Hugo, Michalsky und ein Rock, der das Sitzen zur Herausforderung macht. Nicht nur darum dreht es sich derzeit die Berliner Modewoche. Auch eine Rettungsboje kam auf den Laufsteg.

TV-Moderator Oliver Pocher hat bei der Berliner Modewoche einen Auftritt als Rettungsschwimmer hingelegt. Mit einer Rettungsboje in der Hand, roter Badehose und nacktem Oberkörper flitzte Pocher (41) am Mittwochmorgen auf den Laufsteg.

Oliver Pocher Baywatch Berliner Modewoche
Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Dort zeigte das Label Sportalm Kitzbühel eine Bademoden-Kollektion. In „Baywatch“-Manier rannte Pocher bei der Inszenierung auf ein am Boden liegendes Model zu und eilte zur vermeintlichen Hilfe.

Oliver Pocher Baywatch Berliner Modewoche
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Zum Abschluss der Modenschau erschien Pocher bedeckter: mit buntem Hemd und weißen Shorts.

Oliver Pocher Baywatch Berliner Modewoche
Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Was Frau und Mann tragen können, das ist auch noch den Rest der Woche Thema bei der Fashion Week in der Hauptstadt. Die CSU-Politikerin Dorothee Bär sorgte neulich mit einem hautengen glänzenden Rock und pinkfarbenen Top für Aufsehen – Gäste der Berliner Modewoche kennen diese Entwürfe. Sie stammen von der Designerin Marina Hoermanseder (33). Der „Strap-Skirt“ wird wohl auch am Donnerstag (4.7.) wieder zu sehen sein, wenn Hoermanseder ihre neue Kollektion in einem Sportzentrum aus DDR-Zeiten zeigt.

Frauen, die in einem solchen Rock zur Schau kommen, haben mitunter schon auf ihren Sitzplatz in der ersten Reihe verzichtet – weil der Rock so eng war, standen sie lieber hinten. Aber die Modeschöpferin hat das hautenge Stück weiterentwickelt, im Rückenbereich sei der Rock nun elastischer, erklärt Hoermanseder. „So dass man darin auch einen Abend im Restaurant gut sitzen kann – ohne dass man das Gefühl hat, man muss danach zum Osteopathen.“

Staatsministerin Bär trug übrigens beim Computerspielpreis im April ein bunt-schimmerndes Modell. Die Aufregung um den Auftritt habe sie überrascht, sagt Hoermanseder rückblickend.

Am Mittwoch wollten unter anderem noch der Designer Michael Michalsky und die Labels Riani und Hugo Boss ihre Kollektionen zeigen. Etwa bei der Hugo-Show wurde als Stargast der frühere One-Direction-Musiker Liam Payne erwartet. Bei Riani stand die US-amerikanische Schauspielerin Anne Heche („Men in Trees“) auf der Gästeliste, auch die Schauspielerinnen Natalia Wörner und Ruby O. Fee wurden erwartet.

Bei Marc Cain saßen am Dienstagabend mehrere Promis in der ersten Reihe, darunter die Schauspielerinnen Veronica Ferres, Heike Makatsch und Esther Schweins. Das Unternehmen zeigte im Velodrom – einer Halle mit Radrennbahn – ziemlich viel Rosa und auch Neonfarben.

Auch wer nicht vor Ort dabei sein kann, kann viele der Schauen inzwischen verfolgen – viele von ihnen werden inzwischen im Internet übertragen. Für Designerin Hoermanseder ist das keineswegs ein Verlust von Exklusivität: „Wir machen das schon seit vielen Saisons, zum Beispiel kann man auf Facebook oder Instagram die Schau live sehen“, sagt Hoermanseder. „Mein Label ist auch digital groß geworden. Für mich ist das nur ein Gewinn – ich schaue mir so auch privat Schauen an.“ Der Trend, dass alles in Echtzeit erreichbar sei, betreffe das ganze Leben.

Mit Hugo Boss ist diesmal auch wieder ein Label dabei, das sich zwischenzeitlich von der Berliner Modewoche verabschiedet hatte und im vergangenen Jahr zurückkehrte. Kritiker bemängeln immer wieder, dass zu wenig große und internationale Namen auf der Modewoche vertreten seien – für Hoermanseder käme ein Abschied aber nicht infrage. „Für mich ist Berlin genau die Bühne, die ich brauche und die mir zu allem Anfang verholfen hat“, sagt die Designerin. In Berlin sei ihr Atelier, ihr Netzwerk, seien die Menschen, die sie unterstützten. Die Berliner Szene passe zu ihr und ihrer Mode. „Es ist auf der einen Seite diese Nahbarkeit, aber auch: Alles, was Spaß macht, ist erlaubt.“ (dpa)