Pullover
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Die Bestseller-Autorin Elke Heidenreich findet den Modemarkt übertrieben. „Wir kaufen zu leichtsinnig, zu viel und denken nicht darüber nach, wie ein T-Shirt entsteht, das nur fünf Euro kostet“, sagte die 77-Jährige, die in Köln lebt und ein neues Buch mit dem Titel „Männer in Kamelhaarmänteln“ veröffentlicht hat.

Man müsse das Wort Nachhaltigkeit langsam begreifen und Sachen wirklich mal länger tragen. Ihr eigener Kleidungsstil sei „einfach“. „Am besten stehen mir Hosen, T-Shirts und gut geschnittene Jacketts. Manchmal steht mir auch ein Rock oder ein Kleid. Aber ich bin nicht der elegante Typ, eher der sportlich-lässige. Wenn ich was Elegantes anziehe, sehe ich immer verkleidet aus.“

Was die Jugend angeht, so findet Heidenreich sie oft zu offenherzig gekleidet. „Ich finde, die Mädchen heute manchmal etwas zu nackt. Dass immer alles direkt unter dem Busen aufhören muss und der Bauch nackt ist, damit man sein Piercing zeigen kann. Ich sehe das immer und friere. Aber genauso hat unsere Mutter auf uns geguckt und gesagt: Nicht diese dünnen Höschen anziehen.“

Bei Männern findet sie Sneaker nicht per se doof: „Turnschuhe können ja auch schön sein. Aber auch verranzt.“ Und: „Mich machen auch Kapuzen-Pullover fassungslos. Warum trägt jemand in einem Café oder bei Sonne einen Kapuzen-Pullover? Warum muss man immer Turnschuhe anhaben? Wahrscheinlich, weil sie sehr bequem sind. Und das Bequeme hat in unseren Zeiten das Elegante ersetzt.“ Während Frauen Pullover eher von unten ausziehen, greifen Männer dabei eher hinter den Kopf.

Jede und jeder solle beim Anziehen selbstkritisch sein: „Man hat doch auch ein Stilgefühl für sich selbst. Wenn man keine schönen Kniekehlen mehr hat, sollte man keine kurzen Röcke mehr anziehen, die diese Kniekehlen zeigen. Man muss sich seinem Alter entsprechend ein bisschen anpassen. Gewisse Sachen sind dann albern, weil sie aussehen, als wolle man sich künstlich jünger machen.“

Quelle: dpa