Foto: dpa/Barbara Munker
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Endspurt für Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck und sein Team: Nur wenige Stunden vor der Oscar-Nacht sind die für den Film „Werk ohne Autor“ nominierten Anwärter beim traditionellen Empfang in der Villa Aurora von Kamerateams und hunderten Gästen umlagert. Die Schauspieler Tom Schilling, Sebastian Koch, Saskia Rosendahl und Oliver Masucci fiebern im Garten der historischen Villa mit Pazifikblick, wo einst der Schriftsteller Lion Feuchtwanger wohnte, der Trophäen-Gala entgegen.

„Ein bisschen schön sein und leicht einen im Tee haben“, witzelt Hauptdarsteller Schilling (37) über den bevorstehenden Auftritt auf dem roten Teppich. In dem für den Auslands-Oscar nominierten Künstlerporträt spielt er die Hauptfigur des Kurt Barnert, angelehnt ans Leben der Künstlerikone Gerhard Richter.

„Jetzt bin ich extra nach Los Angeles zum Oscar gefahren und würde den Preis auch gerne für Deutschland gewinnen“, betont Masucci (50). Koch (56), der schon vor zwölf Jahren beim Oscar-Triumph von Donnersmarcks Film „Das Leben der Anderen“ dabei war, ist etwas zögerlicher. „Ich sehe die Chancen nicht als wahnsinnig groß an, aber alles ist möglich“, meint der Schauspieler.

„Werk ohne Autor» ist unter den fünf Nominierten in der Sparte „nicht-englischsprachiger“ Film, der mexikanische Beitrag „Roma“ gilt als Frontrunner. Die Netflix-Produktion ist von dem Streamingdienst mit einem Millionenbudget vermarktet worden.

Der 45-jährige Donnersmarck sieht mit etwas Bedauern eine veränderte Kinolandschaft mit mehr Fernsehformaten. „Ich bin noch nicht ganz bereit, das Kino als Medium aufzugeben oder kampflos den Superhelden zu überlassen. Aber vielleicht gehöre ich da zu den letzten Romantikern“, sagt der Regisseur.

Mit einem Oscar-Gewinn am Sonntag würde der gebürtige Kölner Geschichte schreiben. Bisher ist es noch keinem Regisseur geglückt, zwei so genannte Auslands-Oscars nach Deutschland zu holen.

Saskia Rosendahl bekommt Ticket auf die letzte Minute

Saskia Rosendahl fiebert ihrer Oscar-Premiere auf dem roten Teppich entgegen. „Das war überhaupt nicht sicher, ob ich ein Ticket bekommen würde, aber es hat geklappt“, sagte die 25-Jährige am Samstag. Der Oscar-Akademie, die mit Eintrittskarten für die Gala gewöhnlich knausert, konnte der Regisseur noch Extra-Tickets abringen. Nun durfte Rosendahl noch in letzter Minute mit. „Ich bin sehr aufgeregt“, bekennt die Schauspielerin. „Zum Glück weiß ich, was ich anziehen werde, aber das bleibt eine Überraschung.“ Rosendahl freut sich über die positiven Kritiken für „Werk ohne Autor“ in den USA. „Ich mag den Film und bin sehr froh, dass er hier gesehen und gemocht wird.“ Jetzt fehlt nur noch der Oscar.

(dpa)