Foto: Shutterstock/Jaguar PS
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Gesichtserkennungssoftware wird immer häufiger eingesetzt. Die New Yorker Polizei nutzte sie offenbar auch, um Tatverdächtige zu finden, die Prominenten ähnlich sehen.

Die New Yorker Polizei hat ein Foto des Schauspielers Woody Harrelson für die Fahndung nach einem Bierdieb genutzt, der ihm ähnlich sieht. Harrelsons Foto sei in das Gesichtserkennungsprogramm gespeist worden, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Zentrums für Privatsphäre und Technologie an der Universität von Georgetown.

In dem Report mit dem Titel „Garbage In, Garbage Out“ („Müll rein, Müll raus“) geht es um fehlerhafte Praktiken von Strafverfolgern beim Einsatz derartiger Software.

Die New Yorker Polizei nutzte laut dem Bericht auch ein Foto eines Basketballspielers der New Yorker Knicks, um nach einem Mann im Zusammenhang mit einem Überfall im Stadtteil Brooklyn zu suchen.

Die Forscher kritisierten das Vorgehen scharf. „Bei strafrechtlichen Ermittlungen steht zu viel auf dem Spiel, um sich auf unzuverlässige – oder falsche Eingaben zu verlassen“, schrieb Clare Garvie. Es sei eine Sache, ein Gesichtserkennungsprogramm zu entwerfen, damit Menschen zu ihrer Unterhaltung ihren prominenten Doppelgänger finden könnten. „Es ist jedoch etwas anderes, die Technik einzusetzen, um kriminelle Verdächtige zu identifizieren, die wir ihrer Freiheit berauben und letztendlich basierend auf dem Treffer anklagen.“

Die Polizei gab an, mit der Gesichtserkennungssoftware gewissenhaft und verantwortungsbewusst umzugehen. Es gehe darum, mit der Technologie Hinweise zu sammeln. „Niemand ist jemals nur auf der Grundlage von Gesichtserkennung angeklagt worden“, sagte Polizistin Jessica McRorie.

Die Bilder des Oscar-nominierten Harrelson wurden bereits im April 2017 in das Programm eingespeist. Aufnahmen des tatsächlichen Bierdiebes aus der Überwachungskamera seien zu verpixelt gewesen, und hätten bei der Suche keine Ergebnisse gebracht. Bilder von Harrelson in hoher Auflösung hätten jedoch mehrere mögliche Treffer gezeigt und auch zu einer Festnahme geführt.

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(dpa)