Wellensittiche grün und blau
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Wellensittiche sind ein beliebtes Haustier. Im Grundsatz unterscheidet man bei ihnen zwischen einer Grün- und einer Blaureihe.

Aus dem ursprünglich grün gezeichneten australischen Wildvogel erzielten Züchter durch geschickte Paarung über Jahre hinweg sämtliche Mischungen. Die ersten blauen Tiere erschienen Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in England und wurden noch mit Gold aufgewogen.

Heutzutage ist das Züchten von Wellensittichen in Deutschland nicht ohne weiteres erlaubt: Interessierte Halter brauchen dafür eine Genehmigung vom Ordnungsamt. Das schreibt das Tierseuchengesetz vor, wie der Deutsche Tierschutzbund in Bonn erläutert.

Für Kanarienvögel gebe es keine solche Bestimmung – dennoch rät der Tierschutzbund von der Zucht beider Arten ab. Denn zuvor müsse geklärt sein, dass es für alle Jungvögel verantwortungsvolle Abnehmer gibt – und das könne sich als „durchaus schwierig gestalten“.

Wellensittiche sind nämlich extrem anspruchsvolle und empfindliche Tiere. Sollten sie etwa einmal ausbüchsen, zählt jede Stunde, denn in freier Wildbahn sind ihre Überlebenschance gering. Da die Vögel durch ihre Farben auffallen, sei die Gefahr groß, dass eine Elster, eine Krähe oder ein anderer Vogel den Ausreißer attackiert.

Um einen entflogenen Vogel zurückzuholen, sollten Tierhalter nach ihm rufen, wenn er noch in Sichtweite ist. So komme der Vogel möglicherweise von allein zurück. Keine gute Idee sei es dagegen, dem Tier hinterherzuklettern. Das treibe den Vogel nur noch weiter weg. Wieder eingefangen brauchen Kanarienvögel oder Wellensittiche vor allem Wärme, so die Zeitschrift. Gut sei es, den Käfig in die Nähe einer Heizung zu stellen – oder eine Lampe mit Rotlicht aufzustellen, die den Vogel wärmt.

Nicht nur nach dem Ausbüchsen müssen Wellensittiche zudem gut mit Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen versorgt sein, sondern auch mit Vitaminen und Mineralstoffen. Der beste Weg, diese Nährstoffe zu erhalten, ist das Füttern von rohen Lebensmitteln. Ein Überblick:

  • Vitamin A: Es gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und beeinflusst unter anderem das Immunsystem und die Hormone. Außerdem ist es für die Pigmentierung der Federn zuständig. Vitamin A entsteht durch die Umwandlung zum Beispiel von Betacarotinen, die in vielen Obst- und Gemüsesorten wie Mangold und anderem dunkelgrünen Blattgemüse enthalten sind. Tierärzten zufolge ist Vitamin-A-Mangel eine der am häufigsten auftretenden Mangelerscheinungen.
  • Vitamin C: Es steckt zum Beispiel in vielen Obst- und Gemüsesorten, unter anderem in Kirschen, Grünkohl, Brokkoli und Paprika. Es unterstützt nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Entwicklung des normalem Wachstums und von Reparaturen im Körper.
  • Vitamin D: Vögel, die im Haus ohne Zugang zu natürlichem Licht gehalten werden, können einen Vitamin-D-Mangel haben. Denn es gibt nur wenige Nahrungsquellen, die diesen Nährstoff liefern. Vogelbesitzer sollten ihren Tieren deshalb so oft wie möglich direkten Kontakt mit Sonnenlicht ermöglichen.
  • Vitamin E: Sonnenblumenkerne, Mandeln und Haselnüsse sind hervorragende Quellen für Vitamin E. Ein Mangel kann bei Vögeln zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Problemen des Immunsystems führen.
Quelle: dpa