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Foto: picture alliance / dpa

Für viele Menschen ist er fester Bestandteil des Wochenendes: der „Tatort“ zum Ausklang am Sonntagabend. Doch wann zeigt „Das Erste“ eigentlich welchen „Tatort“? Und wann und wo laufen Wiederholungen? Wir geben euch einen Überblick!

Immer wieder sonntags kommt ein neuer „Tatort“ im TV. Millionen Fans freuen sich auf den Krimi zur Prime Time und schalten um 20.15 Uhr ein, wenn die TV-Kommissare auf Verbrecherjagd gehen. Doch nicht nur am Sonntag ist im deutschen TV „Tatort“-Zeit. Nahezu täglich laufen auf den Dritten Programmen Wiederholungen. Da blickt doch keiner durch? Eben! Deshalb schaffen wir für euch Klarheit im „Tatort“-TV-Dschungel.

Wir zeigen euch hier, wann Ihr in den kommenden Wochen im TV einen „Tatort“ sehen könnt. Wir haben die Sendungen dabei in zwei Kategorien eingeteilt: die „Tatort“-Premieren am Sonntag im Ersten und die Wiederholungen.

Die „Tatort“-Premieren im Ersten

  • Sonntag, 18. April: 

„Macht der Familie“ (Hamburg), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Die Bundespolizei ermittelt gegen russische Waffenhändler, die sich als angebliche Hersteller von Landmaschinen eine perfekte Unternehmer-Fassade aufgebaut haben. Julia Grosz, gerade zur Hauptkommissarin befördert, leitet den Einsatz. Als der verdeckte Ermittler kurz vor der Aufdeckung der mafiösen Strukturen im Einsatz ums Leben kommt, scheint die ganze Aktion gescheitert.

Aber der Waffenhändler Timofejew hat eine Nichte, Marija, die beim LKA arbeitet und sich schon vor Jahren von ihrer Familie distanziert hat. Um das komplette Scheitern der Aktion zu verhindern, versucht Grosz, Marija gegen ihre eigene Familie in Stellung zu bringen. Falke, der mal Marijas Vorgesetzter beim LKA war, ist nicht begeistert. Die Sache scheint zu gefährlich und nicht kontrollierbar. Aber Marija geht auf den Vorschlag von Grosz ein und beginnt ein doppeltes Spiel um Leben und Tod.

Wiederholungen um 21.45 Uhr auf ONE sowie am 20. April um 0.40 Uhr in der ARD

>> „Tatort“ am Sonntag: Das passiert in „Macht der Familie“ aus Hamburg <<

  • Sonntag, 25. April: 

„Was wir erben“ (Schwarzwald), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Der verdächtige Treppensturz der 78 Jahre alten Fabrikantenwitwe Elisabeth Klingler ruft die Kommissare Franziska Tobler und Friedemann Berg auf den Plan. Gerade hatte Klingler ihrer Tochter, ihrem Sohn, der Enkelin samt dem Notar eine Testamentsänderung verkündet: Die Familienvilla solle nach ihrem Tod an ihre Betreuerin Elena Zelenko gehen. Ein Schock für ihre Kinder, die mit vehementer Empörung reagieren.

Erst als ihre Mutter schon im Sterben liegt, erfahren Gesine und Richard, dass Elisabeth Klingler und Elena Zelenko heimlich geheiratet hatten. Anders als ihre Nichte Toni wollen sie diese Tatsache nicht akzeptieren. Zumal es jetzt um mehr als nur die Villa geht. Hin- und hergerissen zwischen Trauer, dem Gefühl des Zurückgewiesenseins und der Angst vor den finanziellen Auswirkungen präsentieren die düpierten Erben den Kommissaren diverse Hinweise auf die Verstrickung Zelenkos. Aber: Die Klinglers und Elena Zelenko hatten eine gemeinsame Vergangenheit, deren Schatten Elisabeth Klingler belasteten.

Wiederholungen um 21.45 Uhr auf ONE sowie am 27. April um 0.40 Uhr in der ARD

  • Sonntag, 2. Mai: 

„Rhythm and Love“ (Münster), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Inhalt wird noch ergänzt

Wiederholungen um 21.45 Uhr auf ONE sowie am 4. Mai um 0.40 Uhr in der ARD

  • Sonntag, 9. Mai: 

„Verschwörung“ (Wien), 20.15 Uhr (Premiere in der ARD)

Inhalt wird noch ergänzt

Wiederholungen um 21.45 Uhr und 1.35 Uhr auf ONE sowie am 11. Mai um 1.15 Uhr in der ARD

>> Tatort-Kommissare: Die aktuellen Ermittlerteams der Krimi-Reihe der ARD <<

Die „Tatort“-Wiederholungen

  • Samstag, 17. April:

„Limbus“ (Münster), 20.15 Uhr (WDR)

>> Münster-Tatort: Diesen Rekord haben Thiel und Boerne mit „Limbus“ aufgestellt <<
  • Sonntag, 18. April:

„Limbus“ (Münster), 2.15 Uhr (WDR)

„Macht der Familie“ (Hamburg), 21.45 Uhr (ONE)

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  • Montag, 19. April:

„Herz aus Eis“ (Konstanz), 21.45 Uhr (HR)

„Die Geschichte vom bösen Friederich“ (Frankfurt), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 20. April:

„Macht der Familie“ (Hamburg), 0.40 Uhr (ARD)

„Der Frauenflüsterer“ (Münster), 20.15 Uhr (BR)

„Herz aus Eis“ (Konstanz), 22.30 Uhr (HR)

>> „Tatort“ am Sonntag: Das passiert in „Macht der Familie“ aus Hamburg <<

  • Mittwoch, 21. April:

„HAL“ (Stuttgart), 22 Uhr (SWR)

„Todesschütze“ (Leipzig), 22.10 Uhr (MDR)

„HAL“ (Stuttgart), 2.20 Uhr (SWR)

  • Donnerstag, 22. April:

„Borowski und das verlorene Mädchen“ (Kiel), 20.15 Uhr (WDR)

>> 50 Jahre „Tatort“: Ist es heute noch was Besonderes, Ermittler der Serie zu sein? <<

  • Freitag, 23. April:

„Das verschwundene Kind“ (Göttingen), 22.15 Uhr (ARD)

  • Samstag, 24. April:

„Kurzschluss“ (Kiel), 23.15 Uhr (NDR)

  • Sonntag, 25. April:

„Was wir erben“ (Schwarzwald), 21.45 Uhr (ONE)

  • Montag, 26. April:

„Das Dorf“ (Wiesbaden), 21.45 Uhr (HR)

„Schattenlos“ (Köln), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 27. April:

„Was wir erben“ (Schwarzwald), 0.40 Uhr (ARD)

„Aus der Tiefe der Zeit“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Bausünden“ (Köln), 22 Uhr (NDR)

„Das Dorf“ (Wiesbaden), 22.30 Uhr (HR)

  • Mittwoch, 28. April:

„Bausünden“ (Köln), 1.30 Uhr (NDR)

„Nachbarn“ (Köln), 22 Uhr (SWR)

  • Donnerstag, 29. April

„Zorn Gottes“ (Hamburg), 20.15 Uhr (WDR)

  • Sonntag, 2. Mai:

„Rhythm and Love“ (Münster), 21.45 Uhr (ONE)

  • Montag, 3. Mai:

„Spargelzeit“ (Münster), 20.15 Uhr (MDR)

„Auf der Sonnenseite“ (Hamburg), 21.45 Uhr (HR)

„Der tote Chinese“ (Frankfurt), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 4. Mai:

„Rhythm and Love“ (Münster), 0.40 Uhr (ARD)

„Der Finger“ (München), 20.15 Uhr (BR)

„Hochzeitsnacht“ (Bremen), 22 Uhr (NDR)

„Auf der Sonnenseite“ (Hamburg), 22.30 Uhr (HR)

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  • Mittwoch, 5. Mai:

„Hochzeitsnacht“ (Bremen), 1.05 Uhr (NDR)

„Verhängnisvolle Begierde“ (Leipzig), 22.10 Uhr (MDR)

  • Freitag, 7. Mai:

„Verfolgt“ (Luzern), 22.15 Uhr (ARD)

  • Samstag, 8. Mai:

„Weil sie böse sind“ (Frankfurt), 21.40 Uhr (WDR)

„Himmelfahrt“ (Kiel), 23.15 Uhr (NDR)

>> 50 Fakten über den „Tatort“, die ihr noch nicht wusstet <<

  • Sonntag, 9. Mai:

„Ulrike Folkerts – die Frau hinter Lena Odenthal“ (Spezial), 9.00 Uhr (SWR)

„Verschwörung“ (Wien), 21.45 Uhr (ONE)

  • Montag, 10. Mai:

„Verschwörung“ (Wien), 1.35 Uhr (ONE)

„Der Tote im Nachtzug“ (Frankfurt), 21.45 Uhr (HR)

„Vermisst“ (Ludwigshafen), 22.15 Uhr (RBB)

  • Dienstag, 11. Mai:

„Verschwörung“ (Wien), 1.15 Uhr (ARD)

„Das Recht, sich zu sorgen“ (Nürnberg), 20.15 Uhr (BR)

„Der Tote im Nachtzug“ (Frankfurt), 22.30 Uhr (HR)

Der „Tatort“ ist 50 Jahre alt

Fünf Kanzler, zehn Bundespräsidenten, Mauerfall, Flüchtlingskrise, Corona – der „Tatort“ hat schon viel erlebt. Die beliebteste Fernsehreihe im deutschsprachigen Raum wird Ende November 50 Jahre alt. Meistens schalten um die neun Millionen Menschen die Krimis im Ersten ein – je nach Team und Sonntag. Mit ihrer föderalen Struktur und gelegentlichen Trägheit sind die TV-Filme ein Abbild Deutschlands – Seelenspiegel und Seismograph der Gesellschaft.

Schon in der Entwicklungsphase des ARD-Formats legte der 2018 gestorbene Erfinder Gunther Witte vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) die Kriterien fest, die alle „Tatorte“ bis heute prägen sollten: „Das Erste ist einfach: Regionalität. Das Zweite ist, dass der Kommissar die Hauptrolle spielt. Und das Dritte, dass der ‚Tatort‘ die Geschichte der Bundesrepublik spiegeln muss.“

Liane Jessen, viele Jahre Fernsehspiel-Chefin beim Hessischen Rundfunk (HR), gab mal eine Art „Tatort“-Rezept von Witte kund: Keine Kunstkino-Storys, keine komplizierten Vorschauen und Rückblenden, in den ersten Minuten ein Toter oder eine Tote und dann die Ermittlung: Wer war es – und warum? Gerade beim HR hat man dieses Rezept aber gerne variiert, je nach Blickwinkel versüßt oder versalzen: Man denke an die experimentellen Filme mit Ulrich Tukur seit 2010.

Der Aspekt deutsche Geschichte spielte schon in der ersten Folge vom 29. November 1970 eine Rolle: In „Taxi nach Leipzig“ ermittelte der Hamburger Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter) an der Transitautobahn durch die DDR. In der Zwischenzeit ist praktisch jedes Thema aufgegriffen worden, das in der BRD gesellschaftlich relevant war: Rassismus, Gewalt gegen Obdachlose, Drogen, Bestechung, Sextourismus, Terrorismus, Homophobie im Fußball.

Immer wieder auch Kritik am „Tatort“

Beliebter als der „Tatort“ selbst scheint in Deutschland manchmal nur das „Tatort“-Klischee zu sein. Die Krimis seien zu behäbig und erzählten bloß Gutmenschengedöns, heißt es dann polemisch. TV-Entertainer Thomas Gottschalk schrieb 2013 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, es nerve ihn, „wenn im ‚Tatort‘ diese sorgendurchfurchten Kommissarinnen bei ihren sozialpädagogisch korrekten Ermittlungen sensible Dinge sagen wie ‚Lieben Dank Ihnen'“.

Kritik dieser Art kommt sogar aus den eigenen Reihen. Schauspieler Udo Wachtveitl – seit 1991 Hauptkommissar Franz Leitmayr in München – gab kürzlich der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Protokoll: „Der Unterprivilegierte ist mit öder Regelmäßigkeit der bessere Mensch. Neulich hat mich ein Freund gefragt: Wie viele moralisch gute Charaktere gibt es eigentlich im ‚Tatort‘, die reich waren? Gute Frage.“ Wachtveitl glaubt, es gebe bei den Sendern viel 68er-Kitsch in den entsprechenden Positionen. „Bei denen darf der hart arbeitende Ausländer unter den drei Verdächtigen sicher nicht der Täter sein.“

>> „Tatort“: Die Zuschauerzahlen sind auch 2020 gestiegen <<

In den 70er Jahren waren die „Tatorte“ ein Krimi-Mischmasch und meist recht bieder. Die ermittelnden Kommissare waren bürgerliche Männer mit Anzug und Krawatte – in 20 Fällen zum Beispiel der strenge Hauptkommissar Heinz Haferkamp in Essen (Hansjörg Felmy).

Den Aufbruch gab es dann ab 1981 ebenfalls im Ruhrgebiet: In Duisburg hielt mit Kommissar Horst Schimanski (Götz George) das pralle Leben mit Frauengeschichten und Alltagssprache („Scheiße!“) Einzug.

Wandel in den 90er Jahren

Die 90er Jahre waren fernsehgeschichtlich keine leichte Zeit für den „Tatort“. Die Konkurrenz wurde größer, das Privatfernsehen punktete beim Publikum. Der zum 25. Geburtstag 1995 gedrehte München-Krimi „Frau Bu lacht“ von Dominik Graf gilt dennoch als Meilenstein in Sachen Weiterentwicklung des Formats. In dem intelligenten Thriller geht es um die Ausbeutung thailändischer Frauen und Kindesmissbrauch.

Erste Ermittlerin, also Frau mit dem Label „Tatort-Kommissarin“, war ab 1978 Nicole Heesters. Sie spielte in drei Filmen die Mainzer Oberkommissarin Marianne Buchmüller. Die dienstälteste Ermittlerfigur ist auch eine Frau: Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts. Sie ist seit 1989, also seit 31 Jahren, in Ludwigshafen im Einsatz. Erst ab etwa 2001 gab es dann immer mehr Frauen und „Tatort“-Stars wie Sabine Postel, Eva Mattes und Maria Furtwängler. Heute sind von 46 abgebildeten Ermittlerfiguren auf der „Tatort“-Website 21 weiblich.

In den vergangenen 20 Jahren verstärkte sich der Trend zur Provinzialisierung. Es ging nicht mehr nur um Krimis aus Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt, Köln und Berlin. Heute wird auch in Göttingen, Weimar und im Schwarzwald ermittelt. Die Klamauk-Krimis aus dem beschaulichen Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind heute die mit Abstand populärsten „Tatorte“.

Seinen Status als letztes TV-Lagerfeuer der Nation – inklusive Gucken in der Kneipe und Twitter-Debatten – fand der „Tatort“ seit dem Jahr 2012. Für Millionen Deutsche, Österreicher und Schweizer ist er trotz gelegentlicher Bräsigkeit ein Ritual und Wochenend-Höhepunkt.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)