Offiziellen Angaben zufolge haben sich mittlerweile fast 500.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das bislang rund 21.000 Todesopfer forderte. Doch es gibt offenbar noch immer Menschen, die die Bedrohung trotz der fast weltweiten Lahmlegung des öffentlichen Lebens nicht ernst nehmen.

Das Stichwort hierzu lautet „Coronavirus-Challenge“. In dieser nutzen Influencer die Situation, um von sich reden zu machen und so in die Schlagzeilen zu geraten. Die Karriere muss ja schließlich angekurbelt werden. Erfinderin dieses unglaublichen Trends ist Ava Louise. Sie rief den Trend auf einer Flugzeug-Toilette ins Leben:

Coronavirus-Challenge: Diese Influencerin leckt deshalb eine Flugzeug-Toilette ab

Unglaublich, aber wahr: Ava Louise fand mit ihrer Challenge tatsächlich Nachahmer, obwohl das Coronavirus immer weitere Kreise zieht. Und der Influencer „LARZ“ aka „GAYSHAWNMENDES“ setzte sogar noch einen drauf. Offenbar am Flughafen suchte er eine öffentliche Toilette auf und leckte diese kurzerhand gleich drei Mal ab. Das dazugehörige Video postete er auf Twitter, sein Account wurde dort aber nun gesperrt. Den Clip gibt es dennoch im Netz zu sehen:

Twitter

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Und es kam, wie es kommen musste. Der 21-Jährige infizierte sich offenbar mit dem Coronavirus. Auf Instagram postete Larz einen kurzen Clip aus dem Krankenhaus – mit den Worten „Bei mir wurde das Coronavirus diagnostiziert 😥“. Das Video:

Instagram

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Zweifelsfrei belegt werden kann das nicht und theoretisch könnte „Larz“ sich auch anderweitig infiziert haben. Zudem ist es bei so viel Gleichgültigkeit dem ernsten Thema gegenüber auch möglich, dass er die User auf den Arm nehmen will. Dann jedoch müsste man darüber diskutieren, ob es sich nicht um den nächsten groben Fehltritt handelt.

Vielleicht werden die nächsten Stunden und Tage zeigen, ob die Geschichte nun wahr ist oder nicht. Generell gilt jedoch: Bereits das Ablecken der Toilette war in diesen ernsten Zeiten ein absoluter Fauxpas – die Vortäuschung einer Krankheit, die schon Tausenden das Leben kostete, wäre nur ein weiterer negativer Höhepunkt. Da loben wir uns doch junge Menschen, die ihre Zeit sinnvoller investieren und ihren Beitrag zur Corona-Aufklärung leisten.