Foto: Shutterstock.com / Diana Indiana
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Wer jemals eine rauschende Tanzparty erlebt hat, kennt diesen Welthit: „It’s Raining Men“, den Soul-Kracher der Weather Girls von 1982. In die Fußstapfen der damaligen „Wettermädchen“ Martha Wash und Izora Armstead tritt nun Dorrey Lyles mit ihrem ersten Soloalbum „My Realized Dream“, das den rund 40 Jahre alten Disco-Sound zeitweise genüsslich aufgreift.

Zu Beginn des Liedes „It’s Raining Men“ stellen sich die Weather Girls auch erst einmal vor. Lyles darf das – sie ist sogar prädestiniert für Soul, Funk und R&B im Stil der Weather Girls. Zwar war sie zu den Hochzeiten von „It’s Raining Men“ gerade mal zwölf. Doch seit 2012 bildet die 50-jährige US-Amerikanerin mit Dynelle Rhodes die aktuelle Besetzung des längst legendären Duo-Projekts – und schmettert natürlich auch den Oldie.

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Voriges Jahr hatte die einstige Backgroundsängerin (Barry Manilow, Natalie Cole) mit Cover-Versionen von Songs des Disco-Schmusebären Barry White (1944-2003) überzeugt. Auf „My Realized Dream“ liefert die Wahl-Berlinerin nun erneut zwei Soul-Stücke aus prominenter Feder ab: „Caravan Of Love“ von Isley Jasper Isley und „Lean On Me“ vom kürzlich gestorbenen Bill Withers.

Beide Neufassungen gelingen der mit einer mächtigen Stimme gesegneten Lyles hervorragend. Aber auch mit eigenen Kompositionen punktet sie – mal berührend balladesk wie in „I Believe In Us“, mal treibend tanzbar wie in „Dancing In The Rain“ oder „Back To Me“. Bei der Produktion halfen Stefan Fuhr, der als Bassist bereits für Künstler wie Yusuf/Cat Stevens, Sido oder Culcha Candela spielte, und Matthias Falkenau, mit dem Lyles in der Band Berlin Blues Allstars singt.

In Liedern wie „I Am“ oder „Child Of Soul“ erzählt die gereifte Disco-Diva selbstbewusst von sich selbst. Den Verweis auf die Weather Girls muss Lyles nicht scheuen – unbedingt nötig hat sie ihn nicht. Zumal sie mit ihrem christlichen Glauben und Gospel-Fundament – unter anderem bei den berühmten Harlem Gospel Singers – ohnehin nicht nur auf rein weltliche Club-Hits abzielt. Ihr Motto: „Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.“

Quelle: dpa