«The Masked Singer» Chamäleon
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Das Chamäleon ist einer von fünf verbliebenenen Charakteren bei „The Masked Singer“. Die Zuschauer sind sich sicher, dass Dieter Hallervorden unter dem Kostüm steckt. Wir glauben allerdings: Irgendjemand spielt die Hallervorden-Rolle und gaukelt uns den Didi nur vor.

Für alle Unwissenden in Kürze das Wichtigste zu „The Masked Singer“: Prominente singen in der ProSieben-Show in aufwendig gestalteten Kostümen um die Wette – das Rateteam und die Zuschauer vor den TV-Geräten rätseln, wer sich unter der Maske versteckt. Derjenige mit den wenigsten Stimmen, wird demaskiert, zuletzt Caroline Beil:

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Nach vier Shows sind noch fünf Kandidaten übrig und die TV-Zuschauer sind sich sicher, dass Dieter Hallervorden unter dem Chamäleon steckt – seit Folge eins sind die Werte bei keinem anderen Teilnehmer für einen Prominenten so hoch. Bei der ProSieben-Abstimmung gehen 78 Prozent der Stimmen an Hallervorden.

Carolin Kebekus war in Folge eins als Gast im Rateteam dabei und äußerte als Erste die Vermutung, dass wir es mit dem Schauspieler zu tun haben. Diese Stimme, diese Gestik … das kann doch nur die Komiker-Legende sein!

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Doch: Die Werte für Hallervorden sind rückläufig. Zwischenzeitlich glaubten nämlich sogar 90 Prozent an Hallervorden. Gewinnt die Theorie, dass jemand hier nur die Hallervorden-Rolle spielt etwa an Zustimmung?

Zum ersten Mal wurde diese These in Folge zwei in den Raum gestellt, als Elton anmerkte, dass die Indizien, mit denen ProSieben den Zuschauer vor der jeweiligen Performance vermeintliche Hinweise auf den zu erratenden Promi gibt, wohl etwas zu offensichtlich für „Didi“ Hallervorden seien.

Ruth Moschner und Rea Garvey – die beiden festen Mitglieder im Rateteam der zweiten Staffel – stellten zumindest in den Raum, dass jemand den Hallervorden nur spielen könnte.

Wir glauben, dass dies tatsächlich der Fall ist. Warum? Es gehört zur Strategie von ProSieben, die Zuschauer in die Irre zu führen. Angenommen, Hallervorden würde sich tatsächlich unter dem Chamäleon befinden – würde dieser wirklich so herumzappeln wie er es in seinem legendären „Du, die Wanne ist voll“-Video tat?

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Sogar im Anschluss an die jeweilige Performance ähnelt das Chamäleon in seiner Gestik stark dem Stil Hallervordens aus dem Klassiker von 1978, wie man hier sehen kann:

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ProSieben setzt jedoch auf eine andere Taktik! In der ersten Show sahen wir einen Dalmatiner, der sich ziemlich divenhaft aufführte. Die Zuschauer und Rea Garvey setzten auf Désirée Nick, die sich selbst gerne als „letzte Diva“ inszeniert.

Hinter dem Dalmatiner verbarg sich jedoch die gar nicht so divenhafte Sängerin Stefanie Heinzmann, die nur die Rolle einer Diva spielte. Dies sorgte für einen großen Überraschungseffekt, der die Sendung interessant macht – und das weiß auch ProSieben.

Sollte Hallervorden wirklich an „The Masked Singer“ teilnehmen, würde man dann nicht eher versuchen, ihn hinter einem anderen Charakter zu tarnen, der sich nicht wie eine Parodie seiner selbst verhält?

Auch ein Blick auf die Indizien zeigt, dass Elton mit seiner Vermutung aus Folge zwei Recht haben könnte. Denn: Die Hinweise auf Hallervorden wären viel zu offensichtlich! So sahen wir beispielsweise in einem Einspieler zum Chamäleon ein Schild mit der Aufschrift „Ding Dong“ – nicht wenige erkannten hier direkt eine Anspielung auf Hallervordens berühmten „Palim Palim“-Sketch.

Wer denkt, dass dies um die Ecke gedacht sei, kennt ProSieben schlecht. Denn bei den Indizien zu den Kostümen wird mehr als einmal um die Ecke gedacht – so oft, dass man eigentlich gar nicht drauf kommen kann.

Vielmehr nutzen die Macher die Indizien dazu, die Zuschauer auf eine falsche Fährte zu lenken, während die eigentlichen Indizien gar keine wirklichen Rückschlüsse zulassen. Beispiel gefällig?

Bei der Kakerlake war in einem Einspieler zu sehen, wie diese ein Buch mit dem Titel „Ich krabbel dann mal weg“ liest. Wie ProSieben später auflöste, hätte man daraus schließen können, dass sich um Angelo Kelly handelt.

Warum? Es handele sich um eine Anspielung auf das Buch von Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“, in dem er seine Reise entlang des Jakobswegs beschreibt. „Angelo Kelly wurde in Pamplona in Spanien geboren. Der Jakobsweg durchquert Pamplona“, heißt es in der späteren Indizien-Auflösung. Außerdem habe die Kelly Family mit ihrem Song „El Camino“ („Der Weg“) ihre Verbundenheit zu ihren Fans zum Ausdruck gebracht. Alles klar?

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Wir glauben: Das „Ding Dong“-Indiz ist ein perfekter Hinweis dafür, die Zuschauer an Hallervorden glauben zu lassen, während sich eigentlich jemand ganz anderes unter dem Chamäleon verbirgt.

Da wäre nämlich noch ein anderes schlagkräftiges Argument, das gegen Hallervorden spricht: die aktuelle Coronavirus-Krise. Hallervorden gehört mit seinen 84 Jahren zur viel zitierten Risikogruppe. Kaum vorstellbar, dass ProSieben unter den aktuellen Umständen einen 84 Jahre alten Mann in einer Liveshow auftreten lässt.

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Doch, wer könnte diese Rolle eigentlich spielen? Dafür braucht es schauspielerisches Talent und Imitationsgeschick. Unser Tipp: Entertainer Bürger Lars Dietrich! Dass der 47-Jährige Klamauk kann, bewies er unter anderem mit der „Ein Bett im Kornfeld“-Neuauflage mit Stefan Raab und Jürgen Drews sowie seiner Trash-Nummer „Sexy Eis“:

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Dietrich absolvierte eine klassische Tanzausbildung, die ihm in einer Hallervorden-Interpretation sicherlich nicht schaden würde. Auch als Schauspieler hat der gebürtige Potsdamer schon Erfahrung gesammelt, spielte unter anderem jahrelang Theater.

Anfang der 2000er trat Dietrich vor allem als Comedian in Erscheinung und spielte unter anderem in der Wochenshow bei Sat.1 mit. Gaukelt er uns hier den Hallervorden vor? Wir glauben: ja!

Update 21. April: Hier lagen wir wohl falsch.