Die achte und finale Staffel von Game of Thrones ist gestartet. Die erste Episode „Winterfell“ stand ganz im Zeichen des Wiedersehens, dazu erfuhr Jon Schnee seine wahre Herkunft, was durchaus Auswirkungen auf die Zukunft haben dürfte. Im Zusammenspiel mit den Szenen aus den Trailern ergibt sich nach der Premieren-Episode der Schluss-Staffel schon ein etwas klareres Bild davon, wie es in Westeros weitergeht. Wir wagen für euch einen Blick in die Kristallkugel, was in der zweiten Episode passieren wird.

ACHTUNG: DIESER TEXT ENTHÄLT SPOILER! Wenn ihr keine Informationen zur ersten Folge der achten Staffel von Game of Thrones erfahren wollt, lest auf keinen Fall weiter!

Nach der Ausstrahlung der ersten Folge steht vor allem eins fest: Es gibt nur noch fünf Folgen Game of Thrones. Dann ist Schluss mit lustig. Für immer. Weshalb die Stimmung bei den Fans natürlich steigt. Natürlich wissen auch wir nicht, wie die Serie endet, wagen aber dennoch eine Prognose, was ihr in der zweiten Episode der achten Staffel von Game of Thrones zu sehen bekommt. 

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THESE 1: Jon sagt Daenerys die Wahrheit

Nachdem Samwell Tarly seinem alten Kumpel Jon Schnee auf Geheiß von Bran Stark die Wahrheit über dessen wahre Identität mitgeteilt hat, müsste eigentlich Daenerys Targaryen eingeweiht werden. Schließlich dürfte es sie auch interessieren, dass Jon gar nicht der Bastard von Ned Stark ist, sondern vielmehr der Sohn von Neds Schwester Lyanna und Rhaegar Targaryen ist.

Da diese beiden heimlich heirateten, ist Jon eigentlich Aegon Targaryen. Und der hat ein Anrecht auf den Eisernen Thron. Noch vor seiner geliebten Königin Daenerys. Und als wäre die gesamte Situation noch nicht verfahren genug, müsste ja auch noch thematisiert werden, dass Daenerys Jons Tante ist.

Wir glauben, dass der immer noch aufgewühlte Jon Daenerys einweiht und ihr die Wahrheit über seine Herkunft erzählen wird. Wie Daenerys diese Nachricht wohl aufnehmen wird? Schließlich reist sie seit acht Staffeln auf beschwerlichste Art und Weise quer durch die Welt, um den Eisernen Thron zurück zu erobern. Und jetzt, so kurz vor dem Ziel soll sie jemandem den Vortritt lassen. Sie, die Drachenmutter? Schwer vorstellbar, aber wenn es überhaupt jemand schafft, ihr den Thron auszureden, dann wohl Jon. 

Und Jon? Der ist sichtlich unglücklich damit, der legitime Herrscher der sieben Königslande zu sein. Es besteht also eine kleine Chance, dass er vor Daenerys kneift und einfach weitermacht wie bisher. Da aber Bran und Sam Bescheid wissen, wird Jon nicht drumherum kommen, ihr reinen Wein einzuschenken.

THESE 2: Die Menschen konzentrieren sich nicht auf das Wesentliche

Genau das ist das Hauptproblem der Menschen! Nicht nur die öffentliche Intrige von Cersei Lennister und Euron Graufreud, die nicht weniger als den Rest der Menschheit betrügen, wirkt sich unvorteilhaft auf die Chancen vor der Schlacht gegen den Nachtkönig aus. Nein, auch in Winterfell sind sich die Menschen nicht grün. Die Nordmänner trauen generell keinen Fremden, da bildet auch Daenerys keine Ausnahme. 

Dass sich Jon, der einstige „König des Nordens“, ihr unterwarf, kam im Norden auch nicht gut an. Und was werden die Männer des Nordens erst sagen, wenn sie erfahren, dass Jon eigentlich ein Targaryen ist? Werden sie ihm noch folgen? Werden sie deshalb Daenerys nie als Königin auf dem Eisernen Thron akzeptieren? Viele Fragen! 

Wie geht es zwischen Sansa Stark und Daenerys weiter? Hier wirkt das Verhältnis mehr als nur gestört, obwohl beide bislang wenig bis gar keine Berührungspunkte miteinander hatten. Mehr Berührungspunkte gibt es da schon zwischen Daenerys und Jaime Lennister, der am Ende der ersten Folge endlich aus Königsmund in Winterfell eingetroffen ist, um mit den Männern des Nordens gegen die Weißen Wanderer zu kämpfen. Seinen Spitznamen „Königsmörder“ trägt Cerseis Bruder nicht ohne Grund, denn Jaime tötete einst den „Verrückten König“, Aerys II. – immerhin Daenerys‘ Vater. Auch dieses Aufeinandertreffen birgt Zündstoff.

THESE 3: Jaime klärt über Cersei auf und wird von Bran verteidigt

Jaime ist zurück in Winterfell. Dort war er bereits in der ersten Folge der ersten Staffel. Damals stieß er den jungen Bran Stark von einem Turm, weil dieser ihn und seine Schwester Cersei beim Sex beobachtet hatte. Nun endete die erste Folge damit, dass Bran Sam sagte, dass er draußen auf „einen alten Freund“ warte. Wie sich am nächsten Morgen – Bran sitzt immer noch da – herausstellt, meinte er tatsächlich Jaime.

Doch es scheint so, als habe sich Bran längst aller menschlicher Natur entledigt, und sei komplett zum dreiäugigen Raben mutiert, der seherische Qualitäten besitzt, in Personen schlüpfen und sogar Zeitreisen unternehmen kann. Was auch bedeutet, dass Bran, der bis jetzt keinem davon erzählt hat, wer ihn einst vom Turm stieß, keinerlei Hass gegenüber Jaime empfindet. Bran, der seit diesem Sturz nicht mehr gehen kann, weiß im Gegensatz zu den meisten Menschen in Westeros, dass jetzt nicht die Zeit für persönliche Dissonanzen und Streitigkeiten ist. Schließlich geht es um mehr. Viel mehr. Nämlich um die Zukunft der Menschheit.

Wenn das mal kein Grund ist, die eigenen Probleme hinten anzustellen. Wir glauben, dass Bran in der zweiten Episode sogar noch einen Schritt weitergehen wird. Unserer Prognose nach wird Jaime Daenerys und Jon sagen, dass Cersei sie betrügt und gar nicht vor hat den Norden mit ihren Truppen im Kampf gegen den Nachtkönig und die Weißen Wanderer zu unterstützen. Er wird Daenerys und Jon zudem darüber informieren, dass Cersei die Goldene Kompanie auf ihrer Seite hat, aber entspannt erst einmal den Ausgang des Kampfes zwischen Menschen und Weißen Wanderern abwarten will.

Daenerys wird sehr unzufrieden sein, dass der einstige Kommandant der Königsgarde nicht nur mit schlechten Nachrichten, sondern auch gänzlich ohne Armee nach Winterfell gekommen ist. Sie wird ihn vernehmen und wird Jaime mit dem Mord an ihrem Vater konfrontieren. Vielleicht droht dem „Königsmörder“ sogar in diesem Zusammenhang der eigene Tod, doch Bran wird ihm beim Tribunal zur Seite springen und Jaimes Version der Geschichte bestätigen und Daenerys damit besänftigen. Zumindest hier wären die Fronten dann vor der Schlacht geklärt.

THESE 4: Tormund und Beric Dondarrion erreichen Winterfell vor den Weißen Wanderern

Tormund und Beric Dondarrion leben und wollen von der eingestürzten Mauer nach Winterfell. Beim Zwischenstopp auf Burg „Letzter Herd“ sehen sie in der ersten Staffel, wozu der Nachtkönig und seine Gefolgschaft fähig sind. Wir meinen, dass sie es schaffen, vor den Weißen Wanderern nach Winterfell zurück zu kehren und berichten von dem mystischen Zeichen des Nachtkönigs mit dem toten Lord Ned Umber im Zentrum.

Wir nehmen an, dass die Spirale, die schon mehrfach in abgewandelter Form in Game of Thrones zu sehen war, noch eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Weißen Wanderer spielen wird. Die Entschlüsselung dieser Zeichen, die der Nachtkönig offensichtlich als Kommunikation mit den Menschen nutzt, sollte im Zentrum der Arbeit von Sam und Bran stehen.

Eine beliebte Theorie unter Fans besagt, dass der Nachtkönig gar nicht besiegt werden kann und auch in der Vergangenheit von den Ersten Menschen und den Kindern des Waldes nicht besiegt wurde. Der Legende nach fielen die Weißen Wanderer vor 8000 Jahren in Westeros ein und konnten erfolgreich zurückgeschlagen werden. Im Anschluss an die angebliche Schlacht soll die Mauer erbaut worden sein.

Stimmt das alles etwa gar nicht? Gab es gar keinen Sieg über den Nachtkönig und die Weißen Wanderer? War es vielmehr ein Deal, der den Nachtkönig ruhigstellte? Und was haben die Opfergaben von männlichen Menschenbabys damit zu tun? Kommt der Nachtkönig zurück, weil diese Opfergaben eingestellt wurden? Oder hat die Geburt der Drachen etwas damit zu tun?

Wir sind jedenfalls der Meinung, dass Tormund und Beric ihre Beobachtungen an Bran und Sam in der zweiten Episode weitergeben werden und somit vielleicht einen entscheidenden Tipp für die Lösung des Problems mit der Armee der Untoten liefern.

THESE 5: Die Episode endet damit, dass die Weißen Wanderer vor Winterfell stehen

Es war DIE Szene des Trailers zur achten Staffel. In der Schlussszene ist Winterfell in der Dunkelheit von außen zu sehen. Und dazu ein paar Hufe und Beine eines Pferds. Vermutlich ein Pferd der Armee der Untoten. Die Weißen Wanderer sind da, das signalisierte der Trailer. Und da die Kollegen in der ersten Folge gar nicht zu sehen waren, wird es mal wieder Zeit. 

Wir glauben, dass die zweite Episode der achten Staffel sich intensiv mit den Vorbereitungen der Menschen auf den Kampf gegen den Nachtkönig und die Weißen Wanderer beschäftigt und eben mit dieser bedrohlichen Szene aus dem Teaser enden wird. Die Botschaft der zweiten Folge ist klar: Die große Schlacht is coming.

UPDATE, 22. April: Das ist in der zweiten Episode der achten Staffel passiert.