Markus Lanz ZDF
Foto: Markus Hertrich/ZDF/dpa

Corona hat „Markus Lanz“ grundlegend verändert. Im Zuge der Pandemie ist, wie bei anderen Talkshows auch, kein Publikum mehr zugelassen. Und geht es nach Lanz, könne das gerne auch in Zukunft so bleiben.

„Die Stille im Studio hat die Sendung intensiver gemacht“, erklärte der 52-Jährige jüngst dem Medienmagazin „Journalist“. „Den populistischen Ausfallschritt für den schnellen Applaus“ traue sich mittlerweile „kaum noch einer“. Dass keine Zuschauer*innen mehr im Publikum säßen, habe dabei geholfen, „eine Instanz zu werden“.

„Markus Lanz“ als Gewinner der Corona-Pandemie?

Es ist unbestritten, dass „Markus Lanz“ im Zuge der Corona-Pandemie deutlich an Popularität gewonnen hat. Lanz selbst sieht die hohe Frequenz der Sendung – von Dienstag bis Donnerstag gibt es jeweils eine neue Ausgabe – als Grund dafür. Dennoch: Als Krisengewinner sieht er sich nicht. „Wir alle haben in dieser Pandemie verloren“, wird er zitiert.

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Und so gab er auch ganz offen zu, dass er teilweise mit dem ZDF-Programm hadere. Denn der Sendeplatz seiner Talkshow werde ständig getauscht, was nicht nur für Frust in der Redaktion, sondern auch bei den Zuschauern sorge. Lanz‘ Fazit: „Wer eine Sendung kaputtprogrammieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit.“

Noch nicht genug von den Lanzschen Thesen? Darauf angesprochen, ob er sich seine eigene Sendung anschaue, antwortet er mit einem klaren „Nein“. Dann fügte er hinzu, dass daraus schnell Kontrolle werden könne – die vielleicht sogar mit einem Authentizitätsverlust einhergehe. „Wer ständig seine eigene Projektionsfläche ist, wird irgendwann auch sein eigenes Klischee“, erklärte Lanz dazu.

„Markus Lanz“: Kommt schon bald ein Podcast?

Übrigens: Wem die Talkshow nicht genug ist, der könnte demnächst noch mehr „Markus Lanz“ bekommen. In Struktur, Zusammensetzung und Länge sei sie Sendung nicht weit von einem Podcast entfernt. Und so entwickele man „zurzeit eine charmante Idee mit Richard David Precht“. Lanz-Fans genau wie seine Kritiker dürfen also gespannt sein, was da in Zukunft noch kommt.

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Quelle: dpa