Guido Cantz hat „Kloß im Hals“ – aus traurigem Grund

Der Kölner Moderator Guido Cantz äußert sich emotional zum Tod der Queen und erzählt auch, was ihn mit England verbindet.
Guido Cantz August 2021
Guido Cantz im August im Hof von Schloss Wahn. Foto: Oliver Berg/dpa
Guido Cantz August 2021
Guido Cantz im August im Hof von Schloss Wahn. Foto: Oliver Berg/dpa

Auch Guido Cantz (51) trauert um Königin Elizabeth II. „Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so berührt“, gestand der TV-Entertainer und Komiker der Deutschen Presse-Agentur in Köln. „Die Todesnachricht war schon sehr traurig, und seitdem verfolge ich das in allen Medien.“ Jetzt sei er gespannt auf das opulente und sicherlich ebenso traurige wie beeindruckende Staatsbegräbnis. „Ich glaube, dass ich da wieder einen Kloß im Hals haben werde. Obwohl es nicht meine Queen, nicht unsere Queen hier in Deutschland gewesen ist, ist es doch eine Konstante gewesen in meinem Leben, eine Frau, die mich seit meiner Geburt begleitet hat. Und jetzt ist diese Reise zu Ende.“

Neugierig ist er auch darauf, wie Prinz William und Prinz Harry zusammen auftreten werden. „Wenn man William in Uniform sieht und Harry in Zivil, dann wird einem noch mal vor Augen geführt, was da in letzter Zeit alles passiert ist.“ Das sei dann schon ein starker Kontrast zur Beisetzung ihrer Mutter, Prinzessin Diana, als die beiden Brüder gemeinsam dem Sarg gefolgt seien und noch eine Einheit geformt hätten. Harry (38) und seine Frau Meghan (41) haben sich mittlerweile aus dem engeren Kreis der britischen Königsfamilie verabschiedet und leben in den USA.

Guido Cantz war als Kind oft in England

Guido Cantz verbindet mit England viele Kindheitserinnerungen. Weil seine Mutter schon 1957 einen längeren Sprachaufenthalt in England absolviert hatte, fuhr die Familie später jahrelang in Sommerurlaub auf die Insel. Das sei in den 70er Jahren für Deutsche durchaus noch exotisch gewesen, sagte Cantz. Sie verbrachten die Ferien in einem kleinen Haus aus dem 15. Jahrhundert in Devon im Südwesten Englands. Von dort brachten sie regelmäßig Teetassen mit dem Konterfei der Queen mit. Sein erster englischer Satz mit dreieinhalb Jahren war nach seiner Erinnerung: „One Daily Mirror please!“ Das kam dadurch, dass ihn seine Eltern immer zum Zeitung-Kaufen losschickten. „Wir hatten also eine große Affinität zu England, und deshalb ist England immer etwas ganz Besonderes für mich geblieben.“

Gerade jetzt komme der Tod der Queen zur Unzeit, sagte Cantz. „Wir erleben ja derzeit sehr unsichere Zeiten mit Inflation und Krieg, in Großbritannien selbst kommt auch noch der Brexit dazu – und jetzt stirbt auch noch die Queen, ein Fixpunkt, der immer da war. Daran konnte man sich festhalten, das hat die Menschen verbunden. Und jetzt fällt das weg.“

Er sei aber zuversichtlich, dass es nun auch mit Charles gut laufen werde. „Er wird das natürlich anders machen, er hat sicherlich ein schweres Erbe, aber er hat sich lange darauf vorbereiten können, und deshalb glaube ich, dass die Engländer Charles als König gut empfangen werden.“

dpa