Boris Becker gibt tiefe Einblicke: „Schwierigste Zeit meines Lebens“

Boris Becker hat tiefe Einblicke in sein Seelenleben gegeben. Was er in den letzten zwei Jahren erlebte, möchte er seinem schlimmsten Feind nicht wünschen.
Henry Maske: Als sich der Olympiasieger 1996 nach der einzigen Niederlage als entthronter Profi-Weltmeister im Halbschwergewicht zurückzog
Boris Becker: Der dreimalige Wimbledonsieger und seine Frau Lilly gaben jüngst ihre Trennung bekannt, und wieder einmal war die Aufmerksamkeit in Deutschland äußerst groß. „Seit über 30 Jahren lebe ich öffentlich. Dafür zahlt man einen Preis“, sagte der 50 Jahre alte Becker jüngst in einer ARD-Dokumentation. Schlagzeilen zu Beckers Beziehungen oder seinen finanziellen Verhältnissen ziehen immer. In der Tennis-Szene ist Becker indes äußerst respektiert, als Trainer führte er den Serben Novak Djokovic zu großen Erfolgen, als Co-Kommentator für den TV-Sender Eurosport wurde er ausgezeichnet. Foto: dpa
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Boris Becker hat Einblicke in sein Seelenleben gegeben und das Insolvenzverfahren gegen ihn dabei als „die schwierigste Zeit“ seines Lebens bezeichnet.

„Ich möchte meinem schlimmsten Feind nicht wünschen, was ich in den letzten zwei Jahren erlebt habe“, sagte der Ex-Tennisstar der „Bild“. „Vielleicht war es aber auch für mein Leben notwendig, weil reinigend. Ich habe doch einige Fehler in der Vergangenheit gemacht.“

Becker unterstrich: „Ich bin und war immer zahlungsfähig.“ Er gebe aber 52 Prozent seiner Einkünfte an den Insolvenzverwalter ab. Dieses Verfahren laufe maximal noch 18 Monate. „Nachdem die Bank jetzt bezahlt ist, habe ich die Zügel wieder in der Hand und kann das Verfahren sogar früher abschließen.“ Es seien jetzt noch Forderungen diverser Gläubiger von unter einer Million Euro offen.

Der 51-Jährige sagte, er habe drei Optionen. Entweder warte er die verbleibenden 18 Monate und gebe weiter 52 Prozent seiner Einnahmen ab. Oder er zahle die gesamte Summe auf einen Schlag. Die dritte Variante sei eine Einigung mit den verbleibenden Gläubigern. „Wenn ich mich einige, würde das Verfahren vollständig und sofort annulliert werden. Und das ist in der Tat in diesem Jahr möglich. Dann hätte der Insolvenzverwalter seinen Wimbledon-Sieg und ich auch gewonnen.“

Er sei nie pleite gewesen, so Becker. „Ich verfüge über Einkommen und kann davon leben. Ich kann mir ein Flugticket und einen Oktoberfest-Besuch leisten“, sagte der dreimalige Wimbledongewinner, der heute als TV-Experte arbeitet. Er unterstütze alle seine Kinder. „Sie besuchen gute Schulen und Universitäten, das ist alles nicht billig.“

Auf einen Porsche oder eine S-Klasse könne er leicht verzichten. „Der Mensch Boris Becker fragt sich heute sehr oft: Brauche ich das überhaupt? Die Antwort ist in vielen Dingen „Nein“. Aber ich gebe zu: Der Weg von der Economy- in die Business-Klasse ist leicht, der Weg zurück schwerer.“

Im Zuge des Insolvenzvefahrens kamen Beckers Memorabilien unter den Hammer. Ausgerechnet sein Intimfeind Oliver Pocher ersteigerte dabei mehrere Trophäen.

dpa