Foto: dpa/Jörg Carstensen
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Verführerische Giulia Siegel in Strümpfen und sexy Dessous: Was nach großem Spaß und heißer Erotik aussieht, ist bitterer Ernst.

Das Model, das sich einst für den Playboy auszog, will mit ihrem jüngsten Posting auf Instagram auf ein verwirrendes Gerichtsurteil aufmerksam machen:

 
 
 
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#ThisIsNotConsent Dies ist keine Zustimmung ‼️ Sexy Fotos, Sexy Kleidung, Sexy tanzen, Sexy Makeup…. nichts davon ist eine Zustimmung zum Sex. Bei einem Gerichtsprozess in Ireland wurde in der vergangenen Woche ein 27-jähriger Mann freigesprochen, dem eine 17-Jährige Vergewaltigung vorgeworfen hatte. Laut dem Freigesprochenen sei es zwischen den beiden zu einvernehmlichem Sex in einer Gasse gekommen. Die Verteidigung des Iren hatte unter anderem argumentiert, das Mädchen habe den Vorfall durch das Tragen von Reizwäsche geradezu provoziert.Vor Gericht berichtete ein Zeuge, dass der Mann das Mädchen am Hals gewürgt habe – und 30 Meter zum Ort des mutmasslichen Tatorts geschleift habe. Die Verteidigerin des Angeklagten über das mutmassliche Opfer: „Schauen Sie, wie sie angezogen war. Sie trug einen String-Tanga mit einer Vorderseite aus Spitze.“ Die zwölfköpfige Jury (in der auch vier Frauen sassen) sprach den Angeklagten einstimmig frei. Seit vergangener Woche teilen Frauen unter #ThisIsNotConsent Fotos von sich und ihrer Reizwäsche, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Argumentation der Strafverteidigerin (im Grunde: Reizwäsche = Einladung zum Geschlechtsverkehr) falsch ist. . . . . . #thisisnotconsent #ibelieveher #nomeansno #victimblaming #consent #girlpower #moodoftheday #ibelieveherireland #noisno #iwearwhatiwant #string #justice #itsnotyourfault #silenceisnotconsent #consentisimportant #droitdesfemmes #gegensexuellegewalt #notconsent #femaleempowerment #myclothesdontmeanyes #humanrights #clothesarenotconsent

Ein Beitrag geteilt von Giulia (@giuliasiegel) am Nov 16, 2018 um 2:01 PST

Siegel poltert regelrecht: „Dies ist keine Zustimmung ‼️ Sexy Fotos, Sexy Kleidung, Sexy tanzen, Sexy Makeup…. nichts davon ist eine Zustimmung zum Sex.“

Die 44-Jährige macht unmissverständlich klar, dass sexy Kleider keine Einladung zum Schäferstündchen sind. String-Tangas sind nach einem umstrittenen Vergewaltigungsprozess in Irland zum Politikum geworden. Mit dem Hashtag #ThisIsNotConsent („Das ist keine Einwilligung“) und Fotos ihrer Dessous protestieren derzeit Nutzer sozialer Medien weltweit gegen das Vorgehen einer Anwältin.

Die Verteidigerin eines wegen Vergewaltigung angeklagten Mannes hatte in Cork im Südwesten Irlands dem mutmaßlichen Opfer vorgeworfen, am Abend des Vorfalls einen String-Tanga – also eine sehr knappe Unterhose – getragen zu haben.

Der Angeklagte war in der vergangenen Woche freigesprochen worden. Vor dem Urteil der Jury hatte seine Anwältin Elizabeth O’Connell an die Juroren appelliert, die Kleidung des mutmaßlichen Opfers in Erwägung zu ziehen. Diese beweise, dass die 17-Jährige offen für sexuellen Kontakt gewesen sei. „Sie müssen sich ansehen, wie sie angezogen war. Sie hat einen String-Tanga mit Spitze getragen.“

Der Vorfall verärgerte auch die irische Abgeordnete Ruth Coppinger, die aus Protest am Dienstag im Parlament einen schwarzen String-Tanga zeigte. „Die 17-Jährige wurde wegen der Wahl ihrer Unterwäsche auf die Anklagebank gesetzt“, prangerte Coppinger an. Das solle offenbar die Vorstellung vermitteln, dass die junge Frau „es gewollt“ habe. Das Parlament müsse dringend gegen die Beschuldigung von Opfern vorgehen.

In der Hauptstadt Dublin sowie in Cork protestierten am Mittwoch Hunderte Menschen für eine Reform der Rechtslage sowie besseres Training für Anwälte. Verteidiger sollten vermeiden, mutmaßlichen Opfern die Schuld für sexuelle Gewalt zu geben.

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