Foto: Sat.1/dpa

Am Montag ist die zweite Staffel von „Promis unter Palmen“ auf Sat.1 gestartet – und hat gleich einen handfesten Skandal geliefert. Im Mittelpunkt: Marcus Prinz von Anhalt und Katy Bähm.

Was mit einigen Drinks nach dem Einzug in die thailändische Villa bei Kennenlernen beginnt, gipfelt am Abend in einer Szene, in der der betrunkene Marcus Prinz von Anhalt die Dragqueen Katy Bähm bis aufs Äußerste homophob beleidigt. Schwule seien keine normalen Menschen, erklärt er und es sei „ekelig“, wenn zwei Männer sich küssen. Auch das Wort „Schwuchtel“ fällt. Je mehr Bähm, die eigentlich Burak Bildik heißt, sich verbal zu wehren versucht, desto aggressiver wird der 54-Jährige, dessen Kopf seine Farbe zunehmend in noch dunkleres Rot ändert.

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Während die meisten der „PuP“-Kandidaten mehr oder weniger schweigend danebensitzen, ist es ausgerechnet Willi Herren, der entschieden eingreift. Willi Herren als Stimme der Vernunft, das muss man sich erst einmal vorstellen. „Das sagst du nicht, das hast du nicht zu sagen – bei allem Respekt“, erhebt er seine Stimme gegen den Prinzen und erklärt den anderen später: „Sowas darf man nicht totschweigen.“ Zu diesem Zeitpunkt hat von Anhalt den Ort des Geschehens bereits verlassen und „Ich bin nicht kompatibel für die Welt“ vor sich hin gesagt.

Dass das stimmt, beweist er am nächsten Morgen eindrucksvoll, als er sich zwar bei Bähm entschuldigt, trotz mehrerer äußerst freundlich und bedacht ausgedrückten Hinweisen von Bähm aber nicht von seiner Denkweise abrückt. Das Fazit der Dragqueen: „Ich werde jeden Morgen ‚Guten Morgen‘ sagen und ‚Arschloch‘ denken.“ Genug gesagt. Oder?

Homophobe Beleidigungen von Prinz Marcus Anhalt gegen Katy Bähm: Sat.1 entschuldigt sich

Nein, nicht für die Zuschauer. Auf Twitter reagierten diese mit absoluter Empörung und forderten mitunter sogar die Einstellung von „Promis unter Palmen“. Sender SAT.1 meldete sich kurz darauf zu Wort und stellte klar: „Alle Menschen sind gleich.“

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Aber ist es wirklich so einfach? Fakt ist: „Promis unter Palmen“ ist nicht live, sondern wurde schon vor Monaten gedreht. Man hätte also durchaus einschreiten, den homophoben, menschenverachtenden Äußerungen keine Plattform geben und Marcus Prinz von Anhalt aus dem Format werfen können. Zumal es bereits in der ersten Staffel nach Mobbing-Attacken von Bastian Yotta gegen Claudia Obert heftige Diskussionen gegeben hatte.

Lange habe man über das Vorgehen diskutiert, erklärt der Sender in einem weiteren Tweet – sich letztendlich aber dafür entschieden, die Szenen zu zeigen. Es sei ein „wichtiges Thema, das nicht verschwiegen werden darf“:

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Wie man das nun interpretiert, bleibt jedem selbst überlassen. Ein ziemlich fader Beigeschmack bleibt so oder so. Immerhin: Das Thema Marcus Prinz von Anhalt erledigte sich schon nach Folge eins selbst, denn die Kandidaten des im Teamduell siegreichen Teams wählten ihn am Ende raus. Dass die entscheidende Stimme für seinen Rauswurf dabei von Katy Bähm kam, ist zumindest etwas Balsam für die Seele.

„Promis unter Palmen – Die Late Night Show“: Prinz Marcus von Anhalt wieder betrunken

SAT.1 gab sich anschließend auf allen Kanälen Mühe, weiter die Wogen zu glätten. Nach der ersten Folge von „Promis unter Palmen“ zeigte der Privatsender noch „Promis unter Palmen – Die Late Night Show“ mit den Moderatoren Jochen Bendel und Melissa Khalaj. Das Moderatoren-Duo wollte Prinz Marcus nochmal die Möglichkeit geben, sich zu seinen verbalen Aussetzern zu äußern. Da der gerade im TV Ausgeschiedene aber via Skype direkt zugab, betrunken zu sein, wurde die Liveschalte nach wenigen Sekunden von den Moderatoren voller Entrüstung abgebrochen.

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SAT.1 hat also gerade nochmal die Kurve bekommen, „Promis unter Palmen“ wird in den kommenden Wochen aber definitiv weiter für Gesprächsstoff sorgen – das versprechen die trashigen Einspieler aus den kommenden Folgen jetzt schon. Besonders niveauvoll geht es erwartungsgemäß nicht zu, aber vielleicht kommt die Show ja zumindest ohne weitere größere Eklats aus. Das wäre wünschenswert, denn eigentlich ist „Promis unter Palmen“ großes Kino im Trash-TV-Universum.