Janni Hönscheid gibt die Doppel-Brust – und wird dafür gefeiert

Stillende Mütter auf Instagram sind bekanntlich eher ein Streitthema. Die ehemalige „Adam sucht Eva“-Kandidatin Janni Hönscheid wird jetzt hingegen für ein Bild gefeiert, dass sie beim „Tandemstillen“ ihrer Kinder zeigt.

Erst vor knapp einem Monat sind Hönscheid und Peer Kusmagk zum zweiten Mal Eltern geworden. Seit der Geburt ihrer Tochter Yoko gilt es allerdings auch, neue Herausforderungen zu meistern.

So sei es für die ehemalige Profi-Surferin ein „sehr verwirrender Moment“ gewesen, als ihr Sohn Emil-Ocean nach der Geburt seiner Schwester Yoko „zum ersten Mal wieder an die Brust wollte nach ein paar Tagen Trennung.“ Hönscheid habe Sorge gehabt, dass er dem Baby die Milch „wegtrinken“ werde und sie es nicht schaffe, „beide zu stillen“.

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Dieses Foto ist an einen der ersten Tagen entstanden als wir wieder Zuhause waren. Für mich ein Moment der Befreiung und Zufriedenheit, dass alles genau so ist, wie es sein soll. Als Emil-Ocean zum ersten Mal wieder an die Brust wollte nach ein paar Tagen Trennung- war das für mich ein sehr verwirrender Moment. Garnicht weil es sich nicht richtig anfühlte Ihn weiter zu stillen und einfach weiterzumachen wie vor der Geburt- sondern durch die Verwirrung und die Verunsicherung die ich in meinem Kopf hatte. Irgendwie hatte sich diese strenge, kalte Stimme in mein Kopf geschlichen, die mir sagte: nun mach bloß keinen Fehler, er hat es nun auch ohne Dich überlebt die letzten zwei Tage, bleib konsequent und bestimmt! Er wird dem Baby die Milch „wegtrinken“. Es ist „zu anstrengend“. Du schaffst es nicht „beide zu stillen“. Kurz hörte ich auf diese Stimme, und Emil-Ocean fing an kläglich zu weinen. Er hatte einen so traurigen, verzweifelten Blick. Tränen flossen über seine Wangen. Mit den Armen umschlung er meine Beine- rief „Mama!… MAMA!!!“ Er war ganz fassungslos. Auch ich weinte. Diese fürchterliche Stimme versuchte es noch einmal: „werd jetzt bloß nicht weich!“ Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich realisierte, dass das gar nicht meine Stimme war. Es war die Stimme von einer Gesellschaft, in der es unüblich ist, „so lange“ zu stillen, und „dann auch noch“ zwei Kinder. Es war die Stimme von Krankenhäusern, und einer Hebamme die mich aus eigener Unwissenheit mehrere Male verunsichert hatte. Als ich mich mehr mit dem „Tandemstillen“ ausseinandersetzte und es recherchierte, fand ich heraus das es keinerlei gefährlich ist, und sich die Milch auch immer nach dem neuen Baby zusammensetzt. Man solle es zuerst anlegen, damit es genug bekommt, und natürlich schauen das es Zunimmt. Auch für Emil-Ocean hat es viele Vorteile, doch vor allen Dingen ist es einfach wichtig für Ihn zu sehen, das er „seinen Platz“ nicht verloren hat. Und auch wenn es natürlich dadurch Zeiten gibt die für mich unglaublich anstrengend sind, ist es das wundervollste was ich je gesehen habe wenn Emil-Ocean ganz zärtlich nach Ihren winzigen Fingern greift und die beiden Händchen haltend einschlafen 💞

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Dann aber sei ihr aufgefallen, „dass das gar nicht meine Stimme war“, die ihr derlei Gedanken in den Kopf setzten, sondern „die Stimme von einer Gesellschaft, in der es unüblich ist, so lange zu stillen, und dann auch noch zwei Kinder.“

Also fasste die 28-Jährige den Entschluss, auf sich selbst zu hören und legte einfach beide Kinder an ihre Brust. Zuerst ihre neu geborene Tochter, damit diese auch genug bekomme, und dann ihren fast zwei Jahre alten Sohn Emil-Ocean, damit dieser merke, dass er „seinen Platz“ nicht verloren habe.

Worte, die bei ihren rund 87.000 Instagram-Abonnenten gut ankommen. „Du hast auf dein Herz und deinen Bauch gehört und genau das Zusammenspiel dieser Beiden hat Dir den richtigen Weg gezeigt“, schreibt etwa die deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin Claudelle Deckert.

Weitere Nutzer meinen: „Respekt Janni, lass Dich von der Gesellschaft nicht stressen“, „Du machst das super ❤️“, „Großartig! ❤️“ oder auch „Ganz tolles Foto“ ist in den Kommentaren zu lesen.

Dass Bilder von stillenden Müttern bei Instagram nicht immer so gefeiert werden, musste derweil zuletzt Model Sara Kulka erfahren. Die Zweifach-Mama postete im April ein Still-Foto im Schnee, musste sich daraufhin aber auch viele negative Kommentare wie „Ja es ist was tolles aber auch was intimes was man nicht ständig überall zeigen muss“ gefallen lassen.

„Prominent“-Moderatorin Nina Bott wurde kürzlich sogar aus einem Café geschmissen, weil sie ihr Kind dort stillen wollte. „Ich hatte echt sofort Tränen in den Augen. Ich fühlte mich so richtig ausgestoßen“, erklärte Bott.