stefan raab free esc
Foto: Screenshot ProSieben

Nico Santos hat für Spanien den von Stefan Raab ins Leben gerufenen ESC-Ersatz „Free European Song Contest“ gewonnen. Mit Spannung wurde erwartet, ob Stefan Raab ebenfalls auftreten würde. Tatsächlich bekamen ihn die Zuschauer kurz zu sehen, allerdings nicht in erhofftem Umfang.

Nico Santos erhielt in der ProSieben-Show aus den anderen Teilnehmerländern am Samstagabend die meisten Punkte – kurz nach Mitternacht war das Ergebnis offiziell. Gesungen hatte er das Lied „Like I Love You“.

„Das ist der erste Preis, den ich jemals gewonnen habe“, sagte der Sänger, als er die Trophäe in den Händen hielt. Santos war damit der erste Sieger des „FreeESC“ überhaupt – der Wettbewerb ist neu.

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Die von Raab produzierte Show war als Ersatz für den wegen der Corona-Pandemie abgesagten Eurovision Song Contest in Rotterdam gedacht. Der Modus orientierte sich in gewisser Weise am Original. Zwölf Punkte waren pro Land die Höchstwertung.

Mit Spannung war vor allem erwartet worden, wer für Deutschland ins Rennen gehen würde. Raab hatte eine „echte Legende“ versprochen. Viele Zuschauer hofften im Vorfeld, er selbst sei damit gemeint.

Und tatsächlich: die Show war gerade fünf Minuten alt, da bekamen die TV-Zuschauer tatsächlich Raab zu Gesicht. Es war sein erster Auftritt im deutschen Fernsehen seit der letzten „Schlag den Raab“-Show am 19. Dezember 2015. In einem Einspieler parodierte er Nicoles ESC-Siegerauftritt von 1982 – inklusive künstlichem Monster-Fuß.

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Die Freude im Netz war riesig und die Zuschauer erhofften sich, Raab würde später für Deutschland singen. ProSieben ließ den deutschen Beitrag als letztes ran und erhöhte damit die Spannung. Als Deutschland an der Reihe war, sagte Moderator Steven Gätjen dann: „Liebe Leute, jetzt wird es ganz groß. Der Teilnehmer ist nicht irgendwer. Man kann ihn mit einem einzigen Wort beschreiben: der größte Entertainer Deutschlands. Er ist der beste Teilnehmer, den Deutschland jemals bei einem Musikwettbewerb hatte.“

Der zuvor geheim gehaltene deutsche Beitrag wird allerdings nicht von Raab, sondern von Komiker Helge Schneider präsentiert. Er heißt „Forever at home“ und besingt das Leben in der Corona-Krise: „Für immer, forever at home, forever alone, für immer im Haus“, singt Schneider. „Der Markt hat auf, ich bleib‘ zu Haus, lass mir Kartoffeln schicken. Ach, wie gemütlich es bei mir ist. Doch lässt sich keine blicken.“

Die Twitter-Gemeinde war ein wenig enttäuscht:

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Der spezielle Humor von Schneider gefiel dabei nicht jedem, von anderen wurde er hingegen gefeiert. Man muss ihn halt mögen.

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Übrigens: Model Heidi Klum und Ehemann Tom Kaulitz haben die deutschen Punkte verkündet. Das Paar wurde in der Show aus Los Angeles zugeschaltet, um zu verraten, für welches Teilnehmerland die deutschen Zuschauer die meisten Stimmen abgegeben hatten – es war der Mond, der kurioserweise als Gastland an dem Wettbewerb teilgenommen hatte.

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Es handelte sich um einen Astronauten – erkennbar als jener Astronaut, der die erste Staffel der ProSieben-Show „The Masked Singer“ gewonnen hatte. Unter der Maske steckte damals Sänger Max Mutzke. Ob das beim „#FreeESC“ auch so war, blieb zunächst unklar. Man kann jedoch davon ausgehen.

Erklärt wurde die Aktion damit, dass auch beim echten Eurovision Song Contest Länder teilnehmen, die nicht in Europa liegen – etwa Australien. „Auch wir beim FreeESC haben ein Gastland, einen Teilnehmer aus einer Gegend, die nicht zu Europa gehört“, erklärte Moderatorin Conchita Wurst.

Parallel zu Raabs Ersatzshow wurde auf dem Ersten ebenfalls ein ESC-Alternativevent ausgetragen, das Litauen für sich entschied.

Das Quotenduell entschied das Erste für sich: Im Schnitt schalteten beim ARD-Ersatzwettbewerb 3,18 Millionen Zuschauer ein, was einem Marktanteil von 10,2 Prozent entsprach. Für den von Stefan Raab produzierten „Free European Song Contest“ interessierten sich im Schnitt 2,57 Millionen.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa