Game of Thrones Jon Snow Kit Harington
Helen Sloan/HBO/AP/dpa

Fans der Serie „Game of Thrones“ sind momentan nicht zu beneiden. Die achte und finale Staffel läuft derzeit auf Sky und Amazon – und hält die Zuschauer in Atem. Eine ganze Woche liegt zwischen den einzelnen Folgen. Genug Zeit, um Theorien zu spinnen. Zwei der insgesamt sechs Folgen wurden bereits ausgestrahlt, Montag in aller Früh ab 3 Uhr geht es in die dritte Runde des Finals. Wir lehnen uns weit aus dem Fenster und stellen fünf Thesen auf, was in der dritten Episode passieren wird.

ACHTUNG: DIESER TEXT ENTHÄLT SPOILER! Wenn ihr keine Informationen zur ersten Folge der achten Staffel von Game of Thrones erfahren wollt, lest auf keinen Fall weiter!

Die ersten zwei Folgen sind geschafft, jetzt folgt die dritte Episode. Und wenn der düsteren Stimmung der Trailer und der vergangenen zwei Folgen zu glauben ist, dann wird die dritte Folge den Fans noch lange in Erinnerung bleiben. Einerseits, weil die Schlacht der Menschen von Westeros gegen die Weißen Wanderer unmittelbar bevorsteht. Und diese Schlacht soll nicht weniger als die längste und spektakulärste Schlacht der Filmgeschichte werden. Andererseits wird diese Folge Fans in Erinnerung bleiben, weil davonauszugehen ist, dass viele Hauptfiguren der Kult-Serie sterben werden. Zumindest deutet sehr viel darauf hin.

These 1: Der Nachtkönig ist gar nicht in Winterfell

Diese Theorie schlug in Fan-Kreisen wie eine Bombe ein. Demnach befindet sich der Nachtkönig gar nicht vor den Toren Winterfells und beteiligt sich mit seinem Eisdrachen auch gar nicht an der Schlacht. Warum? Weil der Nachtkönig schlauer ist. Er hält die Zügel in der Hand und scheint wie beim Schach seine Züge weit im Voraus zu planen. Angeblich fliegt er mit seinem Drachen nach Königsmund und will Cersei in der Hauptstadt einen Besuch abstatten.

Die Vorteile liegen dabei für ihn auf der Hand: Er gefährdet nicht, im Kampf mit Jon Schnee und Daenerys Targaryen – und ihren zwei Drachen – seinen Eisdrachen wieder zu verlieren. Und auch seine eigene Existenz – sollte er überhaupt besiegt werden können – wäre so gesichert. Außerdem erscheint Königsmund mit seinen Bewohnern für den Nachtkönig leichte Beute zu sein. Seine Armee könnte zahlenmäßig explodieren.

Wir halten diese Theorie durchaus für schlüssig.

These 2: Die Menschen verlieren die Schlacht – und es sterben viele Hauptfiguren

Die Prognosen vor der Schlacht stehen nicht gut. Jon Schnee kennt den Gegner und ahnt nichts Gutes: „Sie kommen. Unser Feind stoppt nicht, wird nicht müde, hat keine Angst.“ Wie sollen die Menschen die Schlacht gewinnen? Klar, sie haben eine Menge Drachenglas, ein paar Schwerter aus valyrischem Stahl und mit Feuer können auch zumindest die Wiedergänger bezwungen werden, aber die Menschen sind zahlenmäßig klar unterlegen – und sie wissen noch gar nicht, was da in der Schlacht noch alles auf sie wartet. Eis-Riesen waren schon zu sehen, vielleicht gibt es noch ein paar verwandelte Kreaturen als Gegner.

Wir glauben, dass die düsteren Vorzeichen aus der vergangenen Folge sich bewahrheiten werden. Es heißt, Abschied zu nehmen. Abschied von zahlreichen liebgewonnen Figuren. Wen es in der kommenden Episode erwischen wird? Wissen wir nicht, aber keine Figur kann sicher sein, die Schlacht von Winterfell zu überleben. Und selbst Cersei scheint in Königsmund bei weitem nicht so sicher zu sein, wie man bislang dachte.

Die Frage, wer die Schlacht überlebt, ist ebenfalls nicht ohne Glaskugel zu beantworten. Und wenn wir es wüssten, würden wir vorher auch noch kurz in der Lottobude vorbeischauen. Dennoch wagen wir einige Prognosen: Jon, Daenerys, Sam, Bran und Sansa Stark werden mit ziemlicher Sicherheit überleben, Jaime und Tyrion Lennister sowie der Bluthund besitzen unserer Meinung nach ebenfalls gute Chancen. Bei Brienne, Tormund, Beric, Edd Tollett sind wir uns aber leider sicher, sie nicht mehr wiederzusehen. Bei Arya Stark gehen die Meinungen stark auseinander. 

Wir meinen: In der Schlacht deutet sich eine vernichtende Niederlage für die Menschen an, doch die Folge wird in der Schlacht enden und in der vierten Episode fortgesetzt.

These 3: Die Krypta in Winterfell spielt eine entscheidende Rolle

In der Serie wird die Krypta von Winterfell schon immer als ein sehr atmosphärischer Ort dargestellt. Hier liegen die Gebeine der Stark-Familie. Zwischen den Säulen befinden sich die Gräber der Starks von Winterfell, deren Abbilder in Stein gemeißelt auf Thronen sitzen. Vor ihnen liegen Eisenschwerter, um die Geister von Weißen Wanderern fernzuhalten. Zu ihren Füßen liegen  knurrende Schattenwölfe. Wir vermuten, dass dieser Ort für den Ausgang der Schlacht ziemlich entscheidend sein wird.

Durch sein Zeichen am Arm von Bran, weiß der Nachtkönig immer, wo der jüngste Stark-Nachkomme, der mittlerweile zum Nachkommen des dreiäugigen Rabens mutiert ist, sich aufhält. Und Bran weiß das. Deshalb hat er die Krypta gemieden, seit er vom Nachtkönig durch eine Berührung gezeichnet wurde. In Fan-Kreisen wird gemutmaßt, dass die Krypta mit einem Zauber belegt sein könnte, der die Weißen Wanderer davon abhält, Winterfell einzunehmen. Er schickt Sam dorthin, um Jon über dessen Herkunft aufzuklären. Hätte er sich in die Krypta bringen lassen (gehen kann er ja nicht mehr), hätte er womöglich den Zauber aufs Spiel gesetzt.

Sind also die Menschen in der Krypta sicher? Wir sind uns sehr unsicher. Was sicher ist: Es gibt geheime Gänge, die von dort nach außen führen. So könnten einige Protagonisten vielleicht sogar nach einer verlorenen Schlacht gegen die Armee der Untoten doch noch überleben und vor den Weißen Wanderern fliehen. Doch wie so vieles bei Game of Thrones hat auch diese Möglichkeit zwei Seiten. Denn: Vielleicht finden ja auch die Untoten einen der geheimen Gänge und brechen auf diese Art in Winterfell ein.

These 4: Theon rettet Bran und bringt ihn mit dem Schiff zu den Eiseninseln

Als Bran den anderen in der zweiten Folge erläutert, dass er das primäre Ziel des Nachtkönigs sei und sich deshalb als Lockvogel in den Götterhain begeben will, sagt Theon Graufreud, dass er ihn dort beschützen wolle. Der Eisenmann hat immer noch ein schlechtes Gewissen, dass er die Starks, die ihn einst aufgezogen hatten, hintergangen hatte und kurzzeitig mal Winterfell überfallen und eingenommen hatte. Jetzt kann er einiges gutmachen – und das wird er auch tun.

Theon hatte in Folge 1 seine Schwester aus den Fängen Eurons befreit und Asha hatte unverzüglich die Reise in die Heimat angetreten, um die Eiseninseln als möglichen Rückzugsort für Daenerys und Jon zurückzuerobern. Immerhin wurde dies auch in der zweiten Folge thematisiert. Nachdem Sansa Daenerys unmissverständlich klargemacht hatte, dass sich der Norden niemanden mehr beugen werde, unterbrach Theons Ankunft in Winterfell das Gespräch der beiden. 

Da wir glauben, dass bei Game of Thrones die wenigsten Dinge einfach nur so und ohne Grund passieren, denken wir, dass Theon Bran in Sicherheit bringen wird. Wer noch mit ihnen reisen wird? Unklar, genauso wie lange die Eiseninseln sicher sein werden. Denn: Sollte sich These 1 bewahrheiten, könnte schon bald eine Zombieversion der Goldenen Kompanie die Segel setzen. 

These 5: Melisandre kommt zurück

Ganz ehrlich: Wir hatten Melisandre schon früher in der 8. Staffel zurück in Westeros erwartet. Die Zeit drängt, deshalb muss die Rote Priesterin einfach zurückkommen. Melisandres einzige Funktion in der Serie war es, die Menschen in Westeros auf den Kampf gegen den Nachtkönig und die Weißen Wanderer vorzubereiten. 

Bei ihrem Abschied aus Westeros in Staffel 7 sagte sie Varys, dass sie noch einmal in dieses seltsame Land zurückkehren müsse, um in Westeros zu sterben. Lächelnd fügte sie hinzu, dass ihn das gleiche Schicksal erwarte. Ein Hinweis auf ihre Rückkehr. Und frei nach dem Hit der Kölner Karnevalsband „Die Höhner“: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ erwarten wir, dass für Melisandre der perfekte Zeitpunkt für ein Comeback gekommen ist. 

Vorstellbar wäre, dass sie bei Beginn der Schlacht noch nicht vor Ort ist und später in Winterfell eintrifft, aber noch in die Schlacht eingreift. Ein bisschen Magie würde den Menschen in dieser ausweglosen Situation jedenfalls nicht schaden. Da ihre Funktion in der Serie so eindeutig ist, wäre es irgendwie überraschend, wenn sie im Endkampf fehlen würde.

Und hier die Auflösung: Das ist wirklich in der Folge passiert.