Koch Tim Mälzer
Foto: dpa/Georg Wendt

Die Corona-Krise hat die ganze Welt – und damit auch Deutschland – zwar noch immer im Griff, doch es gibt nach und nach immer mehr Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. Die Geschäfte sind größtenteils wieder geöffnet und in Bayern darf der engere Familienkreis wieder besucht werden.

Und auch die Gastronomie, die das Coronavirus mit am härtesten trifft, darf aufatmen: Die Wirtschaftsminister aller Bundesländer wollen die Restaurants, Cafés und Kneipen ab dem 9. Mai wieder öffnen – in mehreren Schritten soll das bis zum 22. Mai in ganz Deutschland geschehen sein.

Wie schwierig die Situation für die Gastronomen dennoch ist, unterstrich am Dienstagabend der Auftritt von Tim Mälzer bei „Markus Lanz“ im ZDF. Denn dem sonst so positiv eingestellten TV-Koch fehlten in der Sendung schlicht die Worte. Viel mehr noch: Nachdem Epidemiologe Karl Lauterbach und sein SPD-Kollege, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, ihre Sicht der Dinge darlegten und dabei unter anderem von mehr als zehn Millionen Kurzarbeitern und einer Pandemie-Dauer von mindestens eineinhalb Jahren redeten, kämpfte er mit den Tränen.

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„Ich bin gerade echt angefasst“, sagte Mälzer und bat sprachlos darum, das ZDF-Studio verlassen zu dürfen. Nach einer kurzen peinlichen Stille und tröstenden Worten des Bundesarbeitsministers und ein wenig Ablenkung durch Lanz fing er sich allerdings wieder und erklärte: „Wenn einem die Perspektivlosigkeit so vorgeführt wird, ist das schon knüppelig.“

Im Fokus seines Interesses: seine Angestellten. „Ich rede hier nicht über meine Existenz, sondern über eine ganze Branche und über Mitarbeiter, für die ich eine Verantwortung habe“, zeigte er auf. Lediglich den größten und ältesten seiner Läden, „Die Bullerei„, könne er mithilfe von gebildeten Rücklagen durch die Krise bekommen. Bei anderen Läden fehle ihm jedoch „jegliche unternehmerische Vision“, sodass er diese „rein faktisch“ schließen müsse. Momentan subventioniere er mit seinem Privatvermögen.

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Laut „Bild“-Informationen beschäftigt Tim Mälzer in seinen zwei Restaurants und seinem Catering-Unternehmen insgesamt 160 Mitarbeiter in Hamburg. Zwei seiner Betriebe seien nicht mehr in der Lage, ihre Kosten zu decken, er selbst habe bereits einen hohen sechsstelligen Betrag verloren.

„Ich bin es leid, dass wir jeden Tag neue Konzepte entwickeln sollen. Ich fordere von der Politik ganz klare Ansagen“, gab der 49-Jährige im Gespräch mit dem Blatt zu Protokoll. Und dabei hat er drei ganz klare Punkte vor Augen: eine dreijährige Senkung der Mehrwertsteuer, eine dauerhafte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes und einen zusätzlichen Rettungsschirm. Viele Gastronomen in Deutschland werden hoffen, dass Tim Mälzers Forderungen Gehör finden.