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Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

Lässig lehnt Ernest Hemingway an der Theke, dahinter warten Wein- und Cognacflaschen auf trinkfreudige Gäste. So hätte er es gemocht, der große amerikanische Romancier, dieses Bar-Ambiente war ganz nach seinem Geschmack. Der Frau von Ernest Hemingway kam 1922 auf einem Pariser Bahnhof ein Koffer mit fast allen noch unveröffentlichten Manuskripten ihres Mannes abhanden.

Die lebensgroße Statue steht nicht zufällig da, wo sie steht: in einem holzgetäfelten Nebenraum des Café Iruña in Pamplona, einem der Lieblingsorte Hemingways (1899-1961). Hier hat er nicht nur selbst viele Stunden mit Spirituosen und Plaudern zugebracht, er hat dem geschichtsträchtigen Kaffeehaus auch in seinem berühmten Roman „Fiesta“ ein ewiges Denkmal gesetzt.

„Hemingways Liebesaffäre mit Pamplona dauerte sein ganzes Leben“, sagt Lucinda Poole, die seit 30 Jahren in der nordspanischen Stadt lebt und als wahre Expertin gilt, wenn es um Hemingways Aufenthalte in Spanien geht. Der Touristenführer Javier Aldunate stimmt dem zu: „Er liebte Stiere, Wein, Frauen und das Angeln, da war er hier genau richtig.“

Insgesamt neun Mal kam der Schriftsteller, um dem Festival „San Fermín“ und den damit verbundenen Stierläufen beizuwohnen. Bei der ersten Reise im Jahr 1923 war er noch ein junger Mann, aber schon hingerissen von Stierkampf und Toreros. „Er war wie besessen von der Idee von Tapferkeit und Tod, und er hat das alles hier gefunden, in Pamplona“, erzählt Poole.

Bereits 1926 erschien Hemingways Roman „The Sun Also Rises“, der in Deutschland unter dem Titel „Fiesta“ herauskam, und vielen als sein größter Wurf gilt. In den USA gehört das Werk über eine Gruppe amerikanischer Emigranten, die von Paris aus zum Stiertreiben nach Pamplona reisen und sich zwischen Alkohol und Eifersüchteleien in allerlei Bars tummeln, zur Pflichtlektüre. „Es ist ein trauriges Buch, über verlorene Menschen, inspiriert von echten Personen“, sagt Lucinda Poole.

Quelle: dpa