Stefan Raab ESC
Foto: Jörg Carstensen/dpa

Statt des wegen der Corona-Krise ausfallenden Eurovision Song Contest 2020 übernimmt die ARD die EBU-Gemeinschaftssendung „Europe Shine a Light“ am 16. Mai. Auch ProSieben und Stefan Raab übertragen an diesem Tag eine ESC-Ersatzshow.

In der nun veröffentlichten Programmübersicht für das Erste sind am Abend des ursprünglich geplanten ESC-Finales für die Show „Europe Shine a Light“ ab 21.00 Uhr zweieinhalb Stunden Sendezeit vorgesehen. Zunächst hatte es geheißen, die Show solle etwa zwei Stunden dauern.

Im vergangenen Jahr dauerte das große Finale inklusive aufwendiger Punktevergabe gut vier Stunden. Bei der jetzigen Ersatzshow soll es kein Voting und kein Siegerlied geben.

„In der Live-Show aus dem niederländischen Hilversum werden all diejenigen geehrt, die in diesem Jahr beim ESC in Rotterdam aufgetreten wären“, heißt es vom Norddeutschen Rundfunk (NDR), der beim Senderverbund ARD für den ESC federführend verantwortlich ist. „In den 150 Minuten gibt es Schalten über den gesamten Kontinent, viel Musik und einige Überraschungsauftritte ehemaliger ESC-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer.“

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In der Sendung sollen – passend zum Sendungsnamen – alle 41 Interpreten, die dieses Jahr in Rotterdam antreten sollten, gemeinsam den Eurovision-Siegersong von 1997, „Love Shine A Light“, von Katrina and the Waves singen.

Von 20.15 Uhr bis 21.00 Uhr plant das Erste die Sendung „Countdown“ mit Barbara Schöneberger aus Hamburg. Zu Gast sind dort unter anderem Ben Dolic, der seinen Song „Violent Thing“ live performen soll, sowie Michael Schulte und Peter Urban.

Das Erste konkurriert damit mit Stefan Raab, der am 31. März gemeinsam mit ProSieben überraschend verkündet hatte, eine eigene ESC-Alternative zu veranstalten – ebenfalls am 16. Mai.

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Der neue, freie europäische Songwettbewerb von ProSieben soll in Köln unter allen „aktuellen gesetzlichen Auflagen und (…) Vorgaben der Gesundheitsbehörden“ stattfinden. Stefan Raab will die Show produzieren, wie der Sender mitteilte.

Der Sender zitierte Raab mit den Worten: „Musik verbindet besonders in schwierigen Zeiten viele Menschen miteinander. Dies ist die Geburtsstunde eines neuen, freien europäischen Songwettbewerbs.“

Seit den 90er Jahren hat der heute 53 Jahre alte Raab, der sich eigentlich im selbstgewählten TV-Ruhestand befindet, den ESC immer wieder aufgerollt und Schützlinge an den Start gebracht, die sich deutlich besser platzierten als sonst. Mit Lena Meyer-Landrut gelang Raab 2010 sogar der große Wurf: Der Hit „Satellite“ holte den Sieg nach Deutschland.

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ProSieben-Chef Daniel Rosemann sprach nun von einer „großartigen Möglichkeit, Europa in diesen Zeiten mit einem neuen Musikwettbewerb zu leben und zu feiern“. Details wollen die Organisatoren in Kürze präsentieren. Der Hashtag zur Show lautet #FreeESC.

Am 18. März hatte die Europäische Rundfunkunion EBU bekanntgegeben, dass der ESC wegen des Coronavirus erstmals seit 1956 ausfällt. Der Wettbewerb war in Rotterdam geplant, weil 2019 die Niederlande gewonnen hatten.

 

Quelle: dpa