„Tatort“ heute: Die TV-Übersicht – wann und wo läuft welche Folge im Programm?

Welcher Tatort läuft heute Abend? Wann zeigt "Das Erste" welchen "Tatort"? Wann und wo laufen Wiederholungen? Der "Tatort" gehört fest zum Sonntagabend. Doch auch an anderen Tagen werden alte Folgen gezeigt. Der große TV-Überblick.
Logo ARD-Krimi Tatort
Foto: picture alliance / dpa
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Für viele Menschen ist er fester Bestandteil des Wochenendes: der „Tatort“ zum Ausklang am Sonntagabend. Doch wann zeigt „Das Erste“ eigentlich welchen „Tatort“? Und wann und wo laufen Wiederholungen? Wir geben euch einen Überblick!

Immer wieder sonntags kommt ein neuer „Tatort“ im TV. Millionen Fans freuen sich auf den Krimi zur Prime Time und schalten um 20.15 Uhr ein, wenn die TV-Kommissare auf Verbrecherjagd gehen. Doch nicht nur am Sonntag ist im deutschen TV „Tatort“-Zeit. Nahezu täglich laufen auf den Dritten Programmen Wiederholungen. Da blickt doch keiner durch? Eben! Deshalb schaffen wir für euch Klarheit im „Tatort“-TV-Dschungel.

>> Tatort-Kommissare: Die aktuellen Ermittlerteams der Krimi-Reihe der ARD <<

Wir zeigen euch hier, wann ihr in den kommenden Wochen im TV einen „Tatort“ sehen könnt. Wir haben die Sendungen dabei in zwei Kategorien eingeteilt: die „Tatort“-Premieren am Sonntag im Ersten und die Wiederholungen.

Tatort: Das sind die „Tatort“-Premieren

  • Sonntag, 26. Juni:

20.15 Uhr, Das Erste: „In seinen Augen“ (Freiburg)

Bibiana Dubinski, Best Ager, wohlhabend und entschlossen, das Leben so lange wie möglich zu genießen, stirbt an einem Insulinschock. Ihre enge Freundin Charlotte Mühlen, weniger wohlhabend, dafür neuerdings glücklich verliebt in den jungen Hannes Petzold, erbt Villa und Vermögen. Zwei Freundinnen im sogenannten besten Alter, eine reich, die andere Erbin, dazu ein 30 Jahre jüngerer Ex-Knasti, der die Erbin umgarnt – ist es Erfahrung, Instinkt oder Fehlschluss, dass bei Ellen Berlinger alle Alarmglocken läuten? Sie ist überzeugt, dass ein Verbrechen geschehen ist, und verdächtigt Hannes Petzold. Aber die Indizien sind wenig belastbar und Staatsanwältin Winterstein stellt den Fall ein. Hartnäckig erkämpft Martin Rascher ein knappes Zeitfenster für weitere Ermittlungen. Die Kommissare kämmen den gesamten Fall nochmal durch und setzten dabei Charlotte Mühlen mit dem Verdacht gegen ihren Liebhaber unter Druck.

Wiederholungen um 21.45 Uhr bei ONE sowie am Dienstag (28. Juni) um 0.40 Uhr im Ersten

Die „Tatort“-Wiederholungen

  • Sonntag, 26. Juni: 

21.45 Uhr, ONE: „In seinen Augen“ (Freiburg)

  • Montag, 27. Juni: 

21.45 Uhr, HR: „Zurück ins Licht“ (Bremen)

22.15 Uhr, RBB: „Wehrlos“ (Wien)

  • Dienstag, 28. Juni: 

0.40 Uhr, Das Erste: „In seinen Augen“ (Freiburg)

22.15 Uhr, WDR: „Das doppelte Lott“ (Münster)

23.40 Uhr, WDR: „Bombenstimmung“ (Köln)

  • Mittwoch, 29. Juni: 

22.00 Uhr, SWR: „Vergeltung“ (Wien)

22.10 Uhr, MDR: „Blutschuld“ (Leipzig)

  • Donnerstag, 30. Juni: 

3.15 Uhr, SWR: „Vergeltung“ (Wien)

  • Freitag, 1. Juli: 

22.15 Uhr, Das Erste: „Maleficius“ (Ludwigshafen)

  • Samstag, 2. Juli: 

20.15 Uhr, BR: „Münchner Kindl“ (München)

21.50 Uhr, BR: „3:0 für Veidl“ (München)

  • Sonntag, 3. Juli:

kein Tatort im TV

  • Montag, 4. Juli:

21.45 Uhr, HR: „Das Recht, sich zu sorgen“ (Nürnberg)

22.15 Uhr, RBB: „Der Mann, der lügt“ (Stuttgart)

  • Dienstag, 5. Juli:

20.15 Uhr, BR: „Wo ist Mike?“ (Nürnberg)

20.15 Uhr, WDR: „Murot und das Murmeltier“ (Wiesbaden)

22.00 Uhr, NDR: „Tödliche Flut“ (Hamburg)

22.15 Uhr, WDR: „Streng geheimer Auftrag“ (Köln)

23.30 Uhr, NDR: „Borowski und das Land zwischen den Meeren“ (Kiel)

23.40 Uhr, WDR: „Die schwarzen Bilder“ (Düsseldorf)

  • Mittwoch, 6. Juli:

22.00 Uhr, SWR: „Das erste Opfer“ (Stuttgart)

22.10 Uhr, MDR: „Tiefer Fall“ (Leipzig)

  • Donnerstag, 7. Juli:

kein Tatort im TV

  • Freitag, 8. Juli:

kein Tatort im TV

  • Samstag, 9. Juli:

kein Tatort im TV

  • Sonntag, 10. Juli:

20.15 Uhr, Das Erste: „Gefangen“ (Köln)

21.45 Uhr, ONE: „Gefangen“ (Köln)

  • Montag, 11. Juli:

3.35 Uhr, ONE: „Gefangen“ (Köln)

21.45 Uhr, HR: „Durchgedreht“ (Köln)

22.15 Uhr, RBB: „Auge um Auge“ (Dresden)

  • Dienstag, 12. Juli:

0.35 Uhr, Das Erste: „Gefangen“ (Köln)

20.15 Uhr, BR: „Der höllische Heinz“ (Weimar)

20.15 Uhr, WDR: „Damian“ (Schwarzwald)

22.00 Uhr, NDR: „Mord in der ersten Liga“ (Hannover)

22.15 Uhr, WDR: „Schwerelos“ (Dortmund)

23.30 Uhr, NDR: „Platzverweis für Trimmel“ (Hamburg)

23.40 Uhr, WDR: „Kinder der Gewalt“ (Köln)

  • Mittwoch, 13. Juli:

22.00 Uhr, SWR: „Mord auf Langeoog“ (Hamburg)

22.10 Uhr, MDR: „Level X“ (Dresden)

  • Donnerstag, 14. Juli:

0.30 Uhr, WDR: „Schwerelos“ (Dortmund)

  • Freitag, 15. Juli:

kein Tatort im TV

  • Samstag, 16. Juli:

kein Tatort im TV

  • Sonntag, 17. Juli:

20.15 Uhr, Das Erste: „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ (Kiel)

21.50 Uhr, ONE: „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ (Kiel)

  • Montag, 18. Juli:

4.00 Uhr, ONE: „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ (Kiel)

21.45 Uhr, HR: „Zeit der Frösche“ (Mainz)

22.15 Uhr, RBB: „Auf ewig Dein“ (Dortmund)

23.50 Uhr, Das Erste: „Borowski und der Fluch der weißen Möwe“ (Kiel)

  • Dienstag, 19. Juli:

20.15 Uhr, BR: „Her mit der Marie!“ (Wien)

20.15 Uhr, WDR: „Mord ist die beste Medizin“ (Münster)

22.15 Uhr, WDR: „Direkt ins Herz“ (Köln)

23.30 Uhr, NDR: „Traumhaus“ (Hamburg)

23.40 Uhr, WDR: „Zweikampf“ (Essen)

  • Mittwoch, 20. Juli:

22.00 Uhr, SWR: „Mord Ex Machina“ (Saarbrücken)

  • Donnerstag, 21. Juli:

kein Tatort im TV

  • Freitag, 22. Juli:

22.15 Uhr, WDR: „Eine andere Welt“ (Dortmund)

  • Samstag, 23. Juli:

kein Tatort im TV

  • Sonntag, 24. Juli:

20.15 Uhr, Das Erste: „Anne und der Tod“ (Stuttgart)

21.45 Uhr, ONE: „Anne und der Tod“ (Stuttgart)

  • Montag, 25. Juli:

3.45 Uhr, ONE: „Anne und der Tod“ (Stuttgart)

21.45 Uhr, HR: „Dein Name sei Harbinger!“ (Berlin)

22.15 Uhr, RBB: „Peggy hat Angst“ (Mainz)

  • Dienstag, 26. Juli:

00.40 Uhr, Das Erste: „Anne und der Tod“ (Stuttgart)

20.15 Uhr, BR: „Die ewige Welle“ (München)

20.15 Uhr, WDR: „Grenzfall“ (Wien)

22.00 Uhr, NDR: „Die Kommissarin: Gefährliche Übertragung“ (Hamburg)

22.15 Uhr, WDR: „Das Wunder von Wolbeck“ (Münster)

23.30 Uhr, NDR: „Die Kommissarin: Albtraum“ (Hamburg)

23.40 Uhr, WDR: „Verrat“ (Köln)

  • Mittwoch, 27. Juli:

22.00 Uhr, SWR: „Borowski und das Meer“ (Kiel)

22.10 Uhr, MDR: „Freischwimmer“ (Leipzig)

  • Donnerstag, 28. Juli:

kein Tatort im TV

  • Freitag, 29. Juli:

22.15 Uhr, Das Erste: „Der Pakt“ (Saarbrücken)

>> 50 Fakten über den „Tatort“, die ihr noch nicht wusstet <<

Der „Tatort“ in der ARD Mediathek

Ein wahres Eldorado für alle „Tatort“-Fans findet sich in der ARD Mediathek: Neben der offensichtlichen Möglichkeit alle Erstausstrahlungen und Highlights der letzten Wochen und Monate zu sehen, dürft ihr an dieser Stelle auch noch etwas weiter hinab in die kultige Welt des „Tatort“ tauchen. Krimifans kommen hier definitiv auf ihre Kosten, beispielsweise indem sie sich nochmal einige wahre Klassiker anschauen. Wie wäre zum Beispiel mit einigen Kult-Tatorten mit Horst Schimanski und Christian Thanner in Duisburg, schick restauriert in HD-Optik?

Abseits von kompletten Folgen findet sich in der ARD Mediathek noch weit mehr rund um den „Tatort“: Einblicke in die Dreharbeiten liefern spannende Hintergrundinfos, Outtakes mit lustigen Patzern und Versprechern lassen euch ein dickes Grinsen ins Gesicht huschen. Und wer will, der darf die verfügbaren Folgen gar nach aktuellen Teams und ehemaligen Ermittlern ordnen und durchforsten.

Der „Tatort“ ist über 50 Jahre alt

Sechs Kanzler, zehn Bundespräsidenten, Mauerfall, Flüchtlingskrise, Corona – der „Tatort“ hat schon viel erlebt. Die beliebteste Fernsehreihe im deutschsprachigen Raum feierte zuletzt im November 2020 ihr 50-jähriges Jubiläum. Meistens schalten um die neun Millionen Menschen die Krimis im Ersten ein – je nach Team und Sonntag. Mit ihrer föderalen Struktur und gelegentlichen Trägheit sind die TV-Filme ein Abbild Deutschlands – Seelenspiegel und Seismograph der Gesellschaft.

Schon in der Entwicklungsphase des ARD-Formats legte der 2018 gestorbene Erfinder Gunther Witte vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) die Kriterien fest, die alle „Tatorte“ bis heute prägen sollten: „Das Erste ist einfach: Regionalität. Das Zweite ist, dass der Kommissar die Hauptrolle spielt. Und das Dritte, dass der ‚Tatort‘ die Geschichte der Bundesrepublik spiegeln muss.“

>> Erster Berliner „Tatort“ mit Corinna Harfouch als Kommissarin Ende 2022 <<

Liane Jessen, viele Jahre Fernsehspiel-Chefin beim Hessischen Rundfunk (HR), gab mal eine Art „Tatort“-Rezept von Witte kund: Keine Kunstkino-Storys, keine komplizierten Vorschauen und Rückblenden, in den ersten Minuten ein Toter oder eine Tote und dann die Ermittlung: Wer war es – und warum? Gerade beim HR hat man dieses Rezept aber gerne variiert, je nach Blickwinkel versüßt oder versalzen: Man denke an die experimentellen Filme mit Ulrich Tukur seit 2010.

Der Aspekt deutsche Geschichte spielte schon in der ersten Folge vom 29. November 1970 eine Rolle: In „Taxi nach Leipzig“ ermittelte der Hamburger Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter) an der Transitautobahn durch die DDR. In der Zwischenzeit ist praktisch jedes Thema aufgegriffen worden, das in der BRD gesellschaftlich relevant war: Rassismus, Gewalt gegen Obdachlose, Drogen, Bestechung, Sextourismus, Terrorismus, Homophobie im Fußball.

Immer wieder auch Kritik am „Tatort“

Beliebter als der „Tatort“ selbst scheint in Deutschland manchmal nur das „Tatort“-Klischee zu sein. Die Krimis seien zu behäbig und erzählten bloß Gutmenschengedöns, heißt es dann polemisch. TV-Entertainer Thomas Gottschalk schrieb 2013 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, es nerve ihn, „wenn im ‚Tatort‘ diese sorgendurchfurchten Kommissarinnen bei ihren sozialpädagogisch korrekten Ermittlungen sensible Dinge sagen wie ‚Lieben Dank Ihnen'“.

Kritik dieser Art kommt sogar aus den eigenen Reihen. Schauspieler Udo Wachtveitl – seit 1991 Hauptkommissar Franz Leitmayr in München – gab kürzlich der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Protokoll: „Der Unterprivilegierte ist mit öder Regelmäßigkeit der bessere Mensch. Neulich hat mich ein Freund gefragt: Wie viele moralisch gute Charaktere gibt es eigentlich im ‚Tatort‘, die reich waren? Gute Frage.“ Wachtveitl glaubt, es gebe bei den Sendern viel 68er-Kitsch in den entsprechenden Positionen. „Bei denen darf der hart arbeitende Ausländer unter den drei Verdächtigen sicher nicht der Täter sein.“

>> „Tatort“: Die Zuschauerzahlen sind auch 2020 gestiegen <<

In den 70er Jahren waren die „Tatorte“ ein Krimi-Mischmasch und meist recht bieder. Die ermittelnden Kommissare waren bürgerliche Männer mit Anzug und Krawatte – in 20 Fällen zum Beispiel der strenge Hauptkommissar Heinz Haferkamp in Essen (Hansjörg Felmy).

Den Aufbruch gab es dann ab 1981 ebenfalls im Ruhrgebiet: In Duisburg hielt mit Kommissar Horst Schimanski (Götz George) das pralle Leben mit Frauengeschichten und Alltagssprache („Scheiße!“) Einzug.

Wandel in den 90er Jahren

Die 90er Jahre waren fernsehgeschichtlich keine leichte Zeit für den „Tatort“. Die Konkurrenz wurde größer, das Privatfernsehen punktete beim Publikum. Der zum 25. Geburtstag 1995 gedrehte München-Krimi „Frau Bu lacht“ von Dominik Graf gilt dennoch als Meilenstein in Sachen Weiterentwicklung des Formats. In dem intelligenten Thriller geht es um die Ausbeutung thailändischer Frauen und Kindesmissbrauch.

Erste Ermittlerin, also Frau mit dem Label „Tatort-Kommissarin“, war ab 1978 Nicole Heesters. Sie spielte in drei Filmen die Mainzer Oberkommissarin Marianne Buchmüller. Die dienstälteste Ermittlerfigur ist auch eine Frau: Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts. Sie ist seit 1989, also seit 31 Jahren, in Ludwigshafen im Einsatz. Erst ab etwa 2001 gab es dann immer mehr Frauen und „Tatort“-Stars wie Sabine Postel, Eva Mattes und Maria Furtwängler. Heute sind von 46 abgebildeten Ermittlerfiguren auf der „Tatort“-Website 21 weiblich.

>> 50 Jahre „Tatort“: Ist es heute noch was Besonderes, Ermittler der Serie zu sein? <<

In den vergangenen 20 Jahren verstärkte sich der Trend zum Provinzialisieren. Es ging nicht mehr nur um Krimis aus Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt, Köln und Berlin. Heute wird auch in Göttingen, Weimar und im Schwarzwald ermittelt. Die Klamauk-Krimis aus dem beschaulichen Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind heute die mit Abstand populärsten „Tatorte“.

Seinen Status als letztes TV-Lagerfeuer der Nation – inklusive Gucken in der Kneipe und Twitter-Debatten – fand der „Tatort“ seit dem Jahr 2012. Für Millionen Deutsche, Österreicher und Schweizer ist er trotz gelegentlicher Bräsigkeit ein Ritual und Wochenend-Höhepunkt.

mit Agenturmaterial (dpa)