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Foto: Shutterstock/Manuel Esteban

Nach dem coronabedingten Abo-Boom im ersten Halbjahr hat der Kundenandrang beim Online-Videodienst Netflix im dritten Quartal stark nachgelassen. In den drei Monaten bis Ende September kamen unterm Strich lediglich 2,2 Millionen Bezahlabos dazu, wie der Streaming-Marktführer am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit verfehlte Netflix seine eigene Prognose und blieb weit unter den Erwartungen der Analysten. Anleger ließen die Aktie nachbörslich zeitweise um mehr als sieben Prozent fallen.

Hatten Serienhits wie „Tiger King“ in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie in den beiden Vorquartalen mit 15,8 Millionen beziehungsweise 10,1 Millionen neuen Nutzern noch für einen großen Ansturm gesorgt, flaute das Wachstum nun kräftig ab.

Das dürfte auch am verschärften Konkurrenzkampf liegen. Neben etablierten Rivalen wie Hulu oder Amazon Prime setzt nun auch der Hollywood-Riese Disney voll auf Streaming. Außerdem kamen mit WarnerMedias HBO Max und Comcasts Peacock weitere Services hinzu.

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Auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 6,8 Millionen Kunden dazugekommen waren, sah es im abgelaufenen Quartal sehr viel bescheidener aus. Der Gewinn legte im Jahresvergleich zwar um 19 Prozent auf 790 Millionen Dollar (668 Mio Euro) zu, blieb aber ebenfalls unter den Erwartungen der Wall Street.

Der Umsatz stieg derweil um rund 23 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar und übertraf die Prognosen etwas. Für das laufende Quartal rechnet Netflix mit 6,0 Millionen neuen Kunden – hier hatten Analysten wiederum mit mehr gerechnet.

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Das Management ist sich des Wettbewerbsdrucks durchaus bewusst. „Wir sind begeistert, gegen Disney und eine wachsende Anzahl weiterer Akteure anzutreten“, hieß es im Brief an die Aktionäre zwar selbstbewusst. Doch Netflix wolle seinen Service so schnell wie möglich weiter verbessern, um „Jedermanns erste Wahl für Online-Unterhaltung“ zu sein. Die Konkurrenz umfasse nicht nur Streaming, sondern auch andere Entertainment-Formen wie Videospiele oder von Nutzern erstellte Inhalte bei Youtube und Tiktok.

Quelle: dpa