„Tatort“ am Sonntag: Das passiert in „Wunder gibt es immer wieder“ aus München

Nonnen im Verhör: Im neuen Münchner "Tatort" geschieht ein kaltblütiger Giftmord an einem Wirtschaftsprüfer. Zuletzt war der Mann in einem Kloster tätig gewesen. Die TV-Kommissare ermitteln und stoßen in "Wunder gibt es immer wieder" auf ein weltliches Problem an einem geistlichen Ort.
Tatort: Wunder gibt es immer wieder
Ivo Batic (Miroslav Nemec, links) und Franz Leitmayr (Udo Wachveitl) verhören Schwester Antonia (Maresi Riegner) in einer Szene aus „Tatort: Wunder gibt es immer wieder“. Foto: Hendrik Heiden/BR/Roxy Film GmbH/dpa

Dass Klöster schließen müssen, ist seit Jahren zu beobachten. „Wir sind seit Ende der 1960er Jahre mit einem massiven Sinken der Zahlen der Ordensfrauen und -männer in Deutschland konfrontiert“, heißt es von der der Deutschen Ordensobernkonferenz. Der neue Münchner „Tatort“ mit dem Titel „Wunder gibt es immer wieder“ widmet sich dem Klostersterben. Zu sehen ist der Film mit Gaststar Corinna Harfouch am Sonntag (19. Dezember) um 20.15 Uhr im Ersten.

In einem Zug am Münchner Hauptbahnhof wird ein Wirtschaftsprüfer tot entdeckt. Die Ermittlungen führen die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in ein Kloster am Rande der Alpen. Die Nonnen dort hüten manches dunkle Geheimnis. Unter ihnen lebt auch Schwester Barbara, gekonnt gespielt von Corinna Harfouch, die ihre Rolle ziemlich distanziert und unterkühlt anlegt.

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Blutige Tränen, Geheimnisse und ein Toter: Münchner „Tatort“ im Kloster

Regisseurin Maris Pfeiffer hat einen durchgängig logischen Krimi im malerischen Voralpenland inszeniert. Die beiden routinierten Kommissare ermitteln, doch auch zwei mysteriös anmutende Herren aus dem Vatikan scheinen sich sehr für das Leben hinter den Klostermauern zu interessieren. Diese Mauern sind so dick, dass Batic und Leitmayr während ihrer Ermittlungen schon mal auf hohe Leitern klettern müssen, um am Telefon Empfang zur Außenwelt zu bekommen.

Im Laufe des Falls tun sich immer mehr Fragezeichen statt Erklärungen auf. Was ist mit Schwester Johanna, die spurlos verschwunden ist? Und warum bekommt der Wirtschaftsprüfer vom Hausmeister eine enorme Summe an Bargeld und obendrein eine Tracht Prügel und stirbt bald darauf? Im Kloster scheint nichts so zu sein, wie man es sich vorstellt.

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„Es sollte ein leichter Sommerfilm werden. Doch bei der Recherche fiel uns auf, dass unsere Vorstellung vom Klosterleben wenig mit der Realität zu tun hatte“, erklärt Regisseurin Maris Pfeiffer, die auch für das ZDF an der Krimireihe „Schuld“ von Ferdinand von Schirach beteiligt war. „Wir hatten uns Nonnen als respektable, gläubige, aber von dem, was wir als Leben verstehen, zurückgezogene Frauen vorgestellt. Und trafen weltoffene, reflektierte und total im Leben stehende Frauen, die sich nach langer Prüfung für ein Leben in einer Ordensgemeinschaft entschieden hatten.“

Dieses Spannungsfeld zwischen Vorstellung und Realität ist im Film spürbar. Albern die Kommissare zu Beginn noch viel herum und verlieren sich teils in gestelzt komischen Dialogen, kippt der Film nach und nach in eine düstere Welt voller Geheimnisse. Eine neue Dimension tut sich auf, als die Kommissare auf eine Madonna stoßen, die angeblich Blut weinen soll. Ein Mysterium, das den Vatikan auf den Plan ruft. Bewahrt die Holzfigur das Kloster vor der Schließung?

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dpa