Netflix
Foto: Nicolas Armer/dpa

In Zeiten der Corona-Krise erleben Streamingdienste einen hohen Zulauf. Logisch, denn schließlich haben die Menschen wegen der vielerorts geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens mehr freie Zeit als sonst. Doch auch bei Netflix & Co. müssen teilweise Abstriche gemacht werden.

Selbstverständlich werden momentan keine neuen Filme oder Serien gedreht. Doch das ist insofern (noch) kein Problem, als dass es noch ausreichend unveröffentlichtes Material gibt. Vielmehr sind es die Synchronisationen, die den Streaming-Anbietern Schwierigkeiten bereiten. Denn aufgrund der Situation rund um das Coronavirus können die Synchronsprecher, die normalerweise dafür sorgen, dass Filme aus aller Welt in nahezu sämtliche Sprachen übersetzt werden, ihrer Arbeit nicht wie gewohnt nachgehen.

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Gleichzeitig allerdings wollen sich Netflix & Co. natürlich an die bereits veröffentlichen Starttermine halten. Das führt dazu, dass Netflix in Deutschland auf den Übersichtsseiten seiner Inhalte nun vermehrt den Hinweis „Audiosprachen können noch fehlen, da die Sicherheit unserer Synchronsprecher vorgeht“ angezeigt bekommen. Immerhin: deutsche Untertitel sind verfügbar und können optional eingeblendet werden.

Auf Netflix betrifft das beispielsweise die Serie „After Life“, deren zweite Staffel, ebenso wie die von „Dead To Me“, noch ohne deutschen Ton auskommen muss, oder die vierte Staffel von „Workin‘ Moms“. Dass allerdings mit Hochdruck daran gearbeitet wird, auch den deutschen Zuschauern das bestmögliche Streaming-Erlebnis zu gewährleisten, beweist der Fall der Serie „Fauda“. Nachdem anfangs noch Teile der Serie ohne deutschen Ton auskommen mussten, wird jetzt der Satz „In ihrer bevorzugten Audiosprache verfügbar“ eingeblendet.

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Ähnliches erlebten „Disney+“-Abonnenten bei der Serie „Clone Wars“. Zunächst waren die letzten Folgen nicht mit deutschem Ton verfügbar, mittlerweile wurde aber nachgezogen. Der im März in Deutschland an den Start gegangene Streamingdienst kündigte an, dass die kommenden Folgen sowie weitere Serien ebenfalls betroffen sein werden.

Doch nicht nur reine Streaming-Plattformen sind von den Synchronisationsproblemen betroffen. Auch Sky muss Konsequenzen aus der Situation ziehen. So pausiert beim Sender „13th Street“, der auch über Vodafone Kabel Deutschland und Unitymedia empfangbar ist, zurzeit zum Beispiel die gerade erst gestartete Serie „Deputy – Einsatz Los Angeles“ seit dem 22. April. „Westworld“ können Abonnenten nur noch über Sky Ticket, Sky Q oder Sky Go on Demand mit englischem Originalton und deutschen Untertiteln weiterschauen – Sky Atlantic HD will die komplette dritte Staffel im Juni mit deutschem Ton wiederholen.

Schlechte Nachrichten gab es auch für Fans von „The Walking Dead“. Während es einige der letzten Folgen der zehnten Staffel auf Fox zumindest noch mit deutschen Untertiteln zu sehen gab, wurde das ursprünglich für den 13. April geplante Staffelfinale ganz verschoben.