Foto: HBO
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Schluss. Aus. Vorbei! „Game of Thrones“ ist Geschichte. Die letzte Episode wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag ausgestrahlt. Und obwohl es das Ende einer der erfolgreichsten Serien der Welt ist, blieben einige Fragen unbeantwortet. Was wir gerne noch gewusst hätten…

+++ ACHTUNG: DIESER TEXT ENTHÄLT SPOILER! Wenn ihr keine Informationen zur achten und finalen Staffel von Game of Thrones haben wollt, lest auf keinen Fall weiter! +++

Wir machen es kurz und schmerzlos. Die sechste Episode der achten Staffel konnte uns nicht mehr wirklich überraschen. Vieles hatte sich in den Folgen zuvor angedeutet, allzu viele Überlebende gab es auch nicht und für große Wendungen fehlte schlicht die Zeit. Und genau diese fehlende Zeit führt nun dazu, dass viele Fragen unbeantwortet blieben. Die wohl dringlichsten stellen wir euch hier.

Warum wollte der Nachtkönig die Menschheit auslöschen?

Wir haben es schon oft thematisiert, aber nie eine Antwort erhalten. Der Nachtkönig, vor Tausenden von Jahren im Zeitalter der Dämmerung von den Kindern der Waldes erschaffen, lebte eben diese Jahre als Anführer der Weißen Wanderer und Wiederkehrer hinter der Mauer im ewigen Eis. Doch irgendetwas muss ihn dort gewaltig gestört haben und es werden wohl kaum die frostigen Temperaturen gewesen sein. Und trotzdem, so will es die Serie, zieht der Nachtkönig ziemlich plötzlich gen Süden und hat nichts als den Tod im Schlepptau.

Warum er so fest entschlossen Richtung Letzter Herd, Grauenstein, Winterfell und Co. zieht, bleibt allerdings völlig unklar. Gab es in der Vergangenheit eine Vereinbarung, die gebrochen wurde? Was hat es mit den Babys auf sich, die ihm als Opfer gebracht wurden? Wie haben es die Wildlinge, die hinter der Mauer lebten, so lange mit ihm ausgehalten? Wir haben es nie erfahren dürfen. Und das frustiert umso mehr, da der Nachtkönig über sieben Staffeln und drei Folgen hinweg als der ultimative Endgegner inszeniert wurde – nur, um dann in wenigen Sekunden und fast schon mühelos von Arya getötet zu werden.

Ein eher schwacher Trost: Der Nachtkönig wird sehr wahrscheinlich im Prequel zu Game of Thrones wieder mit dabei sein. Der US-Sender HBO hat bereits mit den Dreharbeiten begonnen und die Serie, die tausende Jahre vor den Geschehnissen rund um Game of Thrones spielen wird, soll in etwa zwei Jahren ausgestrahlt werden. Gut möglich also, dass wir dann mehr über den Nachtkönig, seine Geschichte und seine Beweggründe erfahren werden.

Warum braucht es noch eine Nachtwache?

Jon Schnee wird in der letzten Folge der achten Staffel von seinem Bruder Bran zur Nachtwache geschickt, auch um ihn vor möglichen Racheplänen der Unbefleckten zu schützen. Die Nachtwache, eine militärische Institution, wurde jedoch einst gegründet, um die Sieben Königslande vor allem zu schützen, was sich nördlich hinter der Mauer befindet und eine Gefahr darstellen könnte. Namentlich waren das vor allem die Weißen Wanderer, aber auch die Wildlinge.

Mit dem Tod des Nachtkönigs und seiner Gefolgschaft sowie dem freundschaftlichen Bund zwischen Jon und Wildling Tormund Riesentod gibt es allerdings keinen Grund zur Sorge mehr. Warum also sollte die Nachtwache in ihrer ursprünglichen Absicht bestehen bleiben? Nur, um Krüppeln und Bastarden eine Heimat zu bieten, wie Tyrion sagt? Das erscheint alles nur wenig plausibel. Zumal Jon in der letzten Szene der finalen Folge gemeinsam mit Tormund und den Wildlingen weiter in den Norden zieht und die Nachtwache schon wieder verlässt.

Was wird aus Daenerys‘ Drachen Drogon?

Nach dem Tod von Daenerys brennt Drogon erst den Eisernen Thron nieder, nur um dann mit seiner Mutter in seinen Klauen davon zu fliegen. Wohin, weiß zunächst niemand, doch dann kommt Bran plötzlich auf die Idee, nach ihm zu suchen. Legte er in den vergangenen Episoden kurz darauf immer seinen Kopf in den Nacken und verdrehte die Augen, passierte diesmal rein gar nichts. Daher wird es vermutlich für immer und ewig ein Rätsel bleiben, wie es mit Drogon weiter geht und was er mit der toten Daenerys vor hat. Sinnt er auf Rache? Kann er allein und unentdeckt überleben? Zieht er sich gar ins zerstörte Valyria, der Stadt der Drachenherren, zurück? Wir wissen es nicht.

Was hat es mit Melisandre als alter Frau auf sich?

In der Folge „Der Norden vergisst nicht“ in der zweiten Staffel hat Lady Melisandre als Rote Priesterin des Herrn des Lichts ihren ersten Auftritt. Sie prophezeit, dass eine anhaltende Dunkelheit einkehren, die Sterne bluten, die Meere gefrieren und die Toten im Norden erwachen werden. Dinge, die mehr oder weniger tatsächlich so eingetroffen sind und die zeigen, dass die Priesterin durchaus übernatürliche Kräfte zu haben scheint. Entsprechend erweckt sie Jon in der sechsten Staffel wieder zum Leben und schafft es in der finalen Staffel, einen hölzernen Wall mit bloßen Händen anzuzünden, um die untoten Wiederkehrer vor Winterfell – wenn auch nur kurz – aufzuhalten.

Eine Frage, die jedoch völlig ungeklärt bleibt: Warum wird Melisandre zu einer alten, gebrechlichen Frau sobald sie ihr Halsband mit dem roten Stein ablegt? Wie alt ist sie? Wie ist sie zu einer Roten Priesterin mit derlei Fähigkeiten geworden? Warum schützt sie das Halsband vor dem sicheren Tod? Fragen, auf die es keine Antworten gibt.

Was ist eigentlich mit Jaqen h’Gar?

Nicht wenige Zuschauer hätten gerne mehr über Jaqen h’Gar, den gesichtslosen Mann erfahren. Bildete er Arya Stark in der fünften und sechsten Staffel im Haus von Schwarz und Weiß noch zur tödlichen Kriegerin aus, spielt er in den letzten beiden Staffeln einfach gar keine Rolle mehr. Obwohl Arya einen Auftrag von ihm zum zweiten Mal missachtet (für ihr erstes Vergehen wurde ihr das Augenlicht genommen), lässt er sie kommentarlos ziehen. Und außerdem: Wo kam er her? Wie ist er zu einem Gesichtslosen geworden? Wie viele von ihnen gibt es? Auch das werden wir vermutlich nie erfahren.

Sonst noch etwas?

Jein! Wir erwarten nicht, dass eine Serie jede noch offene Handlung bis ins kleinste Detail zu Ende erzählt oder gar komplett auflöst. Wir dürfen aber durchaus erwarten, dass so wichtige, über dutzende Folgen aufgebaute Charaktere wie der Nachtkönig nicht plötzlich zur Randfigur degradiert werden. Nur, um dann mit einem Prequel zur Serie nochmal die Kassen klingeln zu lassen. Aber, auch das muss gesagt werden, die Ansprüche waren hoch und letztendlich ist es immer auch Geschmackssache, wie diese Fan-Reaktionen zeigen.

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