John Dillermand
Foto: DR / Screenshot

Ohne seinen riesigen, frei ausfahrbaren Penis hätte sich wohl niemand außerhalb dänischer Landesgrenzen um die kreativen Abenteuer des John Dillermand geschert. Plötzlich aber ist da diese eine verrückte Kinderserie des öffentlich-rechtlichen Fernsehkanals DR, über die jeder reden muss. Darf das? Muss das?

Die dänische Animationsserie „John Dillermand“ hat ihre Premiere im Januar 2021 gefeiert, die erste Staffel besteht aus 13 rund 5-minütigen Episoden, welche am 2. Januar per Stream über die offizielle DR Homepage verfügbar gemacht wurden. Mit Titeln wie „John im Zoo“ und „John auf einer Angeltour“ würde man erstmal nichts böses vermuten – und muss es auch nicht.

Der Penis, über den aktuell die halbe Welt redet, wird im Rahmen der Serie alles andere als sexuell dargestellt: Tatsächlich ist der lange Schlong von John Dillermand, frei übersetzt „Peter Pillemann“, einfach nur ein nützliches Werkzeug, ebenso rot-weiß gestreift wie sein knuffiger Badeanzug. Wie der Mann seinen äußerst agilen Penis da reinbekommt – solche Fragen dürfte sich die Zielgruppe von 4 bis 8 Jahren wahrscheinlich gar nicht erst stellen. Ebenso wenig, ob LEGO bereits an einer Partnerschaft interessiert ist.

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Mit Überschriften wie „Dänemark streitet über Penismann im Kinderfernsehen“ („Bild“) wird nun mal wieder ein Shitstorm heraufbeschworen, den es eigentlich gar nicht gibt: In Dänemark zeigen sich nur wenige Menschen öffentlich empört – und wer sich eine der Folgen angesehen hat, wird danach wohl kaum die Polizei rufen.

Immerhin: Auf der Facebook-Seite von DR1 äußerten sich dann doch einige Eltern besorgt, andere wütend. Kinderpsychologin Margrethe Brun Hansen hingegen nickte das Manuskript zur Serie ab, bevor sie in Produktion ging. „Kleine Kinder sehen die Welt anders. Sie sind gerne nackt, spielen Doktorspiele und mögen unanständige Wörter. Sie können laut lachen, wenn jemand einen fahren lässt. Genau in diese Welt begibt sich John Dillermand“, sagte er der „Bild“. Auch der verantwortliche Redakteur von DR1, Morten Skov Hansen, ist mit den Aussagen der Kinderpsychologin auf einer Ebene: „Es ist eine Zeichentrickserie, in der Humor, Übertreibung und Magie im Mittelpunkt stehen.“

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Egal wie sich die Erwachsenen am Ende mit dem Thema arrangieren mögen: Für Kinder ist die Serie ein großer Spaß – und zeigt ihnen auf höchst spielerische Art und Weise, dass Männer halt einen Penis haben. John Dillermand ist ein charmanter Chaot, aber stets hilfsbereit und nett. Zudem können wir uns kaum vorstellen, dass junge Erwachsene in Zukunft mit ihrem Penis zur Arbeit fliegen, oder mit ihrem besten Stück die Hunde um den Block führen werden.

Wie ein YouTuber unter dem Intro-Video kommentiert hat, dürfte nur eine Kleinigkeit negativ auf die Männer zurückfallen: Dänische Mädchen dürften sich später von der Realität ziemlich enttäuscht zeigen.

Wer mal selbst in „John Dillermand“ reinschauen will: Hier kommt ihr zum kostenfreien Streaming-Angebot von DR.