Fler Gericht
Foto: Paul Zinken/dpa

Der Berliner Rapper Fler hat sich vor Gericht nicht zu den ihm vorgeworfenen Straftaten geäußert. Zuvor hatte die Staatsanwältin am Mittwoch zu Verhandlungsbeginn vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten acht Anklagen verlesen.

Die Vorwürfe lauten auf Beleidigung, versuchte Nötigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung, verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen. Der Verteidiger des 38-Jährigen erklärte, es gehe um „viele kleine Delikte“. Beleidigungen seien im Rapper-Milieu üblich und seien auch Ausdruck der künstlerischen Freiheit.

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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Rapper immer wieder verschiedene Menschen wüst verunglimpft und beleidigt habe. So soll er eine Nachbarin im Juli 2018 wiederholt mit heftigen Worten tief gekränkt haben. Auf einem Videoportal im Internet habe er im März 2020 einen anderen Rapper als „Bastard“ und „ekeligen Hund“ bezeichnet. Verbal-Attacken hätten sich auch gegen dessen Ehefrau gerichtet. Fler, der eigentlich Patrick Losensky heißt, soll laut Anklage auch wiederholt Polizisten minutenlang beschimpft haben. Einen Journalisten soll er bedroht haben.

Gemeinsam mit einer Frau soll der Rapper im September 2019 unberechtigterweise eine auf ihn bezogene Verkehrskontrolle der Berliner Polizei gefilmt und über soziale Medien verbreitet haben. Zudem habe er Fotos einer gegen ihn gerichteten Anklageschrift im Internet hochgeladen und damit vor der Verhandlung öffentlich gemacht.

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Fler und seine Anwälte erklärten vor dem Prozess, ein „erheblicher Teil der Tatvorwürfe“ sei „unzutreffend, verfälscht oder aus dem Kontext gerissen“. Zudem handele es sich um Vergehen im Bagatellbereich. „Offensichtlich soll gegenüber Herrn Losensky – stellvertretend für eine mutmaßliche sog. Clankriminalität – ‚ein Zeichen gesetzt‘ werden.“

Quelle: dpa