Omikron statt „IBES“-Fieber: Was wird aus dem Dschungelcamp 2022?

Südafrika statt Australien lautete der RTL-Plan für das Dschungelcamp 2022. Dann kam die Omikron-Variante. Die große Frage lautet: Was wird aus "IBES"?
Daniel Hartwich Sonja Zietlow
Foto: RTL

Wie es auch immer kommt: Der Dschungelkönig 2022 wird nach Stand der Dinge ein Herrscher ohne Regenwald werden. Denn das Dschungelcamp wird wegen Corona fern von Australien aufgeschlagen. Zurzeit plant RTL die 15. Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ in Südafrika am Rande des berühmten Krüger-Nationalparks. Doch seit dem Aufkommen der Omikron-Variante des Coronavirus dürfte man hinter den RTL-Kulissen vermutlich einen neuen Plan B entwickeln.

Nach Auskunft von RTL vom Dienstag (30.11.) bleibt es für die Teilnehmer – darunter Reality-TV-Kandidat Filip Pavlovic, Sänger Lucas Cordalis und Designer Harald Glööcklernach jetzigem Stand beim Reiseziel Südafrika: „Für das Dschungelcamp wird weiter mit Südafrika geplant, aber natürlich unter Beobachtung der aktuellen Entwicklungen.“ Darüber hinaus hält sich der Privatsender zum Thema völlig bedeckt.

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Dschungelcamp 2022: Findet „IBES“ trotz Corona statt?

Die 15. Staffel des Spektakels soll laut diesem Szenario im Januar in einer spektakulären Savannenlandschaft produziert werden. Da gibt es zwar jede Menge schöner und auch gefährlicher Tiere und Landschaften für Mut- und Ekelproben aller Art – aber eben überhaupt gar keinen Dschungel. Der Kap-Staat bietet den Machern der Show nicht nur wegen der geringeren Zeitverschiebung zu Deutschland (gerade mal eine Stunde) viele dramaturgische Vorteile. Dennoch sind Zweifel erlaubt, ob es bei diesem Plan bleibt.

Das ins Auge gefasste Dschungelcamp befindet sich nahe einer der schönsten Routen auf dem Weg zum Krüger-Nationalpark: dem Blyde River Canyon. In Vor-Corona-Zeiten wimmelte es hier nur so vor Touristen aus aller Welt, doch dann sorgten globale Restriktionen erst mal für monatelange Flaute im Tourismusgeschäft. Nun bereitet sich das Park-Management erneut auf Kaskaden von Stornierungen vor.

Denn seit der Entdeckung der neuen Omikron-Variante im südlichen Teil des Kontinents hagelte es nur so an Reisebeschränkungen gegen Südafrika – und das, obwohl auf der südlichen Halbkugel gerade Sommer ist, also Hochsaison. Touristen von außerhalb Afrikas bringen der Branche mit ihren rund 1,5 Millionen direkten und indirekten Jobs nach Schätzungen jährlich umgerechnet 4,7 Milliarden Euro ein.

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Omikron crasht Tourismus-Neuanfang in Südafrika

Dabei hatte die Branche nach fast zweijähriger Corona-Flaute endlich wieder Morgenluft gewittert. Alles stand bereit für den Neuanfang, viele Anlagen waren aufwendig modernisiert und auf Hochglanz gebracht. Bei der Anreise über das wichtigste Einfallstor für Touristen auf dem Weg zum berühmten Tierparadies – dem Eastgate-Flugplatz – könnten die Dschungelkämpfer eine gerade für 1,2 Millionen Euro modernisierte Anlage bewundern.

Das Dschungelcamp wurde von der Tourismusbranche in gewisser Weise auch als Hoffnungsträger verstanden. Ähnlich sieht es bei der heimischen Filmindustrie aus, die seit Beginn der Corona-Krise am Boden liegt. Galt der Kap-Staat einst wegen seiner günstigen Preise und der grandiosen Landschaften als Tummelplatz für Drehteams aus aller Welt, so knickte laut der nationalen Film- und Videostiftung der Umsatz der Branche ebenso wie die Zahl der Jobs drastisch ein.

Jeder Drehtag im Lande ist daher willkommen. Doch nach Bekanntgabe der neuen Variante vorigen Donnerstag (25.11.) hagelte es Absagen. „Allein am Freitag hat unsere Industrie rund 100 Millionen Rand verloren“, klagte Beverley Wynne von der Commercial Producers Association of South Africa im TV-Sender eNCA – das sind etwa 5,5 Millionen Euro.

Wieder Dschungelshow statt Dschungelcamp?

Was passiert, wenn auch RTL der Dreh in Südafrika zu gefährlich wird? Eine komplette Absage? Unwahrscheinlich. Eher ist mit einem Ersatz in Deutschland zu rechnen. So spielten die Prominenten im Januar 2021 in einer „Dschungelshow“ mit. Sie lebten dabei als Kleingruppe in einem winzigen Häuschen in einem Studiokomplex in Hürth bei Köln. Das hieße: Ekelprüfungen inmitten von Topfpflanzen. Ohne Dschungel.

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dpa