Disney Plus Disney+
Foto: obs/The Walt Disney Company GSA

Netflix und Co. haben seit Dienstag einen neuen starken Rivalen in Deutschland: Disney hat seinen Videostreaming-Dienst gestartet.

Disney+ hat zwar zunächst ein deutlich schmaleres Programmangebot als die großen Konkurrenten, doch der Unterhaltungsriese setzt auf die Anziehungskraft von „Star Wars“, der Marvel-Comic-Verfilmungen und seines reichhaltigen Kinderprogramms.

Wie andere Streamingdienste läuft auch Disney+ in den kommenden Wochen in Europa mit etwas reduzierter Bildqualität, um die Netze in der Coronavirus-Krise zu entlasten.

Disneys Streamingdienst bricht zum Start komplett zusammen

Mit Disney+ riskiert der Konzern eine Strategiewende: Zuvor verdiente er gut mit Gebühren von anderen Streaming-Plattformen, wo seine Inhalte liefen, sowie Kabelanbietern. Doch angesichts des Streaming-Booms beschloss der kürzlich abgetretene Firmenchef Robert Iger, dass Disney die Inhalte in Eigenregie an die Nutzer bringen muss.

Das erforderte massive Investitionen unter anderem in Streaming-Technologie. Da der Service zum Start nur wenige exklusive Publikumsmagnete wie die „Star-Wars“-Serie „The Mandalorian“ vorweisen kann, setzte Disney den monatlichen Preis mit 6,99 Euro unter dem Niveau der großen Konkurrenten an.

Das sind die Film- und Serien-Neuheiten bei Netflix und Amazon im April

Gerade in der Coronavirus-Krise mit geschlossenen Schulen und Kindergärten sowie den Eltern im Homeoffice können Inhalte für Kinder ein reizvolles Argument für einen Streaming-Dienst sein.

Der Netzausrüster Nokia stellte in einer Auswertung des Datenverkehrs vergangene Woche fest, dass sich schon am ersten Tag der Beschränkungen das Netflix-Datenvolumen um 9.00 Uhr morgens verdoppelte. Amazon machte kurz vor dem Start von Disney+ viele Inhalte für Kinder in seinem Dienst Prime Video kostenlos verfügbar.

Ursprünglich sollte Disney+ in Deutschland am 31. März starten. Weil man in technischer Hinsicht allerdings weit vor dem Zeitplan lag, wurde der Launch auf den 24. März vorverlegt.

Quelle: dpa