Oscars 2021: Nominierungen stehen fest – zwei deutsche Hoffnungen

Bei den Oscars 2021 haben unterschiedlichste Filme gute Preischancen, großer Favorit ist aber die Biografie "Mank". Zwei Werke mit deutscher Beteiligung gehören ebenfalls zu den Nominierten. Hier erfahrt ihr alles zu den Nominierungen zur 93. Oscar-Verleihung.
Oscars Trophäen
Foto: Nicolas Armer/dpa

Mit zehn Nominierungen ist die Filmbiografie „Mank“ der diesjährige Oscar-Favorit. Das Werk von Regisseur David Fincher ist unter anderem als bester Film sowie für die beste Regie und die beste Musik nominiert, wie die Oscar-Akademie am Montag in Los Angeles bekanntgab. Außerdem wurde Gary Oldman für seine Rolle darin als bester Hauptdarsteller nominiert, Amanda Seyfried als beste Nebendarstellerin. Durch die Präsentation der Oscar-Nominierten führten die Schauspielerin Priyanka Chopra Jonas und ihr Mann und Kollege Nick Jonas. Die Veranstaltung wurde online übertragen.

Hinter „Mank“ reihen sich sechs Filme mit jeweils sechs Nominierungen ein: „The Father“, das Drama „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ über eine koreanisch-amerikanische Familie, die Filmbiografie „Judas and the Black Messiah“, das Road-Movie „Nomadland“, „Sound of Metal“ und der Gerichtsthriller „The Trial of the Chicago 7“. Die Oscars, Hollywoods höchste Auszeichnungen, sollen am 25. April verliehen werden.

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Auf einen Preis als beste Hauptdarstellerin können Viola Davis („Ma Rainey’s Black Bottom“), Andra Day („The United States vs. Billie Holiday“), Vanessa Kirby („Pieces of a Woman“), Frances McDormand („Nomadland“) und Carey Mulligan („Promising Young Woman“) hoffen.

In der Kategorie für den besten Hauptdarsteller sind neben Oldman für „Mank“ noch Riz Ahmed für „Sound of Metal“, Anthony Hopkins für „The Father“, Steven Yeun für „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ sowie der im vorigen August an Krebs gestorbene „Black Panther“-Star Chadwick Boseman posthum für „Ma Rainey’s Black Bottom“ nominiert.

Mit Spannung waren auch die Nominierungen für die beste Regie erwartet worden. Dort können sich nun Thomas Vinterberg mit „Der Rausch“, David Fincher mit „Mank“, Lee Isaac Chung mit „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ sowie die beiden Regisseurinnen Emerald Fennell mit „Promising Young Woman“ und Chloé Zhao mit „Nomadland“ Hoffnungen machen. Erstmals wurden also zwei Frauen in dieser Kategorie nominiert.

Oscars 2021: Das sind die deutschen Hoffnungsträger

Filme mit deutscher Beteiligung haben in der Oscarnacht ebenfalls Chancen auf eine Auszeichnung. In der Kategorie für den besten internationalen Spielfilm, dem sogenannten Auslands-Oscar, sind gleich zwei dieser Werke nominiert: Das Drama „Quo Vadis, Aida?“ der in Berlin lebenden Regisseurin Jasmila Žbanić sowie die Dokumentation „Kollektiv – Korruption tötet“.

„Quo Vadis, Aida?“ geht für Bosnien-Herzegowina ins Oscar-Rennen, „Kollektiv – Korruption tötet“ für Rumänien. „Kollektiv“, an dem der MDR beteiligt war, ist außerdem nominiert in der Sparte als beste Dokumentation.

Oscars 2021: Streaming statt Kino

Im Pandemie-Jahr 2020 waren die meisten Kinos geschlossen, keine der Nominierungen für den besten Film hat daher nennenswerte Zuschauerzahlen in den Kinosälen verzeichnet. Es gibt also keine Kassenschlager, und viele der Kandidaten waren kaum auf der großen Leinwand zu sehen. Stattdessen schlug die Stunde der Streamingdienste.

Aaron Sorkins Gerichtsdrama „The Trial of the Chicago 7“ – ein Film, der inmitten der Pandemie von Paramount Pictures über Bord geworfen wurde – und die August-Wilson-Adaption „Ma Rainey’s Black Bottom“ liefen bei Netflix. „Sound of Metal“ und „Borat Subsequent Moviefilm“ wurden bei Amazon Prime Video gezeigt, „Judas and the Black Messiah“ bei HBO Max. Wegen der Pandemie setzte die Filmakademie ihre Regeln aus, die eigentlich eine Aufführung der Kandidatenfilme in Kinos vorschreiben.

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Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars verleiht, und der Sender ABC, der die pandemiebedingt um zwei Monate auf den 25. April verschobene Zeremonie aus Los Angeles übertragen wird, hoffen auf eine große Strahlkraft der Nominierten. Denn das Interesse an den kleinen goldenen Statuen hat während der Corona-Krise deutlich nachgelassen. Die Zuschauerzahl bei der weitgehend virtuellen Verleihung der Golden Globes im Februar stürzte um 64 Prozent auf 6,9 Millionen.

dpa/AP