Peter Pan Rothäute
Foto: Screenshot/Disney+

Millionen von Kindern weltweit sind mit Disney-Filmen aufgewachsen. Doch nun warnt das Unternehmen auf „Disney+“ vor den eigenen Inhalten. Der Grund: Rassismus.

Klickt man sich auf der Streaming-Plattform derzeit zu „Peter Pan“ oder „Dumbo“ durch, erscheint vor Beginn des Films folgender Warnhinweis: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulture. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute […]“. Sogar von „schädlichen Auswirkungen“ ist die Rede.

Disney+-Warnhinweis
Diesen Warnhinweis bekommen „Disney+“-Nutzer ab sofort bei Filmen wie „Peter Pan“ angezeigt. Foto: Screenshot/Disney+

Disney sei es wichtig, die betreffenden Filme nicht zu entfernen, sondern „aus ihnen zu lernen und Unterhaltungen anzuregen, die es ermöglichen, eine integrativere gemeinsame Zukunft ohne Diskriminierung zu schaffen“.

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Zumindest für die Kinder-Profile, auf denen ausschließlich Filme für 0- bis 6-Jährige angeschaut werden können, sind unter anderem die Klassiker „Peter Pan“, „Aristocats“, „Susi und Strolch“, „Dumbo“ und „Das Dschungelbuch“ aber verschwunden.

Disney: Was ist an „Peter Pan“, „Dumbo“ und Co. rassistisch?

Auf seiner Homepage geht Disney genauer auf die getroffenen Entscheidungen ein. In „Dumbo“ (1941) etwa gibt es singende Krähen, die als Hommage an „rassistische Minnesängershows“ bewertet werden. Zudem sind in einer Szene zu Beginn des Films dunkelhäutige Arbeiter zu sehen, die ein Zirkuszelt aufbauen und dazu singen, dass sie nie gelernt hätten zu lesen und zu schreiben. „Wenn andere ins Bett gehen, schuften wir uns ab, bis wir sterben“, lautet ein Teil des Liedtextes.

Im Klassiker „Peter Pan“ (1953) werden Ureinwohner immer wieder als „Rothäute“ bezeichnet und stereotyp dargestellt. Protagonist Peter Pan trage deren Kopfschmuck in spottender Weise. Problematisch sei darüber hinaus ein Tanz, den er und die „Verlorenen Jungs“ aufführen. Er sei eine „Form der Veralberung und Aneignung der Kultur und Bildwelt der indigenen Völker“.

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In „Aristocats“ (1970) gilt die mit Stäbchen auf einem Klavier spielende Katze als „rassistische Karikatur ostasiatischer Völker mit übertriebenen sterotypen Merkmalen wie schrägen Augen und Buckelzähnen“. Disney dazu: „Diese Darstellung verstärkt das Stereotyp ‚ewiger Ausländer‘, während der Film auch Texte enthält, die die chinesische Sprache und Kultur verspotten.“

„Si“ und „Am“ verkörpern in „Susi und Strolch“ (1955) zwei Bösewichte, die dem Aussehen antiasiatischer Stereotypen entsprechen. Der Film wurde zu einer Zeit veröffentlicht, in der antiasiatischer Rassismus als Nachwirkung der Kolonialzeit weit verbreitet war.

Ebenfalls der Kolonialzeit zuzusprechen ist die Darstellung schwarzer Menschen als Orang-Utans in „Das Dschungelbuch“ (1967). In der englischen Vertonung wird diese durch den afro-amerikanischen Akzent der Affen deutlich. Sie werden zudem als dumm, faul und hysterisch dargestellt und entsprechen so dem Klischee, das zu dieser Zeit etabliert wurde.

Disneys Beitrag zum „Black History Month“

Die von Disney getroffenen Entscheidungen stehen in Verbindung mit dem „Black History Month“, der allljährlich im Februar in Kanada und den USA gefeiert wird. In diesem Zuge hat das Unternehmen die Initiative „Stories Matter“ ins Leben gerufen:

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Auf „Disney+“ wurde unter der Überschrift „Celebrate Black Stories“ eine Auswahl an Filmen zusammengestellt, die „schwarze Geschichte ehren und Geschichte schrieben“, verkündete das Unternehmen auf Twitter:

Twitter

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Zu den mit einem Warnhinweis versehenen Disney-Filmen gehören neben den oben genannten beispielsweise auch „Die Insel der Verlorenen“ und „Dschungel der 1000 Gefahren“. Ihr möchtet mehr über die Hintergründe erfahren? Auf dieser Seite gibt es alle Informationen von Disney.