Lionel Messi
Foto: Manu Fernandez/AP/dpa

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft macht dieser Tage die Arbeit der Sportjournalisten des Landes so schwer wie selten zuvor. „Die sind schon ohne Schutzmaske kaum zu identifizieren, mit Maske dann …“, zitierte die Zeitung „El Mundo“ einen der rätselnden Reporter im Trainingsquartier in Las Rozas nordwestlich von Madrid.

Gemeint sind die vielen Nobodys, die Trainer Luis Enrique für die Länderspiele berief. Gegen die DFB-Elf startet „La Roja“ den ersten radikalen Neuaufbau seit der WM 2006 in Deutschland. Die Zeiten der Tiki-Taka-Spielweise, die besonders der FC Barcelona, aber auch die spanische Nationalmannschaft bekannt machte, sind vorbei.

Die Fachzeitung „AS“ und andere Medien sprechen sogar von einer „Revolution“. Vom Weltmeister-Team von 2010 sind nur noch Kapitän Sergio Ramos (34) von Real Madrid, Sergi Busquets vom FC Barcelona (32) und Jesús Navas (34) von Europa-League-Sieger FC Sevilla mit dabei. Real-Madrid-Offensivmann Asensio, mit nur 24 Jahren einer der wenigen Routiniers im neuen Team, musste am Dienstagabend wegen Verletzung aus dem Kader gestrichen werden. Nicht berücksichtigt wurden derweil Stars wie Barça-Außenverteidiger Jordi Alba, die Atlético-Profis Álvaro Morata und Saúl oder Isco von Real Madrid.

Zwei Spieler im spanischen Team kennen die deutschen Fans sehr gut: Mittelfeldmann Dani Olmo von Champions-League-Halbfinalist RB Leipzig und Thiago. Mittelfeldmann Rodri von Manchester City bat Fans und Medien angesichts „dieses schönen neuen Projekts“ um „etwas Geduld“. Der 24-Jährige weiß aber auch, dass es keine Schonfrist geben wird – schon gar nicht unter einem Siegertypen wie Luis Enrique.

„Der Trainer hat uns geholt, damit wir ab sofort alle Spiele gewinnen“, betonte er. In Spanien macht man sich unterdessen nichts vor. Man weiß: Der Neuaufbau wird nach den vielen Erfolgen der TikiTaka-Künstler um Iniesta, Xavi, Xabi Alonso und David Silva alles andere als leicht sein. „Spanien ist auf dem Baugerüst. Es gibt keine Stammelf, kein System, keinen Stil“, warnte am Mittwoch die Fachzeitung „AS“.

Quelle: dpa