James Bond 007 Schauspieler Darsteller
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Die Abenteuer von Superagent James Bond sind Kinolegende. Seit 1962 haben schon sechs Darsteller offiziell als 007 die Welt gerettet.

In Sean Connery war ein Schotte unter den insgesamt sechs James-Bond-Darstellern. Drei weitere Bond-Darsteller stammen aus England, dem vereinten Königreich, einer aus Wales und einer aus Irland. George Lazenby ist der einzige Schauspieler, der nicht aus Großbritannien stammt – er ist gebürtiger Australier.

Angeblich ist der Geheimagent gar nicht so „british“, wie viele glauben. Nach den Romanen von Ian Fleming wurde James Bond in Wattenscheid im Ruhrgebiet geboren. In „James Bond jagt Dr. No“ gibt es noch eine Referenz zu dem deutschen Geburtsort auf seinem Ausweis. In späteren Filmen der James-Bond-Reihe wird der Wattenscheider Geburtsort nie wieder erwähnt.

Wir haben alle James-Bond-Darsteller im 007-Überblick, sagen euch, in welchen Filmen sie mitgespielt haben und was ihr sonst noch wissen müsst:

James Bond 007 Sean Connery
Foto: Aston Martin

SEAN CONNERY

Filme (6):
1962: James Bond 007 jagt Dr. No“ („Dr. No“), Regie: Terence Young.
1963: „Liebesgrüße aus Moskau“ („From Russia with Love“), Regie: Terence Young.
1964: „Goldfinger“ („Goldfinger“), Regie: Guy Hamilton.
1965: „Feuerball“ („Thunderball“), Regie: Terence Young.
1967: „Man lebt nur zweimal“ („You Only Live Twice“), Regie: Lewis Gilbert.
1971: „Diamantenfieber“ („Diamonds Are Forever“), Regie: Guy Hamilton.
nicht offiziell –1983: „Sag niemals nie“ („Never Say Never Again“), Regie: Irvin Kershner.

Geburtstag: 25. August 1930
Geburtsort:
Fountainbridge, Edinburgh (Schottland)

Thomas Sean Connery, der inzwischen ein Sir vor dem Namen trägt, kam 1930 in einem Arbeitervorort Edinburghs zur Welt. Als Kind lieferte er Milch aus, um das Familieneinkommen aufzustocken.

Sein phänomenal gutes Aussehen brachte ihn über einen Umweg zur Schauspielerei: Connery machte den dritten Platz beim Wettbewerb „Mister Universum“, und weil er schon mal in London war, sprach er für einen Musicalchor vor. Nach kleinen Bühnenengagements spielte er Ende der 50er die ersten Filmrollen – und dann kam Bond.

Sean Connery ist mittlerweile einer der größten Filmstars der Welt – und er ist nicht zu sprechen. Seit Jahren hat sich der James-Bond-Star weitgehend zurückgezogen, selbst an Geburtstagen lässt er nichts von sich hören.

Er mischte sich nicht mal ein, als die Schotten über ihre Unabhängigkeit abstimmten – eigentlich eine Herzensangelegenheit für den Patrioten aus Edinburgh, der in den frühen 90ern in Schottlands Nationalpartei SNP eintrat und dessen Autobiografie „Mein Schottland, mein Leben“ heißt.

Als Grund für das Schweigen nannte sein Bruder drohende Probleme mit der Steuer: Weil Connery die in Großbritannien nicht zahlt, darf er sich nur eine begrenzte Zahl von Tagen im Jahr dort aufhalten. Die Schotten spekulierten, der Schauspieler sei zu krank. Was sein Bruder wiederum bestritt: Sean habe einfach viel zu tun. Er werde erst zurückkehren, wenn das Land unabhängig sei, soll er mal gesagt haben.

Sechs Mal – eigentlich sieben Mal, doch „Sag niemals nie“ gilt nicht als Film der offiziellen Bond-Reihe – rettete Connery im Auftrag ihrer Majestät England und die Welt vor mehr oder weniger durchgeknallten Schurken und verführte reihenweise „Bond-Girls“; erstmals in „James Bond jagt Dr. No“ 1962, das letzte Mal eben in „Sag niemals nie“ 1983, der nicht als Bond-Film gilt, weil er nicht von EON produziert wurde.

James Bond 007: Von Halle Berry bis Léa Seydoux – das sind die Bond-Girls

Mit schottischem Zungenschlag, charmantem Lächeln und einer gesunden Portion Ironie schuf Connery einen Bond, an dem sich von George Lazenby über Roger Moore bis Daniel Craig alle seine Nachfolger messen lassen mussten. Natürlich auch, was ihre Ausstrahlung angeht. Immerhin ernannte das „People“-Magazin ihn mit knapp 60 Jahren und Glatze noch zum „Sexiest Man Alive“.

„Er war brillant“, urteilt Bond-Darsteller Pierce Brosnan schlicht in einer Hommage der BBC. „Lieblings-Bond? Sean Connery, keine Frage“, sagt Star-Wars-Regisseur George Lucas. Bemerkenswerterweise hatte Bond-Erfinder Ian Fleming Connery zunächst als 007-Darsteller abgelehnt, seinen Helden dann aber extra für ihn zum Halb-Schotten umgeschrieben.

Connery gelang es aber auch, sich von seinem Alter Ego Bond zu emanzipieren. Er bekam einen Oscar für „Die Unbestechlichen“ (1986), glänzte als Mönchsdetektiv in der Verfilmung von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und als Vater von Indiana Jones. Er spielte in insgesamt über 80 Filmen, die allerdings längst nicht alle die Kritiker vom Hocker rissen.

Auch privat kann man den Schotten mit den einmalig ausdrucksstarken Augenbrauen als erfolgreich bezeichnen: Seit Jahrzehnten ist er mit der Französin Micheline Roquebrune verheiratet. Einen Sohn namens Jason hat er auch, aus einer ersten Ehe. Statt Interviews zu geben und Filme zu drehen, spielt er Golf auf den Bahamas.

Er hat diverse Operationen und mindestens eine Krebsbehandlung überstanden. Wie es ihm geht, weiß niemand so genau – er sagt es schlichtweg nicht vielen.

George Lazenby James Bond 007
Foto: dpa-Archiv

GEORGE LAZENBY

Film:
1969: „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ („On Her Majesty’s Secret Service“), Regie: Peter Hunt.

Geburtstag: 5. September 1939
Geburtsort:
Goulburn (Australien)

Eine seiner besten Szenen als James Bond hatte George Lazenby gleich zu Beginn des Films „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, dem sechsten Kinoabenteuer von 007. Nachdem er der mysteriösen Tracy das Leben gerettet und am Strand ein paar Schurken verprügelt hat, läuft ihm die junge Frau davon. Nur ihre Schuhe lässt sie zurück. „Das wär dem anderen nie passiert“, scherzt Lazenby als Bond. Der andere – das war sein übermächtiger Vorgänger Sean Connery.

Im Dezember 1969, kam der Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ in die Kinos. Der damals unerfahrene Schauspieler übernahm darin die berühmte Agentenrolle von Publikumsliebling Connery. Es sollte sein einziger Einsatz als 007 bleiben. „Ich hab’s vermasselt, ein großer Filmstar zu werden“, gibt Lazenby in dem dokumentarischen Spielfilm „Becoming Bond“ aus dem Jahr 2017 ganz ungeniert zu.

„Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gilt heutzutage als Klassiker. Im britischen „Guardian“ wurde er 2014 als „vielleicht bester Bond-Film überhaupt“ gewürdigt. Erstmals zeigt Bond auf der Leinwand Gefühle, wirkt verletzlich. Er quittiert den Dienst für die Liebe und heiratet Tracy. Doch kurz nach der Hochzeit wird seine Angetraute erschossen.

Dass die romangetreue Verfilmung, in der Diana Rigg („Mit Schirm, Charme und Melone“) als Tracy und „Kojak“ Telly Savalas als Bösewicht Blofeld mitwirken, unter Kritikern und Fans hohes Ansehen genießt, liegt neben der komplexen Story und den spektakulären Actionszenen auch am starken Debüt des damals unerfahrenen Australiers.

Am 5. September 1939 kommt Lazenby in Goulburn, New South Wales, zur Welt. In der Schule ist er nicht gut. „Ich wusste, ich würde kein Beamter oder Anwalt oder Arzt werden“, erzählt er, „oder irgendwas, wofür man eine Ausbildung braucht.“ Nach Jobs als Mechaniker und Autoverkäufer geht er der Liebe wegen nach Großbritannien.

Im London der Swinging Sixties fühlt sich Lazenby wohl. Er wird als Model entdeckt, sein Gesicht ist in Zeitschriften und Werbefilmen zu sehen. Eine Bekannte erzählt ihm vom JamesBond-Casting. „Ich hatte keine Schauspielerfahrung“, erinnert sich Lazenby in „Becoming Bond“, „aber als Autoverkäufer hast du auch keine Ahnung von Autos, trotzdem sagst du allen, dass die Autos gut sind, um ein paar zu verkaufen.“

Lazenby weiß, wie er sich verkaufen muss. Bei Connerys Schneider ergattert er angeblich einen Anzug, den der Schotte nicht abgeholt hat. Seine Haare lässt er bei Connerys Friseur schneiden. Dann gaukelt er dem Casting-Direktor eine Filmkarriere im Ausland vor.

Sein gutes Aussehen, ein hohes Maß an Selbstverliebtheit und eine gewisse, dreiste Überheblichkeit, die Lazenby mitunter heute noch attestiert wird, imponieren den 007-Machern. Der junge Australier wird der neue Bond. „Ich hatte wirklich keine Ahnung, ob ich gut war oder nicht“, sagt Lazenby, „ich hab einfach mein Bestes gegeben.“

Nicht nur in Actionszenen und Nahkämpfen beeindruckt der sportliche, gut gebaute Anfänger. Auch schauspielerisch überzeugt er. „George hat das gut gemacht“, lobte Dame Diana Rigg. Das US-Magazin „Variety“ schreibt 1969: „Lazenby ist sympathisch, fähig und gutaussehend in der Rolle.“ Er wird sogar für einen Golden Globe als bester Newcomer nominiert. Und der „Evening Standard“ findet: „Bond ist definitiv bereit für die 70er Jahre.“

Die Produzenten legen ihrem neuen Star einen Vertrag für sechs Filme vor, bieten allein für die Unterschrift viel Geld. „Es war so ein Sklaven-Vertrag, bei dem sie dir sagen, was du anzuziehen hast, was du machen darfst und was nicht, in welchen Filmen du mitspielen kannst“, meint Lazenby. Noch bevor „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ Premiere feiert, hat er genug von der Agentenrolle.

Später räumt er ein, dass ihm der Ruhm zu Kopf gestiegen sei. Wie ein Superstar habe er sich gefühlt. Drogen und Alkohol taten ihr Übriges. „Ich war total außer Kontrolle.“ Damals lässt er sich zum Ärger der Produzenten einen Bart und lange Haare wachsen. „Die wollten, dass ich die ganze Zeit James Bond bleibe.“ Doch Lazenby distanziert sich und verkündet vor dem Filmstart im „Sunday Mirror“ seinen Abschied. Ironie des Schicksals, dass man sich heute nur durch Bond an ihn erinnert und er bei Fantreffen und Filmbörsen sein Geld verdient.

Sean Connery kehrt für „Diamantenfieber“ (1971) als Bond zurück, dann übernimmt Roger Moore. Lazenby gerät in Vergessenheit. „Nach Bond stand ich natürlich total auf der schwarzen Liste“, erklärt er. „Ich kam auf kein Filmset. Fünf Jahre nach Bond hat mich kaum noch einer beachtet.“ Später folgen Gastauftritte in Fernsehserien und kleine Filmrollen, auch als Spion J.B. in der Komödie „Solo für Onkel“. Dass Witze über ihn gemacht werden, daran hat sich Lazenby gewöhnt.

„Wenn ich so zurückblicke, hätte ich wenigstens zwei (Bond-Filme) machen sollen, nur um den Leuten zu beweisen, dass ich nicht gefeuert wurde“, sagt Lazenby. Co-Star Rigg deutet Zweifel an. „George hat gesagt, er ist zurückgetreten“, sagte sie, „belassen wir es dabei.“ Als Lazenby in „Becoming Bond“ gefragt wird, ob sich wirklich alles so zugetragen habe, wie er erzählt, grinst der ergraute Schauspieler: „Wie sollte ich mich sonst daran erinnern können?“

Roger Moore James Bond 007
Foto: AP/dpa

ROGER MOORE

Filme (7):
1973: „Leben und sterben lassen“ („Live and Let Die“), Regie: Guy Hamilton.
1974: „Der Mann mit dem goldenen Colt“ („The Man with the Golden Gun“), Regie: Guy Hamilton.
1977: „Der Spion, der mich liebte“ („The Spy Who Loved Me“), Regie: Lewis Gilbert.
1979: „Moonraker – Streng Geheim“ („Moonraker“), Regie: Lewis Gilbert.
1981: „In tödlicher Mission“ („For Your Eyes Only“), Regie: John Glen.
1983: „Octopussy“ („Octopussy“), Regie: John Glen.
1985: „Im Angesicht des Todes“ („A View to a Kill“), Regie: John Glen.

Geburtstag: 14. Oktober 1927; Todestag: 23. Mai 2017
Geburtsort:
Stockewell, London (England)

Der als „James Bond“ der 70er und 80er Jahre bekannte Schauspieler Roger Moore ist 2017 im Alter von 89 Jahren gestorben. Nach einem kurzen Kampf gegen eine Krebserkrankung starb er in der Schweiz.

Roger Moore verkörperte die „Bond“-Figur nach Vorlage der Agentenromane von Ian Fleming in sieben Filmen von 1973 bis 1985 – länger als seine Vorgänger und Nachfolger. Außerdem spielte der Brite in Fernsehserien mit, darunter „Ivanhoe“, „Die 2“ und „Maverick“. Als smarter Superheld „Simon Templar“ wurde er in den 60er Jahren zum Weltstar.

Moore stammte aus einfachen Verhältnissen, wuchs im armen Londoner Süden auf. Im Jahr 2003 erhob Königin Elizabeth II. den Hollywoodstar, der 1953 in die USA gezogen war, in den Adelsstand. Sir Roger Moore war viermal verheiratet, die Kinder Deborah, Geoffrey und Christian stammen aus der Ehe mit seiner dritten Frau Luisa Mattioli.

Seine Arbeit für das UN-Kinderhilfswerk Unicef, die er im Jahr 1991 begann, bezeichnete er seinen drei Kindern zufolge trotz aller filmischen Leistungen als seine größte Errungenschaft.

Jahrelang hatte der Schauspieler ein Chalet in Crans-Montana in der französischsprachigen Schweiz. Moore hatte öfter mit gesundheitlichen Problemen gekämpft: Er überwand eine Prostata-Krebserkrankung und schwere Herzrhythmusstörungen. Seinen Herzschrittmacher bezeichnete er einmal als seinen wertvollsten Besitz.

Unicef würdigte Moore als „großen Kämpfer für Kinder“. „In seinen berühmten Schauspielrollen war Roger der Inbegriff von cooler Kultiviertheit, aber in seiner Arbeit als Botschafter des guten Willens für Unicef war er ein leidenschaftlicher – und sehr überzeugender – Anwalt für Kinder“, sagte Unicef-Chef Anthony Lake.

Jane Seymour, die im Film „Leben und sterben lassen“ 1973 als Bond-Girl Solitaire an Moores Seite gespielt hatte, sagte einst: „Er lehrte mich Arbeitsmoral und Demut.“ Moore sei zu allen herzlich und rücksichtsvoll gewesen. „Roger brachte mir bei, was ein Filmstar wirklich war und sein sollte (…) Er war mein Bond.“

James Bond 007 Lizenz zu Töten Timothy Dalton
Foto: ARD Degeto

TIMOTHY DALTON

Filme (2):
1987: „Der Hauch des Todes“ („The Living Daylights“), Regie: John Glen.
1989: „Lizenz zum Töten“ („Licence to Kill“), Regie: John Glen.

Geburtstag: 21. März 1946
Geburtsort:
Colwyn Bay (Wales)

Wer einmal Bond war, der bleibt ein Leben lang Ex-Bond-Darsteller – von Sean Connery bis Pierce Brosnan. Timothy Dalton geht es nicht anders. Er war der große, schwarzhaarige James Bond mit den grünen Augen und dem stechenden Blick. Und Timothy Dalton landet in Beliebtheits-Rankings der 007-Helden meist recht weit hinten.

Er ist in Wales geborener Brite, wahrscheinlich, muss man hinzufügen, 1946; denn sein Geburtsjahr wird zwar meist mit 1946 angegeben, hin und wieder aber auch mit 1944. Eine Nachfrage bei seinem Management bringt keine Klarheit.

Den Geheimagenten im Auftrag Ihrer Majestät spielte Dalton nur zweimal: 1987 in „Der Hauch des Todes“ und 1989 in „Lizenz zum Töten“. Für seine Interpretation der Rolle, die er eng an die Romanfigur Ian Flemings anlehnte, wurde er zwar von manchen Kritikern gelobt, aber von der breiten Öffentlichkeit kritisiert. Bond schien den Fans weniger cool als seine Vorgänger Sean Connery, George Lazenby und Roger Moore zu sein, zu kantig und ernst.

„Er hat das Ganze auf eine falsche Weise sehr ernst genommen“, sagte selbst Sean Connery einmal. Dalton kommt damit offenbar gut klar. In einem Interview der britischen „Metro“ blickte Dalton zurück: „Es war eine bemerkenswerte Zeit. Ich glaube, außer den wenigen, die James Bond gespielt haben, kann niemand verstehen, wie seltsam und speziell das ist und wie sehr es das eigene Leben verändert. Ich bereue es kein bisschen.“

Während die Meinungen über Daltons Performance als Doppelnull-Agent auseinandergehen, ist sein Ruf als Shakespeare-Darsteller in der britischen Heimat tadellos. Sein Können bewies der Charakterdarsteller, der an der Londoner Talent-Schmiede Royal Academy of Dramatic Art studierte, auch in vielen Fernsehrollen im Fernsehen, etwa in der BBC-Produktion „Jane Eyre“ oder in der britischen Kultserie „Doctor Who“.

Auf der Kinoleinwand sah man Dalton 2010 als Chief Inspector Jones in „The Tourist“ mit Angelina Jolie und Johnny Depp. Aktuell ist der Brite als Entdecker Sir Malcolm Murray in der britisch-amerikanischen Horrorserie „Penny Dreadful“ zu sehen, die im viktorianischen London spielt.

Über sein Privatleben ist recht wenig bekannt. Aus einer Beziehung mit der russischen Sängerin Oksana Grigorieva hat er einen Sohn.

James Bond 007 Pierce Brosnan
Foto: dpa

PIERCE BROSNAN

Filme (4):
1995: „GoldenEye“ („GoldenEye“), Regie: Martin Campbell.
1997: „Der Morgen stirbt nie“ („Tomorrow Never Dies“), Regie: Roger Spottiswoode.
1999: „Die Welt ist nicht genug“ („The World Is Not Enough“), Regie: Michael Apted.
2002: „Stirb an einem anderen Tag“ („Die Another Day“), Regie: Lee Tamahori.

Geburtstag: 16. Mai 1953
Geburtsort:
Drogheda (Irland)

Natürlich waren es die unverwechselbaren Worte „Bond. James Bond“, die Pierce Brosnan zur Kino-Kultfigur machten. Vier Mal spielte der einst zum „Sexiest Man Alive“ gekürte Schauspieler den britischen Geheimagenten: „GoldenEye“ (1995), „Der Morgen stirbt nie“ (1997), „Die Welt ist nicht genug“ (1999), „Stirb an einem anderen Tag“ (2002).

Über den Abschied von seiner größten Rolle zog Brosnan 2014 Bilanz. „Der Vertrag war zu Ende, ganz einfach. Sie hatten mich für vier Filme verpflichtet, und danach lief der Vertrag aus. Es war Zeit, etwas Neues zu machen“, sagte Brosnan über das „Bond“-Ende. „Ruhm kann ja sehr verführerisch sein. Es ist schön, beachtet, bewundert und gefeiert zu werden. Aber man muss aufpassen, dass man auf dem Boden bleibt. Zum Glück habe ich eine Frau und Kinder, die dafür sorgen. Und zum Glück ging’s in meinem Leben schon mehrmals hoch und runter. Ich habe also beigebracht bekommen, dass ich nicht so groß bin, wie ich denke.“

Brosnan hat mehrere Schicksalsschläge erlebt: Seine erste Frau, die Schauspielerin Cassandra Harris, war 1991 an Eierstockkrebs gestorben. Brosnan pflegte das frühere „Bond“-Girl zwei Jahre lang und engagierte sich nach ihrem Tod in der Krebsvorsorge. Zusammen zogen sie drei Kinder auf. Auch seine Tochter Charlotte verlor er an Krebs. Sie starb 2013 mit 41 Jahren.

Brosnans zweite Frau heißt Keely Shaye. Der gebürtige Ire und die Kalifornierin sind seit 2001 verheiratet. Die Eltern von zwei Söhnen leben auf Hawaii und in Kalifornien. Aus dem Rampenlicht halten sie sich gewöhnlich raus, ihr Privatleben bleibt unter Verschluss.

Geboren wurde der Film- und Fernsehschauspieler 1953 nahe Dublin. Er wuchs bei seinen Großeltern auf, nachdem der Vater früh die Familie verlassen hatte und die Mutter zum Arbeiten nach London ging. Später folgte ihr Sohn Pierce, der sich dort zum Werbegrafiker ausbilden ließ. Doch schon früh habe er seine Liebe zum Theater entdeckt, schreibt Brosnan auf seiner Webseite. Er studierte Schauspiel und feierte mit Bühnenauftritten erste Erfolge.

„Ich hatte Glück, als ich nach Amerika kam“, erinnert sich Brosnan an seine Anfänge in Hollywood. Gleich sein erstes Vorsprechen mit 27 Jahren sei für die TV-Serie „Remington Steele“ gewesen. Mit der Detektiv-Serie gelang ihm 1982 der Durchbruch, der spätere „Golden Eye“-Regisseur Martin Campbell wurde auf ihn aufmerksam.

Nach „Lizenz zum Töten“ (1989) löste er Timothy Dalton als Bond ab, bis Brosnan dann nach vier 007-Einsätzen in „Casino Royale“ (2006) das Zepter an Daniel Craig abgab.

Seither zeigte sich der engagierte Umweltaktivist vor der Kamera häufiger von seiner romantisch-lustigen Seite, etwa als amouröser Witwer in der Liebeskomödie „Love Is All You Need“ der dänischen Regisseurin Susanne Bier. Oder an der Seite von Emma Thompson in der bissigen Romanze „Wie in alten Zeiten“, gefolgt von „Professor Love“ als Herzensbrecher.

James Bond 007 Daniel Craig
Foto: Tirol Werbung/2015 Sony Pictures Releasing GmbH

DANIEL CRAIG

Filme (5):
2006: „Casino Royale“ („Casino Royale“), Regie: Martin Campbell.
2008: „Ein Quantum Trost“ („Quantum of Solace“), Regie: Marc Forster.
2012: „Skyfall“ („Skyfall“), Regie: Sam Mendes.
2015: „Spectre“ („Spectre“), Regie: Sam Mendes.
2020: „Keine Zeit zu sterben“ („No Time to Die“, Regie: ?

Geburtstag: 2. März 1968
Geburtsort:
Chester (England)

Kurz vor seinem 50. Geburtstag erlebte Daniel Craig, was es heißt, zu altern. Nach seinem Kurzauftritt bei den als Baftas bekannten Britischen Filmpreisen in London ätzten Medien und Fans im Internet über sein Aussehen. Die Haare ergraut, das Gesicht etwas aufgedunsen, die Haut „wächsern“ – Craig sei „nicht wiederzuerkennen“, fand die Boulevard-Zeitung „Daily Mail“. Vor seinem nächsten Einsatz als Geheimagent James Bond ist der 50-Jährige etwas außer Form.

Genau das ist es allerdings, was den britischen Schauspieler an der Rolle seines Lebens am meisten stört. „Es nervt“, sagte Craig 2015 in einem Interview dem Magazin „Time Out“. „Schauspielern ist am besten, wenn man sich über sein Äußeres keine Gedanken machen muss. Und Bond ist das Gegenteil davon.“

Craigs Karriere begann 1992 an der Seite von Morgan Freeman und Armin Mueller-Stahl in dem Drama „Im Glanz der Sonne“. Mitte der 90er Jahre sorgte er – langhaarig – in der BBC-Serie „Our Friends In The North“ für Aufsehen. Bei der Berlinale 2000 erhielt er den „Shooting Star Award“. In Deutschland war Craig damals vor allem als langjähriger Partner der Moderatorin und Schauspielerin Heike Makatsch in den Medien. Von 1996 bis 2004 waren die beiden ein Paar.

Einem größeren, weltweiten Publikum bekannt wurde der am 2. März 1968 in Chester geborene Darsteller an der Seite von Angelina Jolie in „Lara Croft: Tomb Raider“, neben Tom Hanks und Paul Newman in „Road To Perdition“ und als Hauptdarsteller im Thriller „Layer Cake“, in dem schon etwas von seinem späteren JamesBond-Stil zu erkennen war. Kurz darauf wurde er zu 007.

Das „Time Out“-Interview, das er direkt nach dem Dreh zu seinem bisher 007-Abenteuer „Spectre“ gegeben hatte, markierte den Beginn monatelanger Spekulationen über mögliche Nachfolger in der Agentenrolle – ausgelöst von einem sarkastischen Scherz Craigs. Ob er sich vorstellen könne, noch einen Bond-Film zu machen, war er gefragt worden. „Jetzt? Lieber zerbreche ich dieses Glas und schneide mir die Pulsadern auf“, scherzte er. Der lockere Spruch wurde in unzähligen Varianten weltweit zitiert, aber nur selten in seinem Zusammenhang. Craig bereute den Satz, sagte er später.

Es war nicht das erste Mal, dass der Schauspieler schlechte Erfahrungen mit den Medien machte. Nachdem er 2005 als neuer James Bond vorgestellt worden war, wurde er vor allem in der britischen Presse als „zu klein“ und „zu blond“ verspottet. Frühere Darsteller, darunter Ur-Bond Sean Connery und Pierce Brosnan, verteidigten ihn damals öffentlich.

Mit seinem ersten Einsatz als 007 in „Casino Royale“ (2006) überzeugte Craig Kritiker und Fans gleichermaßen. Aber zu den Medien hat er seit dieser Zeit ein angespanntes Verhältnis. Es scheint, als würde er auch offizielle Presse-Termine meiden, soweit es geht. Nach seinem Auftritt als blondierter, prolliger Bankräuber Joe Bang in der US-Komödie „Logan Lucky“ überließ er die Interviews anderen.

„James Bond 007 – No Time To Die“: Kinostart, Trailer und alle Infos

Sein Privatleben hält Daniel Wroughton Craig, so sein voller Name, überwiegend von der Öffentlichkeit fern. Man sieht den Sportfan mal als Tribünengast bei seinem geliebten FC Liverpool oder zuletzt mit seinem Vater beim Rugby-Turnier Six Nations in Rom. Ansonsten tritt er öffentlich nur selten in Erscheinung. Mit seiner Ehefrau, der Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz („Der ewige Gärtner“), lebt er abwechselnd in London und in New York.

Spätestens im 2020 wird Craig wieder im Rampenlicht stehen: Der 25. JamesBond-Film „No Time To Die“ kommt in die Kinos. Für den Schauspieler ist es der fünfte und wohl letzte Auftritt als 007. „Ich denke, das war es dann“, sagte er bei Talkshow-Host Stephen Colbert. „Ich will mich auf dem Höhepunkt verabschieden.“