„Promis unter Palmen“ ist unser aller Rettungsanker in der Coronavirus-Krise. Diese Sendung ist so bescheuert, dass die Zuschauer vor dem TV-Bildschirm um sie herum alles vergessen können, sogar die Coronavirus-Pandemie. Und dafür verantwortlich sind natürlich die perfekt zusammengestellten Kandidaten der Trash-TV-Show auf SAT.1 – allen voran Claudia Obert.

Mit der Auswahl der Kandidaten in Trash-TV-Formaten ist das ja so eine Sache. Man kann es den Zuschauern selten recht machen. Nicht nur die Macher von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, quasi der Trash-Olymp unter den unzähligen Reality-TV-Shows, können ein Liedchen davon singen. Mal sind die Kandidaten zu unbekannt, mal hat man sie in zu vielen anderen Formaten bereits gesehen, mal hat man als Zuschauer das Gefühl, die Kandidaten sitzen im TV lediglich die Zeit ab, um ihre Antrittsgage zu kassieren.

Nicht so bei „Promis unter Palmen“. Hier passt alles! Das war bereits nach wenigen Minuten der ersten Folge klar. Kaum zu glauben, aber wirklich wahr: Die zweite Folge war noch viel unterhaltsamer.

„Promis unter Palmen“: Nick tickt aus, Obert ist voll – und ein Star muss raus

Im Mittelpunkt der zweiten Folge standen dabei die ältesten weiblichen Darsteller der Show, die in Thailand gedreht wurde. Die 63 Jahre alte Desiree Nick und die 59 Jahre alte Claudia Obert verhielten sich dabei so gar nicht ladylike – und sorgten für beste Unterhaltung in deutschen Wohnzimmern.

+++ Hier geht es zur ausführlichen TV-Kritik zur zweiten Folge von „Promis unter Palmen“. +++

Während Desiree Nick als Dschungelcamp-Siegerin der zweiten Staffel im Jahr 2004 eine Art Veteranin des Trash-TV in Deutschland ist, war Claudia Obert zu Beginn der Show nur echten Trash-TV-Insidern ein Begriff. Und das, obwohl sie bei „Promi Big Brother“, einer weiteren Show dieses Genres, in der Vergangenheit durchaus auch zu überzeugen wusste. Und dafür braucht sie noch nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag, den man bei ihr vergeblich sucht. Der Grund: fehlende Relevanz. Wie bitte?

Bei „Promis unter Palmen“ ist Claudia Obert nach zwei Sendungen hingegen schon der Star. Warum? Das ist relativ einfach zu erklären, Claudia Obert schert sich nicht darum, was Leute über sie denken und sagen. Und diese Attitüde lässt sie ihre Mitmenschen auch spüren. Das Beste daran: Claudia Obert bleibt dabei einfach Claudia Obert. Man kauft ihr ihre Rolle schon ab.

Denn die Boutique-Besitzerin, die seit mehr als 20 Jahren der deutschen High Society Klamotten wie Pelze, Luxus-Handtaschen und auch Schuhe andreht, war auch schon vor „Promis unter Palmen“ so. Ein Beispiel gefällig? Bitte sehr:

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Ihre Affinität zu alkoholischen Getränken ist ebenfalls bestens bekannt. Ihr Spruch: „Life is a Party. And no Campari, no Party“ ist längst Kult. Der Clip auf YouTube wurde schon knapp 300.000 Mal abgespielt:

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Bei „Promis unter Palmen“ kann Claudia Obert ihren Durst auf alkoholhaltige Getränke rund um die Uhr ganz offen ausleben. Und das tut sie auch. Kaum eine Szene in der Villa, in der sie kein Glas in der Hand hält. Selbst im Swimming Pool hält sie am Alkohol fest:

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Sie wacht dort morgens auf, legt sich eine Gesichtsmaske auf und ruft aus dem Fenster: „Nüchtern halte ich das hier nicht aus! No dope, no hope!“ Und ihren Worten lässt sie Taten folgen, schießt sich mal so richtig aus dem Leben. Das fällt auch den anderen auf:

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So sehr, dass sie bei der Wahl, welcher Promi das Haus verlassen muss, zu voll für die komplizierten Regeln ist. Nur zur Erinnerung: Man darf natürlich nur zwischen einem der beiden Nominierten wählen. Frau Obert wählt erst einmal zwei nichtnominierte Kandidaten, weil sie diese weniger gern hat. Verständlich, geht aber nicht. Dann sagt sie, wer von den Nominierten bleiben soll – und offenbart dabei, wie egal ihr diese ganzen Regeln sind, schließlich soll sie ja sagen, wer gehen soll. Und die Begründung, warum ihrer Meinung nach Eva Benetatou besser in der Show geblieben wäre? Das liegt doch auf der Hand, mit der hätte sie später noch einen trinken können:

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So ist sie halt, die werte Frau Obert:

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Ihre Liebe zum Alokohol brachte ihr in der Vergangenheit übrigens auch schon mal Ärger mit der Polizei ein. Das plauderte sie damals bei „Promi Big Brother“ bereitwillig aus. Da ihr eine Stewardess in einem Flugzeug keinen Alkohol mehr geben wollte, rastete Claudia Obert aus: „Ich habe sie ein bisschen verhauen, ein Klaps auf den Hintern.“

Anschließend habe sie sich dann auf die Toilette zurückgezogen und dort ihren eigenen Alkohol getrunken. „Vier Bobbies mit Maschinengewehren“ führten sie nach der Landung ab. Für Claudia Obert ist sowas aber kein echtes Problem, denn sie sagt dazu: „Aber was soll’s? Das kommt in den besten Familien vor.“

„Promis unter Palmen“: Matthias Mangiapane zittert nur kurz, Desiree Nick fliegt raus

In der ersten Folge gab sie dem staunenden TV-Zuschauer schon einen Eindruck ihrer Trinkfestigkeit. Schön auch, dass sie wie ein ganz normaler Mensch auch, dann später im Vollrausch noch einen Heißhunger bekommt. Ihr Versuch, die Tiefkühlpizza zu verfeinern und mit der richtigen Temperatur in den Backofen zu schieben, ist zumindest schon jetzt ein großer Moment der deutschen Trash-TV-Geschichte.

Ihr merkt schon: Dieser Frau ist nichts peinlich. Auch nicht ihre offen ausgelebte Sexualität. Das hört sich dann so an: „Ich habe noch TÜV.“ Sie flirtet ungeniert, lässt sich von Ronald Schill auch schon mal im Garten unters Sommerkleidchen fassen. Und es stört sie auch nicht im geringsten, dass andere Promis sie dabei beobachten. Natürlich nicht, und da hat sie ja auch recht, denn es schauen ihr schließlich Millionen Menschen im TV zu. Da kommt es auf einen Zuschauer mehr oder weniger jetzt auch nicht mehr an.

Schill, einst als „Richter Gnadenlos“ bekannt geworden, rechtfertigte sich für sein Techtelmechtel mit Claudia Obert im Garten bei Desiree Nick übrigens so:

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Aber zurück zu Claudia Obert. Natürlich hat Claudia Obert eine Macke. Sonst wäre sie ja nicht bei „Promis unter Palmen“. Aber ihre Macke ist wirklich nur eine Macke. Und jeder Mensch hat wahrscheinlich die eine oder andere Macke. Und nicht jede Macke nervt gleich. Manche sind sogar liebenswert.

So weit würden wir jetzt nicht gehen, aber bei aller Schrulligkeit und Durchgeknalltheit ist sie selten bis nie bösartig und niederträchtig. Und das unterscheidet sie beispielsweise von Desiree Nick, die mit ihrer scharfen Zunge nicht nur über Claudia Obert lästert (und das ständig, glaubt man den Zusammenschnitten), sondern auch manchmal mit ihren Beleidigungen unter die Gürtellinie zielt – und damit durchaus mal zu weit geht.

„Promis unter Palmen“: Diese Promis sind dabei – welcher Star ist raus?

Natürlich provoziert Claudia Obert ihre Mitbewohner in der Villa. Ja, sie treibt sie mit ihrer Art wahrscheinlich sogar relativ sicher in den Wahnsinn, doch das macht sie so lässig und so nebensächlich, dass es dem Zuschauer daheim teilweise beim Lachen die Tränen in die Augen treibt.

Vor DEM legendären Streit mit Desiree Nick in Folge 2, bei dem ihre Kontrahentin sogar leicht handgreiflich wurde, registriert sie, dass Desiree Nick und Matthias Mangiapane gefühlt stundenlang über sie herziehen. Im Vorbeigehen hört sie, wie die beiden sich über Designer unterhalten und sagt beinahe nebenbei im Vorbeigehen: „Wen ihr alles kennt, die euch nicht kennen wollen“ – und löst damit den Mega-Streit aus.

Der Streit mit Desiree Nick rührt übrigens aus der Vergangenheit – und aus dem wahren Leben. Das hat Desiree Nick jetzt dem Portal „Promiflash“ verraten: „Sie biedert sich bei Promis auf dem roten Teppich an und drängt jedem die Billigklamotten aus China auf. Das nennt sie Couture, es ist Müll! Sie war eh schon immer beleidigt, dass ich als Hauptstadtikone nicht ihr Modestübchen betrete und sehr gut ohne ihre Lumpen auskomme.“

Claudia Obert hatte zuletzt mit zwei Instagram-Posts auch hier lässiger reagiert Sie zeigten, dass Desiree Nick wohl nicht immer schlecht auf Claudia Obert und ihre Klamotten zu sprechen war. Doch inzwischen hat Obert alles zu Nick in ihrem Account gelöscht.

Claudia Obert ist mit Sicherheit kein Diplomat, aber sie ist mit ihren Handlungen und Sprüchen nicht so verbissen wie die Konkurrenz. Sie tänzelt leichtfüßig durch die Show (und offensichtlich auch durchs Leben) und tut das, was man sich jetzt während der Coronavirus-Pandemie am meisten von ihr wünscht: Sie lenkt uns ab! Danke dafür! Hoffentlich bleibt sie uns noch lange in der Show erhalten. Denn Claudia Obert ist gelebter Trash – und das feiern wir!