Foto: Kamil Macniak/Shutterstock.com
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Ein Klick und der Vertrag ist geschlossen. Egal ob Musik-Abonnement, Handyvertrag oder Stromanbieter: Kündigen ist oft viel schwieriger als im Internet etwas zu kaufen. Vor allem aus Verträgen, die sich automatisch verlängern, kommen viele Verbraucher erst viel später raus, als ihnen lieb wäre. Verbraucherschützer und Politiker fordern deshalb jetzt: Macht Kündigen einfacher.

„Zu oft kostet es die Verbraucherinnen und Verbraucher unnötige Zeit und Mühe, Verträge zu kündigen“, sagte die netzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Tabea Rößner, der Deutschen Presse-Agentur. „Jeder, der online schon mal einen Vertrag geschlossen hat und diesen wieder kündigen will, hat es schon erlebt: Es geht nicht so einfach.“

Während beim Online-Kauf seit 2012 die sogenannte ButtonLösung gilt, ein vorgeschriebener Knopf wie „Jetzt zahlungspflichtig bestellen“, habe die Bundesregierung die Verbraucher beim Kündigen viel zu lange vernachlässigt. „Klick rein in den Vertrag geht schnell, klick raus dagegen nicht.“ Die Ideen, um das zu verändern:

Stromanbieter, Fitnessstudio, Zeitungsabo, Bahncard – viele Verträge verlängern sich automatisch um ein Jahr, wenn man sie nicht rechtzeitig beendet. „Ich muss alle drei Monate kündigen können“, fordert der Chef der Verbraucherzentralen, Klaus Müller. Zu häufig passiere es derzeit, dass man den Kündigungszeitpunkt verpasse und dann erneut für ein Jahr gebunden sei. Doch wer sein Fitnessstudio schon lange nicht mehr von innen gesehen habe, dürfe auch nicht mehr dafür zahlen müssen.

Die Grünen fordern, dass die Online-Kündigung genauso einfach wird wie der Online-Vertragsabschluss. Kein mühsames Suchen nach einer E-Mail-Adresse im Impressum, keine Faxe, stattdessen Kündigung per Mausklick auf einen gut sichtbaren Kündigungsbutton. „Wer sich unkompliziert in einen Vertrag reinklicken kann, muss sich auch unkompliziert wieder rausklicken können“, sagt Rößner. Unternehmen sollten ihre Kunden durch gute Leistung von der Fortsetzung ihrer Vertragsbeziehung überzeugen, nicht durch umständliche Kündigungswege.

Quelle: dpa