Emmy Awards Emmys 2019 Sophie Turner
Foto: AFP/Valerie Macon

Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ hat bei den US-Fernsehpreisen Emmys ihren eigenen Rekord erneut eingestellt. Die weiblichen Darsteller der Erfolgsserie gingen allerdings leer aus – was im Netz für Unverständnis sorgt.

Mit Jubel und einem eingestellten Rekord hat sich die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ nach acht erfolgreichen Staffeln von der Bühne der US-Fernsehpreise Emmys verabschiedet. Die im Mai zu Ende gegangene Serie gewann bei der Gala am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles zwei Preise – die Auszeichnung als beste Drama-Serie und den Preis für Peter Dinklage, der die Rolle des Tyrion Lannister verkörperte, als bester Nebendarsteller in einer Drama-Serie – zusätzlich zu den zehn Trophäen, die sie bereits zuvor in Nebenkategorien eingesammelt hatte.

In die US-Fernsehpreis-Feier am Sonntag ging die Fantasy-Serie mit 32 Nominierungen, und zehn davon heimste sie bereits am vergangenen Wochenende ein, als die Emmys für künstlerische und technische Errungenschaften verliehen wurden.

Geknackt werden können hätte der Rekord, wenn auch eine weibliche Darstellerin mit einem Award ausgezeichnet worden wäre. Doch trotz zahlreicher Nominierungen gingen die GoT-Schauspielerinnen leer aus. Nominiert waren:

  • Emilia Clarke (Daenerys Targaryen) als Hauptdarstellerin in einer Dramaserie
  • Gwendoline Christie (Brienne of Tarth) als Nebendarstellerin in einer Dramaserie
  • Lena Headey (Cersei Lannister) als Nebendarstellerin in einer Dramaserie
  • Sophie Turnier (Sansa Stark) als Nebendarstellerin in einer Dramaserie
  • Maisie Williams (Arya Stark) als Nebendarstellerin in einer Dramaserie

Auf Twitter stieß die wiederholte Nichtberücksichtigung – bereits bei den vorigen Staffeln gewannen sie keinen Preis – der weiblichen GoT-Darstellerinnen auf Unverständnis:

„Diese Frauen waren über die gesamte Serie hinweg herausragend und es ist ärgerlich, dass sie nie berücksichtigt wurden“, meint diese Nutzerin:

https://twitter.com/AfricanKhaIeesi/status/1175984374476615680?s=20

Die Darstellerinnen hätten die Serie getragen, meint diese Userin:

Andere waren schlichtweg nicht einverstanden:

Der dritte GoT-Streich nach 2015 und 2016

Bereits 2015 und 2016 hatte die Serie, deren Abschlussstaffel mit der Rekordanzahl von 32 Nominierungen in die Emmy-Verleihung gegangen war, je zwölf Auszeichnungen bekommen – Rekord. Übertroffen werden – wie von vielen Beobachtern erwartet – konnte der Rekord jedoch nicht. Das Publikum feierte die Schauspieler der HBO-Serie, die in den Jahren zuvor bereits 38 Auszeichnungen eingesammelt hatte. „Wir haben nur geschwitzt und wir haben nur gelacht“, sagte Darsteller Dinklage in seiner Dankesrede. „Ich würde es sofort wieder machen.“

Die Ehrenrunde eines weiteren Publikumslieblings misslang jedoch: Die bereits vielfach Emmy-prämierte Comedy-Serie „Veep – Die Vizepräsidentin“ über eine skrupellose Spitzenpolitikerin mit unfähigem Team war im Mai nach sieben Staffeln zu Ende gegangen. Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus hat für ihre Rolle als Präsidentin Selena Meyer bis 2017 schon sechs Emmys gewonnen. Sie hatte dann eine schwere Krebserkrankung überwunden und nach ihrer Genesung die nun zur Wahl stehende siebte und letzte Staffel abgedreht – aber bekam in der Kategorie der besten Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie zur großen Überraschung vieler Beobachter in diesem Jahr keinen Emmy.

Phoebe Waller-Bridge gewinnt drei Trophäen

Anstelle dessen gewann Neuankömmling Phoebe Waller-Bridge, die mit ihrer Amazon-Comedy-Serie „Fleabag“ der Konkurrenz von „Veep“ gleich auch noch den Preis als beste Comedy-Serie wegschnappte. „Jetzt wird es aber wirklich albern“, kommentierte Waller-Bridge in ihrer Dankesrede – nachdem sie insgesamt drei Trophäen, auch noch die für das beste Drehbuch, eingesammelt hatte.

Zu den weiteren Gewinnern gehörten die Serien „Chernobyl“ und „The Marvelous Mrs. Maisel“ und „Ozark“. Billy Porter gewann als erster offen homosexueller Mann in der Kategorie bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie für seine Rolle in „Pose“.

Die Emmys werden in rund 120 Kategorien von etwa 24 000 Mitgliedern der Television Academy vergeben. Bei der Gala, in diesem Jahr zum vierten Mal in der Geschichte ohne Moderator, stehen die Hauptkategorien im Mittelpunkt. Zusammengezählt mit den Nebenkategorien sammelte der Premium-Kabelfernsehsenders HBO mit 34 die meisten Trophäen ein, dahinter folgte der Streamingdienst Netflix mit 27, Amazon mit 15, National Geographic mit 8 und der TV-Sender NBC mit 7.

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa