Markus Lanz schießt gegen Merkel: „Gut, dass das vorbei ist“

Markus Lanz wurde vom Männermagazin "GQ" zum "Journalist des Jahres" gewählt. Im Interview schießt der Talkmaster gegen Ex-Kanzlerin Angela Merkel.
Markus Lanz Nacht der Zeit
Markus Lanz bei „Das Triell: Jan Böhmermann, Markus Lanz und Giovanni di Lorenzo über Macht und Ohnmacht des politischen Journalismus“. Foto: Georg Wendt/dpa

Der ZDF-Talker Markus Lanz erfreut sich an einer repolitisierten Gesellschaft in Deutschland. „Ich lese oft die Kommentarspalten unter Online-Artikeln. Natürlich ist da auch viel Quatsch und Häme dabei, aber es gibt immer wieder Menschen, die machen echt den Punkt und haben gute Argumente“, sagte der 52-Jährige dem Magazin „GQ“ (4/21).

Neulich habe jemand in seiner Sendung den Standpunkt vertreten, die Menschen hätten gerade keinen Bock auf Politik. „Ich glaube, das Gegenteil ist der Fall. Angela Merkel hat sich 16 Jahre lang durch Wahlkämpfe geschwiegen. Das war lange Zeit völlig okay. Aber jetzt geht das nicht mehr – und es ist gut, dass das vorbei ist.“

Andererseits sieht der Talkmaster auch eine Gefahr in der zunehmenden Polarisierung: „Wir leben in einer Zeit, in der selbst Leute, von denen man das niemals vermuten würde, das Gefühl haben: Uns wird nicht alles erzählt“, sagte Lanz, der aus Südtirol stammt. „Man trifft intelligente, studierte Menschen aus dem eigenen Bekanntenkreis, die behaupten, es würden zum Beispiel Berichte über Impfschäden gelöscht. Wir müssen da aufpassen.“ Als er vor fünf Jahren, kurz vor der Wahl von Donald Trump, eine Reportage in den USA gedreht habe, sei das genau die Stimmung dort gewesen.

Markus Lanz von der „GQ“ zum „Journalist des Jahres“ gewählt

Lanz wurde jüngst vom Männermagazin „GQ“ als „Journalist des Jahres gekürt. Zur Verleihung nach Berlin war der Talkmaster zwar nicht gekommen, witzelte in seiner Dankesrede aber: „Ich hab ihn nicht verdient und nehm in trotzdem an – und widme ihn selbstverständlich Karl Lauterbach.“ Der Mediziner und SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach tritt bei Lanz gefühlt ständig auf. Allein 2020 war er 17 Mal Gast in der Sendung.

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dpa