Marco Cerrulo Bachelor in Paradise
Foto: Screenshot TVNOW

Wer die RTL-Show „Bachelor in Paradise“ regelmäßig verfolgt, der weiß, dass Emotionen zum Konzept gehören. So viele Tränen wie in der vierten Folge gab es jedoch schon lange nicht mehr. Hauptverantwortlich: Aurelio Savina und Rafi Rachek.

Schon in der dritten Folge war klar, dass es zwischen Aurelio und Samantha Justus kompliziert werden könnte. Nach allerlei Diskussionen, unter anderem über Aurelios Rolle als Darsteller in einem Erotikfilmchen, sah es in der „Nacht der Rosen“ zunächst nach einer Versöhnung aus. Doch schon zum Auftakt der jüngst im Streamingportal TVNOW ausgestrahlten vierten Folge wurde klar: Das wird nichts mehr.

Samantha zeigte sich schwer genervt von dem 41-Jährigen und wollte für den Moment einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben. Doch „genau dieser Moment, wo sie mich abblockte, war der Moment, an dem ich verstanden habe, dass es da keinen Weg mehr gibt für uns beide.“ Die Konsequenz: Aurelio, der selbsternannte einsame Wolf, fühlte sich „unwohl, zerrissen und traurig“. Fakt sei, dass er Sam nicht bekommen könne, aber auch keine andere Frau als sie haben wolle. „Das bedeutet, dass ich im Paradies nichts mehr zu suchen habe.“

Statt sich aber persönlich von der in Hamburg lebenden Blondine und den weiteren Kandidaten zu verabschieden, schrieb Aurelio einen Brief, legte ihn gemeinsam mit einem danach nie wieder gesehenen Buch auf sein Bett, und verschwand still und heimlich durch die Hintertür.

Entdeckt hat diesen schließlich Michael Bauer und Sam durfte ihn daraufhin vor allen vorlesen. Der Inhalt? Für viele höchst emotional. Es gebe zwei Gründe, warum Aurelio diesen Brief geschrieben habe, statt persönlich auf Wiedersehen zu sagen. Erstens: Er wolle sich nicht wieder von den „tollen Jungs“ überreden lassen, doch zu bleiben. Zweitens: Es würde ihn vermutlich „emotional überrollen.“ Diese „Reise“ bei Bachelor in Paradise bleibe für ihn unvergesslich und alle sollten niemals vergessen, dass „Ehrlichkeit und Demut aus tollen Menschen besondere Menschen macht“. Es würde ihn mit Stolz und Freude erfüllen, wenn er seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen „wenigstens etwas Gutes“ für die Zukunft mitgeben konnte. Und dann wandte er sich in dem Brief noch an „Sammy“, das „wunderschöne Wesen“. Sie habe in ihm etwas ausgelöst, von dem er glaubte, dass es schon verloren gegangen sei.

Worte, die allen voran Christina Grass, Natalie Stommel und Marco Cerullo bittere Tränen in die Augen schießen ließ. Letzterer hatte daran überraschenderweise noch eine ganze Weile zu knabbern. Einsam am Strand seine Wege ziehend, kam ihm der Gedanke, dass er sich in einem Menschen schwer getäuscht haben muss. Er dachte, Aurelio sei „voll der schlechte Mensch“. Aber jetzt? Einfach nur „krass“ und „brutal“, so Marco.

So richtig emotional sollte es aber erst mit dem freiwilligen Abgang von Rafi Rachek werden. Der ehemalige Bachelorette-Kandidat eckte schon in der Staffel mit Nadine Klein 2018 bei vielen Kandidaten und Zuschauern an, wurde häufig als bi- oder homosexuell abgestempelt. Dass er auf Männer stehe, bestritt er in der nun ausgestrahlten „Bachelor in Paradise“-Folge zunächst mehrfach, ohne dass das Thema von irgendwem überhaupt angesprochen wurde.

Dann aber sollte in der „Nacht der Rosen“ allen Beteiligten klar werden, das Rafi tatsächlich etwas auf dem Herzen hatte. „In meiner Kultur wird man dafür beschämt und ich wollt’s für mich einfach nicht wahrhaben, aber ich möchte mir einfach eingestehen, dass ich hier falsch am Platz bin, weil ich nicht auf Frauen, sondern auf Männer stehe. Und ich schäme mich dafür, dass ich euch belogen habe“, so der 29-Jährige.

Für seinen Mut, sich nun aber vor Millionen Zuschauern zu outen, bekam er jede Menge Beifall von den übrigen Frauen und Männern. „Ich dachte du bist ein schwacher und unehrlicher Mensch, aber du hast genau das Gegenteil bewiesen. Du bist ehrlich, du bist mutig“, sagte etwa Filip Pavlovic, mit dem Rafi noch zu Bachelorette-Zeiten heftig aneinander geraten war. Für Rafi war es auf jeden Fall der richtige Schritt. „Ich habe jetzt zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, dass ich frei bin und das ich selbstbestimmt leben kann und keine Maske tragen muss.“ Und so sollte es doch immer sein.