#IranRevolution: Joko und Klaas spenden Instagram-Konten mit zwei Millionen Followern

Es muss nicht immer Geld sein: Bei ihrem neuesten Auftritt haben die Entertainer Joko und Klaas festgestellt, dass sich auch Aufmerksamkeit spenden lässt. Beide haben ihre Instagram-Konten gespendet – inklusive zwei Millionen Follower. Der Empfänger: Die Protestbewegung "The Voice of the Streets", die sich für die Frauenrechte im Iran stark macht.
Nominierung Deutscher Fernsehpreis Joko und Klaas
Foto: Stefan Gregorowius/ProSieben/dpa
Nominierung Deutscher Fernsehpreis Joko und Klaas
Foto: Stefan Gregorowius/ProSieben/dpa

Zwei der bekanntesten Entertainer Deutschlands stellen sich an die Seite der systemkritischen Protestbewegung im Iran: Joko und Klaas haben ihre persönlichen Instagram-Accounts „für immer“ an zwei iranische Aktivistinnen verschenkt. Diese dürfen sich freuen, denn die geballte Aufmerksamkeit von rund zwei Millionen Followern ist ihnen nun sicher.

Die beiden ProSieben-Moderatoren kündigten die Solidaritätsaktion am Mittwochabend in der Sendung „Joko und Klaas 15 Minuten live“ an. Zuvor hatten sie alle ihre eigenen Posts gelöscht. Minutenlang brachte ProSieben zur besten Sendezeit Aufnahmen der Proteste im Iran und Bilder davon, wie brutal Sicherheitskräfte dagegen vorgehen.

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Auf dem Konto von Joko Winterscheidt (43) postet in Zukunft Frauenrechtsaktivistin Azam Jangravi, die nach einem Protest gegen das Kopftuchgebot im Iran fliehen musste. Das Konto von Klaas Heufer-Umlauf (39) wird nun von Sarah Ramani von der Bewegung „The Voice of the Streets“ (Stimme der Straße) für Botschaften genutzt. „Wir können nicht mit Europas Regierungen sprechen, aber ihr könnt es“, appellierte Ramani, die ihr Gesicht nicht zu zeigen wagte.

 

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„Jeden Tag ändert sich so wahnsinnig viel“, sagte Joko. „Und wenn unsere Aufmerksamkeit effektiv sein soll, muss sie nachhaltig und verlässlich sein. Wir möchten, dass die Proteste in unserer Welt wahrnehmbar bleiben und unser gemeinsames Hinschauen Teil der internationalen Druckkulisse wird, die sich gerade im Netz formiert.“

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Viel Unterstützung aus den sozialen Medien für Joko und Klaas

Deswegen, so Klaas, verschenke man die eigene Reichweite an die zwei Frauen, „und zwar für immer“. Alles, was ihm und Joko zum Posten einfalle, sei im Vergleich zu den Protesten im Iran nicht viel wert. Das Schlimmste, was geschehen könne, sei, dass niemand hinschaue.

1,46 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Sendung live am Bildschirm. In den sozialen Medien traf die Aktion auf großes Echo mit breiter Zustimmung und Begeisterung. „Danke, dass ihr Eure Stimmen und Reichweite nutzt“, schrieb etwa User Christian Lang beim Facebook-Auftritt des Duos. Facebook-Nutzerin Tanja Knoch postete: „Danke für Euren Beitrag, mir kamen die Tränen, jede Frau sollte frei in ihren Entscheidungen sein und sie darf nicht unterdrückt werden.“

 

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Auslöser der systemkritischen Massenproteste im Iran war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem.

In der unregelmäßigen Programm-Rubrik „Joko und Klaas 15 Minuten live“ dürfen Joko und Klaas eine Viertelstunde Sendezeit nach Belieben gestalten – dabei nutzen sie die Zeit oft für ernste gesellschaftliche Themen, machen an anderen Tagen aber einfach nur Blödsinn. Die Sendezeit erspielen sie sich zuvor in einer Gameshow.

dpa