Werner Hansch
Foto: Screenshot SAT.1

Werner Hansch feiert am 16. August seinen 82. Geburtstag. Läuft alles nach Plan, dann feiert der legendäre Fußball-Kommentator seinen Ehrentag in diesem Jahr tatsächlich im „Promi Big Brother„-Haus. Die Gründe, die hinter seiner Teilnahme stecken, sind aber sehr traurig.

Werner Hansch geht es nicht gut. Und daraus macht der älteste Teilnehmer von „Promi Big Brother“ auch überhaupt kein Geheimnis. Angesprochen auf seine Beweggründe sagte Hansch dem Sender schon vor dem Einzug in die Prominenten-WG mit Video-Überwachung: „Im Wesentlichen gibt es drei Gründe dafür. Erstens brauche ich ein bisschen Geld.“

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Die Geldsorgen wegen seiner Spielsucht seien nicht allein verantwortlich an seiner Teilnehmer an der Show, sagt Hansch. Und doch ahnt man, dass die weiteren Gründe eher zweitrangig sind. Denn schon am zweiten Tag von „Promi Big Brother“ packt Hansch im TV den Seelen-Striptease aus.

Der 81-Jährige gesteht am Samstagabend vor laufender Kamera seine Spielsucht. „Ich habe weit über eine halbe Million verzockt“, vertraut er Ballermann-Sänger Ikke Hüftgold im privaten Plausch an. Doch das war erst der Anfang, Werner Hansch geht gleich in die Vollen.

Im Sprechzimmer des Märchenschlosses geht er weiter ins Detail: „Eine ganz furchtbare Sache. Ein gesunder Mensch kann sich nicht vorstellen, welche Kraft eine Sucht auf einen Menschen ausüben kann.“ Die Sucht habe den Kult-Kommentator komplett aus der Bahn geworfen: „Ich habe viele Menschen enttäuscht, die mir vertraut haben, die mir freiwillig Geld gegeben haben.“

„Ich habe gedacht, die Welt ist für mich zu Ende“

Was für ein trauriges Geständnis. Doch leider ist die Geschichte damit noch längst nicht beendet, denn auch seine Beziehung zerbrach daran: „Ich habe meine Lebensgefährtin dabei verloren – eine wunderbare Lebenspartnerin. Sie hat wie eine Löwin um mich gekämpft. Nur ich habe es nicht begriffen, ich Hornochse. Ich habe es nicht begriffen, bis zu dem Punkt, an dem sie sagte: ‚Ich werde mich von dir trennen.'“ Hansch bricht bei dem Geständnis in Tränen aus: „Ich habe gedacht, die Welt ist für mich zu Ende.“

Doch selbst die Trennung von der geliebten Partnerin führt zu keiner Besserung der Spielsucht. Die Sucht hat den Sportreporter fest im Griff. Zu fest. Eine Besserung setzt bei Hansch erst ein, als er von Wolfgang Bosbach im Dezember 2019 angezeigt wird. Der CDU-Politiker hatte Hansch zuvor Geld geliehen. „Das war sein gutes Recht. Ich muss ihm, wenn ich es ganz genau betrachte, dankbar sein für diesen Schritt. Der zweijährige Kampf mit meiner Lebensgefährtin war nicht in der Lage mir das Bewusstsein über diese Krankheit zu verschaffen. Aber diese Anzeige vom Bosbach, die hat das bewirkt“, beichtet Hansch von der wohl größten Niederlage seiner Biografie.

Nur warum Bosbach damals mit der Geschichte an die Öffentlichkeit ging, kann Hansch auch ein halbes Jahr später immer noch nicht verstehen: „Warum hat er nicht mit mir gesprochen? Am 11. Februar 2020 hat er sein Darlehen komplett zurückbekommen. Einen Tag später stand es in allen Zeitungen. Das hat mich im Kern getroffen. Das hat meine Reputation sozusagen komplett zerstört.“ Hansch leidet darunter, besonders finanziell. Aufträge werden wieder storniert, bereits gebuchte Engagements zurückgezogen. „So ist alles passiert. Ich kann nichts zurücknehmen. Ich kann nur versuchen, es wieder gut zu machen.“

Werner Hansch: „Ich bin jetzt in einer Therapie“

Seinem Mitstreiter Ikke Hüftgold sagt er: „Ich bin jetzt in einer Therapie, habe mich einem Kreis angeschlossen, den anonymen Spielsüchtigen. Und es ist fest versprochen: Wenn ich hier rausgehe, werde ich mich für Projekte zur Prävention einsetzen.“

Bleibt zu hoffen, dass der frühere Bundesliga-Kommentator mit den Kult-Sprüchen („Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, der läuft wirklich so langsam“ oder „Wer hinten so offen ist, kann nicht ganz dicht sein“) die traurigen Geschichten gleich am Anfang erzählen wollte und in den kommenden Wochen bessere Laune im „Promi Big Brother“-Haus versprühen wird. Und, vor allem, dass er privat wirklich die Kurve kriegt und die Therapie gegen Spielsucht anschlägt.

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