Maxme Herbord Die Bachelorette
Foto: TVNOW

Die Kritik an Bachelorette Maxime Herbord war groß. Viele Fans der Show empfanden sie als unpassend für die Rolle, vor allem mangelnde Kommunikationsfähigkeit wurde ihr vorgeworfen.

Auch wir fragten gleich zu Beginn der achten Staffel von „Die Bachelorette“: „Ist Maxime Herbord die langweiligste Bachelorette aller Zeiten?“ Und wir bleiben dabei: Kommunizieren ist absolut nicht ihre Stärke. Mit Schrecken denken wir an Folge 4 zurück, in der Raphael die Bachelorette nach ihren drei bestimmenden Charaktereigenschaften fragte – und Maxime diese Frage noch am selben Abend Max stellte. Und ja, natürlich hätten wir uns deutlich mehr Liebesspektakel gewünscht.

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Was wir damals aber noch nicht wissen konnten: Maxime hat das Prinzip von „Die Bachelorette“ verstanden – im Gegensatz zu den meisten ihrer Vorgängerinnen und vielen Zuschauern.

Auch Maxime war anfangs in der Denkweise gefangen, die wir alle in den vergangenen Jahren, sowohl bei „Die Bachelorette“ als auch bei „Der Bachelor“, eingeprügelt bekamen: Am Ende, das ist unausweichlich, stehen die ganz großen Gefühle. Nicht wenige ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger sprachen von genau diesen, als sie ihre letzte Rose verteilten – manche gar von Liebe. Maxime nicht.

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Vor der entscheidenden „Nacht der Rosen“ geht sie noch einmal in sich. „Ich hab‘ mir das anders vorgestellt und hatte manchmal auch damit zu kämpfen, dass es bei mir halt anders ist“, gibt sie zu. „In meinem Bauch ist grade, dass ich quasi nicht ganz das gefunden habe, was ich gesucht habe. Dass ich halt nicht wie in einem Märchen hier rausgehe, sondern dass ich tolle Männer kennengelernt habe – die ich beide mag.“

Und dann kommt der entscheidende Teil: „Ich habe immer gedacht, dass am Ende alles fertig ist und dass man zusammen hier rausgeht. Aber das stimmt auch alles nicht, weil das dann quasi erst so richtig losgeht und anfängt.“

Genau das macht sie kurz vor der Vergabe ihrer letzten Rose auch ihrem Auserwählten Raphael klar. „Die letzte Rose bedeutet für mich, dass meine Geschichte noch nicht zu Ende ist“, leitet sie vor der entscheidenden Frage ein. „Sie hat hier angefangen und ich dachte immer, es gibt ein Ende. Aber eigentlich ist das gerade nur der Anfang. Das ist der Prolog gewesen. Und ich würde sehr, sehr gerne sehen, wie es weitergeht.“

Die großen Gefühle sucht man in Maximes Rede vergebens. Stattdessen erinnert sie sich an Momente, in denen der 23-Jährige sie „entschleunigte“, von Mut und einem Herzen „an der richtigen Stelle“.

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Klar, ein Liebesbeweis sieht anders aus. Aber kann es bei „Die Bachelorette“ nicht auch mit Bewunderung getan sein? Wir glauben: ja. Denn mal ehrlich: Es ist nicht garantiert, dass unter 22 wild zusammengewürfelten Kandidaten der Mann fürs Leben dabei ist. Und nur weil es die Zuschauerschaft erwartet, sollte man Gefühle nicht versuchen zu erzwingen. Wohin das nämlich führen kann, haben die vielen gescheiterten „Bachelorette“- und „Bachelor“-Beziehungen gezeigt.

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So bleibt uns nichts anderes übrig, als den Hut vor Maxime Herbord zu ziehen. Einer Bachelorette, die auf äußerst schmerzhafte Weise – man erinnere sich an die freiwilligen Abgänge zweier Kandidaten, die sie sehr mochte – erfahren musste, dass Gefühle auch in dieser nicht auf Knopfdruck entstehen. Einer Bachelorette, die sich aber aus ihrem Tal befreit und erkannt hat, um was es wirklich geht. Einer Bachelorette, die das Ende als Anfang sieht.

„Was ich als Bachelorette gelernt habe, ist, dass man Gefühle nicht erzwingen kann“, sagt sie zu Beginn der letzten Folge. „Manchmal passieren sie – aber dann halt eventuell mit dem Falschen“, führt sie weiter aus. „Manchmal passieren sie nicht mit dem Richtigen – und manchmal braucht es einfach seine Zeit.“ Und wer weiß: Vielleicht entpuppt sich Raphael erst lange nach der Show als „Mr. Right“. Und ganz egal, was beim großen Wiedersehen rauskommt: Maxime Herbord hat am Ende alles richtig gemacht.