So kämpfen deutsche TV-Sender gegen Corona-Ausfälle

Die hochansteckende Omikron-Variante hält auch den deutschen Fernsehmarkt auf Trab. Denn sobald eine Person infiziert ist, sind nicht selten ganze Produktionsteams außer Kraft gesetzt.
Jan Hofer bei "RTL Direkt"
Jan Hofer moderiert "RTL direkt". Foto: Markus Nass/RTL/dpa
Jan Hofer bei "RTL Direkt"
Jan Hofer moderiert "RTL direkt". Foto: Markus Nass/RTL/dpa

Deutsche Medienhäuser arbeiten an Strategien, Programmausfälle trotz Corona-Infektionen in Redaktionen und Produktionen zu verhindern.

Von RTL Deutschland hieß es auf dpa-Anfrage: „Einen kurzfristigen Programmausfall befürchten wir derzeit nicht.“ Zugleich gehe man im Showbereich und vor allem bei fiktionalen Produktionen von einem Anstieg neuer Infektionen aus. „Mit entsprechenden Konzepten und Anpassung von Arbeitsabläufen arbeiten wir ständig daran, Infektionen und Quarantänesituationen entsprechend aufzufangen und Produktionsausfälle zu vermeiden.“

Moderator Jan Hofer hat Corona und fällt bei „RTL direkt“ aus

Prominentes Beispiel für eine Corona-Infektion ist der RTL-Fernsehmoderator Jan Hofer, wie am Mittwoch bekannt wurde. Er fällt in der kommenden Woche als Anchorman der Nachrichtensendung „RTL Direkt“ aus. Auch bei anderen Sendern gab es schon Fälle bei Moderationen.

Von der ARD hieß es, dass Redaktionen und Technik alles tun, um unter schwierigen Bedingungen die Programme am Laufen zu halten. „In allen Häusern liegen Notfallpläne in der Schublade, wir sind aber froh, sie noch nicht anwenden zu müssen.“ Es gebe Ausfälle von einzelnen Beiträgen, gegebenenfalls tausche man an der einen oder anderen Stelle eine Moderation, aber die Gesamtprogramme seien weitestgehend intakt.

Der Intendant des Südwestrundfunks, Kai Gniffke, hatte kürzlich in einem Blog mitgeteilt: „Auch bei uns im SWR drohen erhebliche Personalengpässe durch Infektionen und Quarantäne.“ Es könne in den kommenden Wochen sein, dass Havarie-Szenarien Wirklichkeit werden.

„TV Total“-Moderator Sebastian Pufpaff hatte Corona – Elton als Ersatz

Das ZDF teilte vor Tagen auf Anfrage mit, dass durch rechtzeitig ergriffene Maßnahmen derzeit sämtliche Programmvorhaben umgesetzt werden können. Zugleich steigen demnach die Fallzahlen im Sender und es kommt in Teilen zu personellen Engpässen. „Daher ist nicht auszuschließen, dass es vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in den kommenden Wochen zu Einschränkungen im Sendebetrieb kommen kann.“ Um dies zu vermeiden, greife das ZDF bei Bedarf auf Havariepläne zurück.

Von der Entertainment-Sparte bei ProSiebenSat.1 hieß es vor Tagen, dass zur Vorsicht mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter am Standort Unterföhring bei München im Homeoffice seien. Für alle Show- und Film-Produktionen gebe es individuelle Hygienekonzepte. Trotzdem könne es passieren, dass man eine Produktion unterbrechen müsse, weil zu viele Mitarbeiter in Quarantäne oder krank seien. Zuletzt hatte es mit dem Moderator Elton einen Ersatz für Sebastian Pufpaff in der Sendung „TV Total“ gegeben. Moderator Pufpaff hatte sich mit Corona infiziert.

Mehr News zum Thema: 

dpa