer wieder auch Kritik am „Tatort“

Beliebter als der „Tatort“ selbst scheint in Deutschland manchmal nur das „Tatort“-Klischee zu sein. Die Krimis seien zu behäbig und erzählten bloß Gutmenschengedöns, heißt es dann polemisch. TV-Entertainer Thomas Gottschalk schrieb 2013 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, es nerve ihn, „wenn im ‚Tatort‘ diese sorgendurchfurchten Kommissarinnen bei ihren sozialpädagogisch korrekten Ermittlungen sensible Dinge sagen wie ‚Lieben Dank Ihnen'“.

Kritik dieser Art kommt sogar aus den eigenen Reihen. Schauspieler Udo Wachtveitl – seit 1991 Hauptkommissar Franz Leitmayr in München – gab kürzlich der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Protokoll: „Der Unterprivilegierte ist mit öder Regelmäßigkeit der bessere Mensch. Neulich hat mich ein Freund gefragt: Wie viele moralisch gute Charaktere gibt es eigentlich im ‚Tatort‘, die reich waren? Gute Frage.“ Wachtveitl glaubt, es gebe bei den Sendern viel 68er-Kitsch in den entsprechenden Positionen. „Bei denen darf der hart arbeitende Ausländer unter den drei Verdächtigen sicher nicht der Täter sein.“

>> Tatort: Das Programm der Ermittler bis Ende 2020 <<

In den 70er Jahren waren die „Tatorte“ ein Krimi-Mischmasch und meist recht bieder. Die ermittelnden Kommissare waren bürgerliche Männer mit Anzug und Krawatte – in 20 Fällen zum Beispiel der strenge Hauptkommissar Heinz Haferkamp in Essen (Hansjörg Felmy).

Den Aufbruch gab es dann ab 1981 ebenfalls im Ruhrgebiet: In Duisburg hielt mit Kommissar Horst Schimanski (Götz George) das pralle Leben mit Frauengeschichten und Alltagssprache („Scheiße!“) Einzug.

Wandel in den 90er Jahren

Die 90er Jahre waren fernsehgeschichtlich keine leichte Zeit für den „Tatort“. Die Konkurrenz wurde größer, das Privatfernsehen punktete beim Publikum. Der zum 25. Geburtstag 1995 gedrehte München-Krimi „Frau Bu lacht“ von Dominik Graf gilt dennoch als Meilenstein in Sachen Weiterentwicklung des Formats. In dem intelligenten Thriller geht es um die Ausbeutung thailändischer Frauen und Kindesmissbrauch.

Erste Ermittlerin, also Frau mit dem Label „Tatort-Kommissarin“, war ab 1978 Nicole Heesters. Sie spielte in drei Filmen die Mainzer Oberkommissarin Marianne Buchmüller. Die dienstälteste Ermittlerfigur ist auch eine Frau: Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts. Sie ist seit 1989, also seit 31 Jahren, in Ludwigshafen im Einsatz. Erst ab etwa 2001 gab es dann immer mehr Frauen und „Tatort“-Stars wie Sabine Postel, Eva Mattes und Maria Furtwängler. Heute sind von 46 abgebildeten Ermittlerfiguren auf der „Tatort“-Website 21 weiblich.

In den vergangenen 20 Jahren verstärkte sich der Trend zur Provinzialisierung. Es ging nicht mehr nur um Krimis aus Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt, Köln und Berlin. Heute wird auch in Göttingen, Weimar und im Schwarzwald ermittelt. Die Klamauk-Krimis aus dem beschaulichen Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind heute die mit Abstand populärsten „Tatorte“.

Seinen Status als letztes TV-Lagerfeuer der Nation – inklusive Gucken in der Kneipe und Twitter-Debatten – fand der „Tatort“ seit dem Jahr 2012. Für Millionen Deutsche, Österreicher und Schweizer ist er trotz gelegentlicher Bräsigkeit ein Ritual und Wochenend-Höhepunkt.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)